Seelsorge für das deutsche Olympia-Team

Nachricht 06. Februar 2002

"Im Zentrum stehen die Menschen, nicht die Medaillen"
EKD-Sportpfarrer Weinhold begleitet das deutsche Olympia-Team nach Salt Lake City

Dabeisein für alle: Wenn Klaus-Peter Weinhold in den kommenden drei Wochen Quartier im Olympischen Dorf in Salt Lake City bezieht, dann nicht, weil er Gold, Silber oder Bronze im Visier hat. Seine Disziplin liegt im zwischenmenschlichen Bereich, und das heißt: Begleiten, Zuhören, Beistand leisten - kurz: Seelsorge für das deutsche Sportler-Team. "Uns geht es um die Menschen, nicht um die Medaillen", beschreibt der EKD-Sportpfarrer sein Anliegen, für das er gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Michael Kühn in Salt Lake City zur Verfügung stehen will. Für die Betreuung der Athleten bei den anschließenden "Paralympics" werden die beiden den Stab an Weinholds Kollegin Claudia Rudolff übergeben.

Seit 1972 gehört es zur Tradition der evangelischen Kirche, die deutschen Olympioniken nicht allein in die Welt der großen Siege und Niederlagen rodeln, sprinten oder springen zu lassen. Pfarrer Weinhold - früher selbst Mitglied in der deutschen Volleyball- Nationalmannschaft - ist seit 1990 als Seelsorger dabei. Er hält Gottesdienste im religiösen Zentrum des Dorfes und nimmt ansonsten am Alltag der Spitzensportler teil: Mannschaftssitzungen am Morgen gehören für ihn ebenso zum Tagesprogramm wie abendliche Medaillenfeiern. Dabei bleibt Weinhold immer nah an den Menschen: Ein besonderer Ausweis verschafft dem Pfarrer Zugang zum Wohnbereich der Sportler und sogar in den Athletenbereich der Wettkampfstätten. "Nur wenn ich weiß, welche Ereignisse den jeweiligen Tag prägen, kann ich mit den Menschen ins Gespräch kommen, ein Ohr für ihre Probleme haben und ihnen helfen, mit den Erfahrungen während der Wettkämpfe zurecht zu kommen", erklärt Weinhold.

Als Präsent für "seine" Sportler hat Weinhold auch diesmal wieder die gemeinsam mit Michael Kühn erarbeitete Broschüre "Mittendrin" im Gepäck:
Gebete, Meditationen und Psalmen, die in all der Hektik zu Momenten der Besinnung einladen - "und ein gutes Mittel, um mit denen, die mich noch nicht kennen, ein Gespräch zu beginnen," weiß der Pfarrer.

Unter http://www.ekd.de wird das EKD-Online-Team zusammen mit Klaus-Peter Weinhold auch in diesem Jahr wieder von den Olympischen Spielen berichten. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen weniger die dort erbrachten Höchstleistungen, sondern Beiträge über Menschen, Begegnungen, Religion und Kultur.

Hannover, 6. Februar 2002
Pressestelle der EKD

Hinweis: Weitere Informationen über Klaus-Peter Weinhold finden Sie im Internet unter
http://www.ekd.de/personen/3219_weinhold.html