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Bild: Diakonie Niedersachsen/ Jens Schulze

„Wir sind Familie“

Tagesthema 09. September 2014

Woche der Diakonie - mehr Hilfe für Familien mit Kindern

Die Diakonie in Niedersachsen hat eine familienfreundlichere Politik in Deutschland gefordert. „Kinder sind noch immer ein Armutsrisiko in unserem reichen Land“, kritisiert Cornelius Hahn vom Vorstand des Diakonischen Werkes in Niedersachsen. Das Armutsrisiko bei Familien mit drei und mehr Kindern liege dreimal so hoch wie bei den Kinderlosen, sagte Hahn anlässlich der landesweiten Woche der Diakonie, die unter dem Thema „Wir sind Familie“, die noch bis zum 14. September stattfindet.

Von den rund 240.000 Alleinerziehenden in Niedersachsen seien sogar 44 Prozent armutsgefährdet, mahnte Hahn. Als einkommensarm gelten Haushalte, wenn ihr Einkommen maximal 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Trotz guter beruflicher Qualifikation seien die Alleinerziehenden oft auf finanzielle Aufstockung vom Staat angewiesen. Experten hätten längst bestätigt, dass der Ausbau von Krippen und Kindertagesstätten diesen Menschen helfe, betonte Hahn. Das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Tagesstätte schicken, sei dagegen der falsche Ansatz.

Die landesweite Woche der Diakonie wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst in Cuxhaven eröffnet. Die mehr als 3.600 Einrichtungen im Land präsentierten bei rund 1.000 Veranstaltungen zwischen dem Emsland und der Lüneburger Heide ihre Arbeit, sagte der Öffentlichkeitsbeauftragte der Diakonie in Niedersachsen, Willi Schönamsgruber. Die Palette reiche von einem Fotoworkshop in Osnabrück über einen Spenden-Volkslauf in Nordhorn bis zu „Tagen der offenen Tür“ in Gemeinden und Einrichtungen vielerorts.

In ganz Niedersachsen arbeiten Schönamsgruber zufolge knapp 76.000 Menschen für die Diakonie. Nach Schätzungen kommen dazu mindestens noch einmal so viele Ehrenamtliche. Die Hilfen für Familien in verschiedensten Lebenssituationen reichten von Pflegedienst und der Kinderkrippe über die Schuldner- oder Eheberatung bis zu Initiativen für Flüchtlinge. „Es gibt nicht mehr das einheitliche Familienbild und -ideal“, sagte Diakonievorstand Hahn: „Eine Familie ist eine Lebensgemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Generationen, die füreinander Verantwortung übernehmen.“

epd

Aktuelles über die Woche der Diakonie

Freiwilligendienste sind ein Erfolgsmodell

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Jan Janssen

Das Freiwillige Soziale Jahr ist nach Ansicht des Beauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Freiwilligendienste, Bischof Jan Janssen, ein „Erfolgsmodell für die Gesellschaft.“

Nach 60 Jahren freiwilligen Diensten dürfe man mit Stolz auf den „immensen Beitrag“ blicken, den Kirchen und Wohlfahrtsverbände für diese Dienste geleistet hätten, sagte Janssen im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Anlässlich des Geburtstages des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) predigte der Oldenburger Bischof in einem ZDF-Fernsehgottesdienst, der live aus der Jugendbildungsstätte Blockhaus Ahlhorn bei Oldenburg übertragen wurde.

Vor 50 Jahren wurde der Freiwilligendienst vom Bundestag mit dem „Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres“ erstmals geregelt. Die Wurzeln des FSJ gehen aber noch zehn Jahre weiter zurück: auf das vom damaligen Rektor der Diakonissenanstalt Neuendettelsau, Hermann Dietzfelbinger (1908-1984), ausgerufene Diakonische Jahr. Laut Bundesfamilienministerium sind heute mehr als 100.000 Menschen in den Freiwilligendiensten aktiv. Dazu gehört neben dem FSJ auch der Bundesfreiwilligendienst, der für alle Altersgruppen offen ist.

Diese Dienste seien besonders für junge Menschen eine große Chance, sagte Janssen. „Mit 19 Jahren ist das ein Stück Selbsterprobung.“ Neben der Idee, anderen zu helfen, gehe es auch darum, sich auszutesten und beruflich zu orientieren.

Bischof ermutigt Jugendliche zu freiwilligem sozialen Engagement

Der Eröfnungsgottesdienst

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