Vietinghoff verteidigt bundesweite Imagekampagne der EKD

Nachricht 30. Juni 2002

Hannover (epd). Der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckhart von Vietinghoff, hat die Image-Kampagne der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegen Kritiker verteidigt. "Die bundesweite Kampagnenfähigkeit der evangelischen Kirche festigt sich", schreibt er in der jüngsten Ausgabe der evangelischen Mitarbeiterzeitschrift "Dialog", die Anfang Juli in Hannover erscheint.

Die Kirche habe einen "geradezu sträflichen Nachholbedarf in fast allen Feldern moderner Kommunikation", bemängelt von Vietinghoff, der als Vorsitzender des Verwaltungsrates auch an der Spitze des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik steht: "Bänglichkeit und nörgelnde Kulturkritik dürfen den Mut und die Kreativität für zeitgemäße Kommunikation nicht lähmen." Die Kirche rede zwar unentwegt von Kommunikation, wende aber dafür nur "vergleichsweise minimale Mittel" auf.

Bei der 1,5 Millionen Euro teuren Image-Kampagne stellt die EKD seit April auf Plakaten und in Anzeigen Fragen nach dem Sinn und Ziel des Lebens. Im Juni hieß es "Sind Fußballer unsere wahren Götter?", im Juli lautet die Frage "Wohin wollen Sie eigentlich?". Kritiker, vor allem aus den Reihen der Kirche, hatten eingewandt, die Kampagne sei zu teuer und es fehlten eindeutige christliche Botschaften.

Vietinghoff hielt ihnen entgegen, mit dem Kern des Glaubens - Gott, Jesus Christus, Kreuz und Auferstehung - könne man nicht werben. Auch verbiete es sich, die Leistungen und Erfolge der Kirche anzupreisen: "Das wäre eitle Selbstbespiegelung und plattes Institutionen-Interesse und würde auch nur Misstrauen wecken." Er verwies auf die Kampagne "Ohne Sonntage gibt´s nur noch Werktage" vom Herbst 1999, deren Wirkung bis heute zu spüren sei. (epd Niedersachsen-Bremen/b1512/28.06.02)
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