2015_11_05_1

Bild: EMSZ

Wer steuert wen?

Tagesthema 04. November 2015

Digitale Assistenten und ihre Anwender

1. Jedermann wird Assistenten nutzen oder zumindest durch die ihnen zugrundeliegende Technik betroffen sein.

Im Web ist die den Assistenten zugrundeliegende künstliche Intelligenz (KI) schon an verschiedenen Stellen im Einsatz, etwa bei der Google-Suche oder bei Online-Werbung. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sie auch abseits des Netzes zum Einsatz kommt: In der Medizintechnik, beim Smart Home oder beim assistierten Fahren etwa.

2. Assistenten werden Entscheidungen treffen, die bisher Menschen vorbehalten waren - zum Beispiel Entscheidungen über Leben und Tod.

Im Grunde ist das heute schon der Fall. In Autos der Luxusklasse greifen Spurhalte- und Abstandsassistenten dem Fahrer bereits unter die Arme. Das komplett selbst fahrende „Google Car“ oder „Apple Car“ ist nur eine Frage der Zeit. Auch die Wehrtechnik nimmt sich neuer Technik gerne an. Kampfroboter zögern, anders als der Mensch, vielleicht nicht die entscheidende Sekunde. Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind müssten sie dafür selber treffen.

3. Wir werden Assistenten schaffen, die intelligenter sind als Menschen.

Bisher war KI eher eine Enttäuschung, und wer eine Superintelligenz für möglich gehalten hat, wurde eher belächelt. Die aktuelle Entwicklung bei der den Assitenten zugrundeliegenden KI zeigt aber, dass sich wissenschaftlicher Fortschritt mitunter in Sprüngen vollzieht. Die Grundlagen für eine immer stärkere KI jedenfalls sind da: Rechenpower und Speicherplatz werden immer billiger.

4. Wenn wir erst einmal ein überwesen geschaffen haben, das uns in jeder Situation leitet - dann brauchen wir auch keinen anderen Gott mehr, keine „altherkömmliche“ Kirche.

Stichwort Transhumanismus oder Singularitarianismus. Unter „technologischer Singularität“ versteht man laut Wikipedia einen Zeitpunkt, „bei dem sich Maschinen mittels künstlicher Intelligenz (KI) rasantselbst verbessernund damit den technischen Fortschritt derart beschleunigen, dass die Zukunft der Menschheit hinter diesem Ereignis nicht mehr vorhersehbar ist“.

Welche Rolle nimmt denn ein solcher „Supermensch“ ein? Kritiker werfen den Anhängern dieser Denkrichtung eine quasi-religiöses Verhältnis zur Technik vor.

Jo Bager ist Redakteur/editor bei „c’t – Magazin für Computertechnik“

_MG_3503
e-breakfast. Bild: EMSZ

e-breakfast

IMG_3366
Bild: EMSZ

Die Internetabteilung des Evangelischen MedienServiceZentrums (EMSZ) in Hannover hat erstmalig „e-breakfast“ als neues Workshop-Format veranstaltet. Dabei stand die Frage „Wer studiert wen? Digitale Assistenten und ihre Anwender“. „e-breakfast“ soll dabei eine Form von Fortbildung und Genuss für die Teilnehmer sein.

Ein Thema, ein Cafè im lebendigen Stadtteil Limmer, eine Gruppe Interessierter. Kurz, unkompliziert und lecker. Redakteur Jo Bager von der Zeitschrift c‘t ist der Meinung: „Siri und Co. verändern grundlegend das Verhältnis zwischen dem Anwender und seinem Gerät – egal ob es sich dabei um einen PC, ein Smartphone oder ein Auto handelt. Waren Computer und Co. bisher recht dumm, nehmen sie dem Anwender heute sogar Entscheidungen ab und sagen ihm, was er zu tun hat.“

Rund 25 Teilnehmer sind für diesen Anlass in die „Kaffeebar Rossi“ zusammengekommen, um an einem Vormittag in lockerer Runde zu lernen, diskutieren - und natürlich um zu Frühstücken.

Weitere Informationen über die Internet-Systeme im EMSZ

„Tagesthemaplus“ abonnieren

Anmelden
Abmelden