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Grafik: Dorothee Krämer

Nehmt einander an

Tagesthema 29. Dezember 2014

Farben und Sprachen stehen in der graphischen Interpretation der Jahreslosung von Dorothee Krämer nebeneinander. „Nehmt einander an”, dazu fordern die großen Buchstaben in der Bildmitte auf. Wie kommt es dazu, dass Menschen einander verstehen und annehmen?

Kontraste – Bedrohung oder Bereicherung?

Rot und grün stehen sich gegenüber. Ein Komplementärkontrast. Kontraste, also Gegensätze, erleben wir auch zwischen Menschen. Im Gedränge kann man sie besonders gut wahrnehmen. Ich sehe, rieche und höre, dass Menschen anders sind als ich. Ich achte auf die Kleidung, die Bewegungen, die Stimme, den Geruch. In Bruchteilen von Sekunden sortiere ich, was mir bekannt und was mir fremd vorkommt. Spannend wird es, wenn ich diese Sinneseindrücke bewerte: Ist mir jemand, der anders aussieht, anders riecht oder anders spricht, sympathisch oder unsympathisch? Ziehen mich diese Kontraste an oder stoßen sie mich ab?

Christus in allen Sprachen

Im Fernsehen wird in den Nachrichten von den aktuellen Konflikten berichtet. Es wird ukrainisch und russisch gesprochen, syrisch, arabisch und hebräisch. Aber auch englisch, französisch, deutsch. Verzweifelte Menschen suchen Schutz vor Bomben und Raketen. So genannte Gotteskrieger zeigen sich mit Bombengürteln und Maschinengewehren in Videos. Soldaten marschieren auf. Politiker betonen nationale Interessen. Es werden Bomben geworfen und Raketen abgeschossen. Verschiedene Sprachen finden sich auch in der Graphik zur Jahreslosung.

Bei den bekannten Sprachen kann man entdecken, dass immer dieselbe Passage des Bibelverses aus Römer 15,7 zitiert wird: „wie Christus euch angenommen hat”. Es fällt mir schwer, das für Attentäter, Heckenschützen und IS-Milizen zu glauben. Doch die Entdeckung, dass Christus sich in jeder Sprache findet, öffnet mir die Augen für den Plan Gottes mit seinen Menschen und mit dieser Welt. Und so will ich es auch für die Ukraine, für Syrien, für Palästina und für andere Krisengebiete zu hoffen wagen: „Ja, Christus selbst ist unser Friede.” (Epheser 2,14 BB)

Gottes Lob in allen Nationen?

In Stuttgart leben Menschen aus 180 Nationen. In der S-Bahn und an vielen anderen Orten kann man erleben, dass sich Menschen nicht nur in schwäbisch oder hochdeutsch unterhalten. In der Apostelgeschichte wird vom ersten Pfingstfest in Jerusalem berichtet. Aus Ägypten, Libyen, der heutigen Türkei, Griechenland und Italien waren Menschen versammelt. Voller Verwunderung haben sie festgestellt, dass der Geist Gottes keine Sprachbarrieren kennt und das Evangelium von Jesus Christus in jeder Sprache verkündigt werden will: „Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.” (Apostelgeschichte 2,11 BB).

Gottfried Heinzmann

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Einander verstehen

Du bist anders
wie du aussiehst
wie du riechst
wie du dich gibst
das ist mir fremd

Ich bin anders
was ich denke
was ich sage
was ich wichtig finde
das ist dir fremd

CHRISTUS ist anders
wie er uns ansieht
was er über uns denkt
wie er uns begegnet
VERÄNDERT ALLES

Das Reich Gottes ist nahe
Der Tisch ist gedeckt
Die Tür ist offen

und Menschen
die anders sind
feiern gemeinsam
und loben Gott
in allen Sprachen 

Gottfried Heinzmann

Angenommen

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Grafik: Dorothee Krämer

Angenommen …
dein Platz an der Sonne bleibt leer.

Angenommen …
Schatten ziehen auf
und es herrscht ablehnendes Schweigen.

Angenommen …
der erste Schritt aufeinander zu
fällt unendlich schwer.

Dann hat Jesus Christus
den ersten Schritt bereits getan.
Er wendet sich dir zu.
Er geht dir entgegen.
Er nimmt dich an.
So wie du bist.
Ohne wenn und aber.

Geh den zweiten Schritt.
Dein Platz an der Sonne
muss nicht leer bleiben.
Jesus macht dir Mut.
Dreh den Stuhl.
Hin zum anderen.
Sag das erlösende Wort.
Nehmt einander an.

Wie Christus euch angenommen hat
zu Gottes Lob.

Dieter Braun

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