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Türen für den Glauben öffnen

Tagesthema 02. Februar 2017

Neuer Referent für missionarische Dienste im Haus kirchlicher Dienste will die Schönheit des Evangeliums weitergeben

Will Türen für den Glauben öffnen: Rainer Koch. Bild: Jens Schulze

Menschen mit der Dynamik des christlichen Glaubens in Kontakt bringen, das möchte Rainer Koch, seit Januar Referent für missionarische Dienste. Der Diakon war seit 2006 Leitender Jugendreferent des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC) mit Sitz im Haus kirchlicher Dienste. Auch seine neue Tätigkeit wird er im HkD ausüben.

„Die Schönheit und Kraft des Evangeliums mit anderen Menschen zu teilen, das ist mein Lebensthema“, sagt der 46-Jährige. „Wenn es mir gelingt, Türen für den Glauben zu öffnen, freue ich mich.“ Als Referent bei den Missionarischen Diensten wird er vor allem die Multiplikatoren ansprechen, Ehrenamtliche und Hauptberufliche in den Gemeinden und Kirchenkreisen. „Glaubenskurse haben ein großes Potential für den Gemeindeaufbau“, so Koch. Mit einer langfristigen Strategie werden neben den kirchennahen Menschen zunehmend auch Distanzierte und Suchende erreicht.

Koch wird Leiter für Glaubenskurse ausbilden und Kirchengemeinden dabei beraten, welches Glaubenskursformat für sie passend ist und wie es für die Situation in der jeweiligen Gemeinde angepasst werden kann. Inzwischen gibt es Kurse für die unterschiedlichsten Zielgruppen, etwa für Kirchenvorsteher oder Mitglieder von Gospelchören. Für das Reformationsjubiläum wurde ein Kurs (Im Zeichen der Rose) entwickelt, der sich besonders mit den Einsichten der Reformatoren auseinandersetzt. Ein neuer Bedarf entsteht durch die Arbeit mit Geflüchteten. „Gemeinden fragen uns nach Tauf- und Glaubenskursen für einen interkulturellen Kontext“, berichtet der vierfache Familienvater, der selbst einen unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in seiner Familie aufgenommen hat. Ehrenamtliche suchen nach Unterstützung, wenn die Geflüchteten sie nach ihrem Glauben fragen und es gibt auch Geflüchtete, die den Wunsch nach einer Taufe äußern. „Das wird eine zukünftige Herausforderung sein“, betont der Diakon. Bei der Entwicklung neuer Kurse werden die Arbeitsfelder Glaubenskurse und Migration und Integration zusammenarbeiten.

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Im Arbeitsfeld Missionarische Dienste  wird ein zweiter Schwerpunkt von Kochs Arbeit liegen. Inspiriert durch die anglikanische Kirche bzw. die „Fresh Expression of church“-Bewegung  in England „geht es darum, Menschen milieusensibel dort aufzusuchen, wo sie leben und mit ihnen gemeinsam neue Formen von Spiritualität und Kirche zu entwickeln“, erzählt Koch. „Ich möchte Impulse und Inspiration weitergeben, und ermutigen, innerhalb wie außerhalb der kirchlichen Strukturen neue Wege zu wagen.“ Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der ökumenischen Bewegung Kirche².  

Als Leitender Jugendreferent des EC hat Koch in den letzten 10 Jahren den Verband gefördert und begleitet. Er hat Fort- und Weiterbildungen für die ehrenamtlichen Jugendlichen angeboten. „Mir war es wichtig, die EC-Bewegung theologisch in die Weite zu führen“, resümiert Koch. Er habe eine Offenheit dafür geweckt, dass die Zugänge zum Glauben sehr vielfältig sind. Durch Fundraising und Kooperationen konnte er das Team der hauptberuflich Mitarbeitenden von sechs auf vierzehn Mitarbeitende aufstocken.

Vor seiner Tätigkeit als Leitender Referent, war Koch von 2000 bis 2006 selbst als Jugendreferent des EC für die Region Nordheide zuständig. Von 1997 an arbeitete er als Diakon in einer Kirchengemeinde in Hamburg-Eidelstedt. 

Koch hatte zunächst eine Ausbildung als Industrieelektroniker gemacht und in diesem Bereich gearbeitet, bevor er 1994 am Johanneum in Wuppertal die Ausbildung zum Diakon begann. Berufsbegleitend hat er sich auch zum Coach und zum Geistlichen Begleiter ausbilden lassen.

Auch privat engagiert sich Koch kirchlich: „Ich experimentiere in unserer Gemeinde ehrenamtlich gerne mit kreativen Gottesdienstformen.“ Außerdem ist er viel draußen unterwegs und geht gerne ins Kino. 

Die Einführung von Rainer Koch in seine neue Aufgabe findet am Mittwoch, 8. Februar um 12 Uhr in der Kapelle im Haus kirchlicher Dienste statt.

Gunnar Schulz-Achelis

Das Haus kirchlicher Dienste

Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Bild: Jens Schulze

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.

Kirche sein

Die Arbeit und die Angebote der Missionarischen Dienste dienen dem Ziel, Räume für die Begegnung mit dem lebendigen Gott zu öffnen und zu gestalten. Dabei bedient sich das Arbeitsfeld unterschiedlicher Formen, Projekte und Kooperationen, um mit Menschen in ihrer Lebenswelt die verändernde Kraft des Evangeliums von Jesus Christus zu entdecken und zu erfahren. Denn nur eine Vielfalt von Formen missionarischer Arbeit wird den unterschiedlichen Lebens- und Frömmigkeitsstilen gerecht.

„Mission heißt zeigen, was man liebt“ (Fulbert Steffensky).

Wir wissen uns inspiriert von der Mission Gottes. Seine Leidenschaft zur Welt und seine allen Menschen zugewandte Liebe bestimmen Inhalt und Formen unserer Arbeit.

Die Angebote, Projekte und Beratung zielen auf einen missionarischen Aufbruch in Kirchengemeinden und offenen Begegnungsräumen jenseits gemeindlicher Grenzen. Sie möchten Christinnen und Christen zur eigenen Sprache im Glauben ermutigen und zum Zeugnis im Alltag stärken. Dabei nimmt das Team Erfahrungen aus der Breite der Landeskirche auf und trägt Impulse weiter. 

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