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Bild: ekn

Religion hat viele Gesichter

Tagesthema 02. September 2014

Zum 20. Mal feierten die „Jesus Freaks“ ihr Festival

Freakstock 2014: In einer stillgelegten Kaserne, zwischen Kassel und Paderborn wurde fünf Tage lang gefeiert, gechillt und gebetet. Der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) hat die Besucher des Festivals mit der Kamera begleitet und berichtet, wie die rund 4000 Besucher zu diesem Anlass „Jesus feiern“.

„Gesichter des Christentums“

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Gesichter des Christentums

Die evangelische Matthäuskirche zeigt vom 9. November an die Ausstellung „Gesichter des Christentums.“

Die von der hannoverschen Landeskirche konzipierte Wanderausstellung ist nach Angaben der Veranstalter bis zum 4. Dezember in der Kirche zu sehen. Sie porträtiert Christen verschiedener Konfessionen aus aller Welt, die in Niedersachsen eine Heimat gefunden haben. Zur Eröffnung werde Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ein Grußwort sprechen.

Ein in Ghana geborener Pastor oder eine aus Serbien stammende orthodoxe Studentin sollten zeigen, wie vielfältig der christliche Glaube in Deutschland geworden ist, hieß es. In Niedersachsen lebten nicht nur Protestanten und Katholiken, sondern auch Baptisten, Mennoniten, Pfingstler oder Orthodoxe. Die Ausstellung ist zusammengestellt aus großformatigen Fotos und persönlichen Gegenständen der Christen aus ganz Niedersachsen.

epd

Mehr über die Wanderausstellung „Gesichter des Christentums“

Europas größte Buddha-Statue

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Buddhastatue im Wewurukannala Vihara Tempel auf Sri Lanka. Bild: epd-Bild

Europas höchste Buddha-Statue wurde im August in Hannover vor dem größten buddhistischen Kloster Deutschlands eingeweiht.

Das 7,20 Meter hohe und mehr als zwei Tonnen schwere Kunstwerk sei durch Spenden finanziert worden, teilte das Kloster, die Vien Giac Pagode, mit. Zur Einweihung beim Ullambanafest sind mehrere tausend Gläubige gekommen.

Bei dem Fest gedenken die Buddhisten ihrer lebenden und verstorbenen Eltern. Das Kloster ist für die 120.000 Vietnamesen und Buddhisten in Deutschland eine zentrale religiöse und kulturelle Stätte. Außerdem zählt das Kloster zu den größten seiner Art außerhalb Asiens.

epd

Mehr über die Kloster Pagode Vien Giac in Hannover

Religionen im Gespräch

Mit der Sicherung der Finanzierung für die Veranstaltungsreihe „Religionen im Gespräch“ kann die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ihren Beitrag zum interreligiösen Dialog fortsetzen. Neben dem Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche, dem Haus der Religionen und der Dr. Buhmann-Stiftung hat jetzt die Klosterkammer bis mindestens 2016 Förderung zugesagt und folgt dabei der Hanns-Lilje-Stiftung, die eine Anschubfinanzierung geleistet hatte.

2012 begann die Veranstaltungsreihe „Religionen im Gespräch“ in einem dafür neu entwickelten Format: Initiator und Moderator Professor Dr. Wolfgang Reinbold, Beauftragter für „Kirche und Islam“ im Haus kirchlicher Dienste, diskutiert mit zwei oder drei Fachleuten alle zehn Wochen über aktuelle Themen des interreligiösen Dialogs im Haus der Religionen in Hannover. Die Gespräche bieten seriöse interreligiöse Diskussionen und leicht zugängliche Informationen jenseits der Formatzwänge einer Talkshow. Die einstündigen Diskussionen werden auf Video aufgezeichnet, vom Fernsehsender „h1 - Fernsehen aus Hannover“ später gesendet.

Mehr über die Veranstaltungsreihe „Religionen im Gespräch“

Ihre Meinung zum Tagesthema

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Bild: misterQM / photocase.com

Welche Erfahrungen haben Sie mit anderen Religionen und Glaubensgemeinschaften in Ihrem Umfeld? Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit Andersgläubigen? Schreiben Sie uns in unserem Forum.

Tagesthemen - Ihre Meinung

„Judentum begreifen“

Jan setzt sich eine Kippa auf den Kopf und hängt sich den den Gebetsschal um. Aufmerksam verfolgt der Zehnjährige, wie der jüdische Künstler Sasha Ginsburg ihm den „Tefillin“, den Gebetsriemen, um den Arm bindet. „Da bin ich ja jetzt ein richtiger jüdischer Junge“, sagt er und strahlt. Der 55-jährige Ginsburg vermittelt an diesem Vormittag den Fünftklässlern im Greselius-Gymnasium in Bramsche bei Osnabrück seine Kultur und Religion. „Judentum begreifen“ nennt sich das Projekt.

Träger der Initiative war zunächst die Osnabrücker Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, seit zwei Jahren ist es der Verein „Projekt Judentum begreifen.“ Seit 2007 gehen Juden in die vierten Klassen und in weiterführende Schulen in den Regionen Osnabrück und Emsland und gestalten dort mit einer Klasse einen Projekttag. Begleitet werden sie vom Initiator und Leiter des Projektes, Aloys Lögering. Der 71-Jährige ist Katholik.

Gemeinsam bieten sie Workshops an, in denen die Kinder koscher kochen, nach traditioneller Musik tanzen oder mit dem Künstler Ginsburg jüdische Symbole malen können. Persönliche Begegnungen und Anschauungsobjekte sollen jüdische Kultur und Religion lebendig machen, sagt Lögering: „Wir ergänzen den Unterricht mit Kopf, Herz und Hand.“ Werbung macht der Verein kaum. „Unsere gute Arbeit spricht sich offenbar rum. Mittlerweile sind wir bis zu 30 Tage im Jahr unterwegs.“

Dem jüdischen Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik zufolge könnte das Projekt auch Vorbild für weitere Initiativen sein. Er beobachtet seit einigen Jahren, dass "das kulturelle Wissen um die Bedeutung der Religionen dahinschwindet". Für eine multikulturelle Migrationsgesellschaft wie Deutschland sei es wichtig, dass jeder die Religion und Kultur des anderen kenne. Würden solche Projekte über Jahre in die Stundenpläne integriert, könnten sie auch dem derzeit wieder aufbrechenden Antisemitismus entgegenwirken.

Diese Art der Vermittlung sei „genau der richtige Weg“, betont der Vorsitzende des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. Er hält es für besonders wichtig, dass durch dieses Projekt auch muslimische Schüler einbezogen werden: „Schön wäre es, wenn auch deutsch-palästinensische Gesellschaften mitmachen würden.“

epd

Mit Thorarollen, Gebetstüchern und Kerzenleuchtern gehen Juden in Schulklassen. Bei dem Projekt „Judentum begreifen“ vermitteln sie ihre Kultur und Religion

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