Den Talar im Gepäck - Urlauberseelsorge als Angebot der Kirche

Nachricht 18. Juni 2002

Gesprächsbereit sind auch in diesem Sommer wieder 200 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Bereich der EKD, die ihren Talar mit einpacken, wenn sie Urlaub machen. Für jeweils einen Monat verabschieden sie sich von ihren Heimatgemeinden, denn auch sie zieht es in die Ferne. Es ist jedoch kein gewöhnlicher Urlaub, denn die Pfarrerinnen und Pfarrer verbinden ihn in mehr als 100 Einsatzorten mit einer Dienstleistung für ihre Kirche, mehr aber noch für die Menschen, die in den Bergen oder am Strand Erholung und Ruhe suchen.

Die Evangelische Kirche ist auch im Urlaub am Urlaubsort gefragt, nicht nur bei denen, die ohnehin schon zu Hause Kontakt zu ihrer Kirchengemeinde haben.

Für die Evangelische Kirche bedeutet der Dienst an den Urlaubsorten die Möglichkeit, ihren Mitgliedern - aber nicht nur ihnen - mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zudem können Menschen erreicht werden, die sich - aus welchen Gründen auch immer - der Kirche entfremdet haben.

Oftmals entstehen gerade in den Wochen der Erholung Konflikte, die die Freude am Urlaub zu gefährden drohen. In solchen Fällen stehen die Seelsorgerinnen und Seelsorger für Gespräche zur Verfügung. Sie veranstalten zudem an den Urlaubsorten Gemeindetreffen, bieten gemeinsame Aktivitäten an und halten Gottesdienste. Die Kirche möchte unaufdringlich dabei sein, wenn Menschen im Urlaub Zeit finden, nach dem Sinn des Lebens und den Antworten des Glaubens zu fragen. Die Frage der EKD-Initiative 2002 "Wohin wollen Sie eigentlich?" meint ja nicht nur die Wahl des Urlaubsortes, sondern reicht bis zu den Perspektiven des eigenen Lebens.

Die meisten Urlauberseelsorgerinnen und -seelsorger sind im Nachbarland Österreich eingesetzt (an insgesamt 57 Orten); weitere Länder sind Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, die Niederlande, Polen, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Neben der Betreuung der mobilen touristischen Gemeinden gibt es in den Sommermonaten auch eine "Langzeit-Urlauberseelsorge". An der Algarve, auf Rhodos und am Gardasee sind Pfarrerinnen und Pfarrer der EKD für mehrere Monate mit diesem Dienst beauftragt. Da mittlerweile viele ältere Menschen ihren Lebensabend im sonnigen Süden verbringen, gibt es in Marbella und Benidorm, auf Mallorca, Gran Canaria und Teneriffa hauptamtliche Tourismuspfarrstellen.

Die Urlauberseelsorgerinnen und -seelsorger eröffnen durch ihre Arbeit zusätzliche Chancen und Möglichkeiten für die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen über die Grenzen hinweg. Die Beauftragungen zur Urlauberseelsorge werden in engem Kontakt mit den Kirchen in den Urlaubsländern ausgesprochen. Die Arbeit erfolgt in Abstimmung mit den jeweiligen Ortsgemeinden. So lernen auch die deutschen Pfarrerinnen und Pfarrer über die Erfahrungen in der eigenen Heimatgemeinde hinaus durch ihre Tätigkeit im Ausland Menschen mit unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Gewohnheiten kennen und erweitern ihren Horizont.

Eingeladen wird an den Urlaubsorten mit einem blauen Plakat, auf dem ein dunkelblaues Kreuz vor einer Sonne abgebildet ist. Schon viele Urlauber haben gute Erfahrungen mit dem kirchlichen Dienst an ihren Urlaubsorten gemacht und auch wichtige Impulse in den Alltag zu Hause mitnehmen können.

Im Internet-Angebot der EKD - www.ekd.de - ist neben allgemeinen Informationen auch eine Liste mit den Angeboten für evangelische Urlaubergottesdienste im Ausland zu finden.

Hinweis: Bei weiteren Fragen zur Urlauberseelsorge steht Ihnen im Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Oberkirchenrat Branko Nikolitsch mit seinen Mitarbeiterinnen (Tel.: 0511/2796-228 und 133) zur Verfügung.