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Bild: Antonio Gravante - Fotolia.com

max-e | Sieben Wochen MIT

Tagesthema 12. September 2014

Ein gemeinsames Experiment

Loccum. Auf ein gemeinsames Experiment haben sich das Predigerseminar in Loccum und die Evangelische Zeitung in diesem Sommer eingelassen: In einem einwöchigen Workshop schrieben die Vikarinnen und Vikare des Kurses 16 unter Anleitung eines Schriftstellers Andachten für die Evangelische Zeitung. Die Ergebnisse können Sie, liebe Leserinnen und Leser, nach den Sommerferien kennenlernen. Vom 14. September bis zum 26. Oktober erscheinen auf Seite 24 sieben Wochen lang Texte aus der Feder von Nachwuchstheologen zum Predigttext des jeweiligen Sonntags.

Sieben Wochen lang deshalb, weil es eine biblische Zahl ist. Und so war auch rasch der Titel des Projektes geboren - in Abwandlung einer Aktion in der Fastenzeit: „Sieben Wochen mit“. Leider können nicht alle Andachten gedruckt werden, obwohl sie es wert sind, denn nicht nur sieben, sondern insgesamt 20 Vikare haben sich beteiligt. Deshalb wird das gesamte Projekt auf einer eigenen Seite im Internet dokumentiert. Natürlich unter siebenwochen.de.

„Es war ein wichtiger Schritt für die Vikarinnen und Vikare, sich einzuüben in das Schreiben kleiner Andachten für den öffentlichen Raum“, sagt Studiendirektor Christian Stäblein, der Leiter des Predigerseminars im Kloster Loccum. Entscheidend sei dabei, eine eigene Sprache zu finden und nicht in Konventionen zu verfallen. „Das hat hervorragend geklappt.“

Michael Grau, epd

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"Ein offenes Wort gehört dazu."

Keine Rente. In biblischen Zeiten fiel die Versorgung der Witwen der Familie und den Freunden zu. Die waren zuständig, dass die Witwen essen konnten und nicht im Elend verkamen. Die griechischen Juden murren, weil sie es nicht schaffen ihre Witwen zu versorgen, während die hebräischen Juden keine Probleme haben. Die einen essen frisch, die andern Reste. Ist doch klar, dass das nicht gutgeht. Warum versorgen die Menschen sich nicht untereinander, ohne zu gucken, wer woher kommt? Sie teilen doch alle das Evangelium und sind sich einig, dass Jesus Christus für alle da ist!

Andacht von Vikar Ole Großjohann

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"Ohne mich geht hier gar nichts."

Ein klarer Fall: Die griechischen Witwen in der Urgemeinde werden schlecht versorgt. Das ist die Problemanzeige. Die Lösung: Wir bestimmen Menschen, die sich darum kümmern. Ganz simpel, eigentlich. Genau diese Selbstverständlichkeit, mit der die Apostel Arbeit an andere abgeben, ist für mich aber das Überraschende. Denn jemand anderem das Ruder zu überlassen, das fällt schwer. Ich stelle mir vor, wie die Situation ohne diese Entscheidung hätte ablaufen können:

In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Als die Zwölf davon hörten, wurden sie zornig: Sie gaben sich so viel Mühe mit ihrer Arbeit und mit dem Evangelium, aber keiner wusste das zu schätzen. Überall wurde nur an ihnen herumgemeckert.

Andacht von Vikarin Christiane Meyer

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"Tobi, du packst das!"

Schneller Tobi! Schneller! Zieh durch! Du packst das!

Tobias ist ein besonderer Teenager. Als er zur Welt kam, war er spastisch gelähmt. Ich durfte ihn eine Zeit lang als Inklusionshelferin in seinem Leben begleiten. Jeden Morgen strahlte er mich erwartungsvoll mit einem leicht schiefen Blick an, wenn ich um 7 Uhr das Klassenzimmer betrat. Jeden Morgen saß er bereit auf seinem für ihn angefertigten Drehstuhl, vor seinem Spezialcomputer, der so speziell war, dass wir beide unsere Probleme mit diesem Gerät hatten. Jeden Morgen zeigte mir seine Haltung: Wird das ein guter Tag oder haben wir heute einen Kraftakt vor uns? Sitzt er gekrümmt mit Speichel an der Lippe hängend vor mir oder klatscht er in seine immer verkrampften Hände? Unsere Zusammenarbeit hat uns eng verbunden. Nicht immer hatten wir Spaß. Aber ich habe viel von ihm gelernt, und er von mir. Ich wurde für ihn ein Teil Familie, und er für mich.

Andacht von Vikarin Ira Weidner

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Die Vikarinnen und Vikare des Ausbildungskurses 16 im Kloster Loccum haben zusammen mit Schriftsteller Heinz Kattner, der Studienleitung und epd-Redakteur Michael Grau für die kommenden sieben Sonntage Andachten geschrieben. Unter dem Titel "Sieben Wochen mit" präsentiert die Landeskirche diese Texte fortlaufend auf einer neuen Seite im System max-e. Die Serie startet mit drei Andachten am 14.9.2014.

Zur Serie: Mehr als 300 Auftritte zählt das landeskirchliche Internetsystem max-e. Kirchenkreise, Gemeinden, Institutionen und viele thematische Seiten zu Kunst, Kultur, Ökumene, kirchlicher Verwaltung oder Musik bieten ein buntes Bild der Landeskirche. An jedem Donnerstag stellen wir Ihnen eine Seite aus max-e vor.

Sieben Wochen MIT

Predigttext am 14.9.2014

Apostelgeschichte 6, 1-7

Die Gemeinde wuchs und die Zahl der Jünger und Jüngerinnen wurde immer größer. Da kam es – um eben diese Zeit – zu einem Streit zwischen den Griechisch sprechenden Juden in der Gemeinde und denen mit hebräischer Muttersprache. Die griechische Gruppe beschwerte sich darüber, dass ihre Witwen bei der täglichen Verteilung von Lebensmitteln benachteiligt würden. Da riefen die Zwölf die ganze Gemeinde zusammen und sagten: »Es geht nicht an, dass wir die Verkündigung der Botschaft Gottes vernachlässigen und uns um die Verteilung der Lebensmittel kümmern.

Darum, liebe Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer aus, die einen guten Ruf haben und vom Geist Gottes und von Weisheit erfüllt sind. Ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen…
Diese sieben brachten sie zu den Aposteln. Die beteten für sie und legten ihnen die Hände auf.
Die Botschaft Gottes aber breitete sich weiter aus. Die Zahl der Glaubenden in Jerusalem stieg von Tag zu Tag. Auch viele Priester folgten dem Aufruf zum Glauben.

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