Bundeskanzler Schröder befürwortet die Kirchensteuer

Nachricht 01. April 2002

Hannover (epd). Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich für die Beibehaltung der Kirchensteuer ausgesprochen. "Eine Institution wie die Kirche muss auch finanziert werden", sagte Schröder in einem Interview in der Osterausgabe der in Hannover erscheinenden "Evangelischen Zeitung". Ohne die Kirchensteuer als Basis wäre viel von dem ehrenamtlichen Engagement nicht möglich. Deshalb halte er auch die Debatten über die Abschaffung der Kirchensteuer für unsinnig. "Mit mir ist das nicht zu machen", betonte Schröder.

Der christliche Glaube ist nach Ansicht Schröders auch für die Politik von Bedeutung: "Die Menschen in diesem Land wären ärmer und orientierungsloser, wenn es diese Fundierung von Leben und Politik in der christlichen Prägung unserer Kultur und Gesellschaft nicht gäbe." Für den Religionsunterricht werde er sich daher "immer stark machen", sagte der Bundeskanzler.

Kirchen hätten "die Aufgabe, auf der Basis ihrer Wertvorstellungen Politik kritisch zu begleiten", so Schröder. Bei der Debatte über die Embryonenforschung seien ihm die Mahnungen der Kirche wichtig gewesen, auch wenn er sie nicht für richtig gehalten und partiell nicht befolgt habe. Grundsätzlich sei das Verhältnis zwischen Staat und Kirche seiner Ansicht nach von Toleranz, Respekt und Hoffnung geprägt.

Nach eigenem Bekunden redet Schröder "öffentlich ungern über Religion, Glauben und die Bindung zur evangelischen Kirche". Er habe jedoch nie daran gedacht, aus der Kirche auszutreten. Selbst "in ganz wilden Zeiten" habe er keinen Anlass gesehen, einen Trennungsstrich zu ziehen. Zudem habe er großen Respekt vor allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich aus ihrem Glauben heraus engagierten. (epd Niedersachsen-Bremen/b0743/26.03.02)
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