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Bild: Zentrum für Seelsorge

Ein Haus für die Seelsorge

Tagesthema 20. Juni 2014

Die Landeskirche konzentriert Seelsorge-Kompetenz in einem Zentrum

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Das neue Zentrum für Seelsorge befindet sich im ehemaligen Sozialwissenschaftlichen Institut auf dem Gelände der heutigen Hochschule Hannover. Bild: Stefan Korinth  

Auf dem Gelände der früheren evangelischen Fachhochschule in Hannover-Kleefeld wurde nun das „Zentrum für Seelsorge“ (ZfS) eröffnet. Die neue Einrichtung fasst die Ausbildung und Weiterbildung von Seelsorgern und die Fachdienste der Spezialseelsorge zusammen. Mehr als 200 Gäste aus ganz Deutschland kamen zur Eröffnungsfeier.

„Wo wohnt die Seele eines Menschen?“, fragte Oberkirchenrätin Susanne Kruse-Joost in einer Meditation im Eröffnungsgottesdienst. „Manchmal ist die Seele auf der Flucht oder wohnt an unrühmlichen Orten.“ Die Sorge um und für die Seele ist seit jeher eine wichtige Aufgabe der Kirche. Die Gemeindeseelsorge bildet die Basis, aber auch die spezialisierte Seelsorge soll bedeutender werden. „Zuverlässig für die Seele zu sorgen, egal wo sich ein Mensch befindet, wird die große Zukunftsaufgabe sein“, ist einer der Gäste, Nordkirchen-Seelsorgeleiter Sebastian Borck, überzeugt. 

Seelsorgedienste unter einem Dach

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Mehr als 200 Gäste aus ganz Deutschland kamen zum Eröffnungsgottesdienst in das eigens aufgestellte Zelt neben dem ZfS. Bild: Stefan Korinth 

Egal was Menschen von der Kirche halten – auf dem Gebiet der Seelsorge trauen ihr alle viel zu, heißt es auf der Website der neuen Einrichtung. Ein Blick auf die zahlreichen Spezialdienste, die nun im neuen Zentrum an der Blumhardtstraße zusammengefasst sind, zeigt dass die Landeskirche hier viele Kompetenzen aufgebaut hat. So gibt es etwa Seelsorge für Gehörlose, Blinde, Gefängnisinsassen oder HIV-Infizierte. Zudem wird Seelsorge in Krankenhäusern, Hospizen, bei Notfällen vor Ort oder am Telefon angeboten.

Die vielen speziellen Formen der Seelsorge waren bis dato jedoch in unterschiedlichen Kooperationen über die Landeskirche verteilt. „Nun ist die Zeit einander Einblick zu geben, bis hin zu den Personen und Programmen“, erläutert ZfS-Direktor Martin Bergau die Absicht des Zentrums. Hier soll die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Seelsorge für Haupt- und Ehrenamtliche aufeinander abgestimmt werden. Das ZfS will gesamtkirchlicher Ansprechpartner für Seelsorge und Beratung sein.

Alle Seelsorgedienste auf einen Blick

Vom Projektbüro zum Zentrum

2012 beschloss die Landessynode den Aufbau des Zentrums. Im Frühling 2013 hatte ein Projektbüro die Arbeit noch im Annastift aufgenommen. Ein Jahr später konnten dessen Mitglieder dann das umgebaute Gebäude in direkter Nachbarschaft zur heutigen Fakultät V der Hochschule Hannover beziehen. Dort soll es in Zukunft etwa einen „Grundkurs Seelsorge“ für Ehrenamtliche und Qualifizierungen für Spezialaufgaben der Seelsorge geben. Das Programm 2015 ist noch in Arbeit.

„Seelsorge ist ein Schatzkästlein der Kirche.“

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Der Chor der ZfS-Mitarbeiter bat während des Gottesdienstes dirigiert von Eva Maria Eggers um den Heiligen Geist. Im Anschluss erhielten die Mitarbeiter den Segen durch Landesbischof Ralf Meister. Bild: Stefan Korinth  

Direkt neben dem ZfS ließ die Landeskirche eigens für den Eröffnungstag ein großes Festzelt aufstellen. Landesbischof Ralf Meister hielt die Predigt, in der er an das biblische Heilungsverständnis erinnerte. „Heilung heißt Genesung an Leib und Seele“, sagte er. Auch Jesus sei ein Seelsorger gewesen. Der Großteil seiner Auftritte in der Bibel seien nicht Massenveranstaltungen sondern Dialoge gewesen. „Er war immer ganz für den Einzelnen da.“ Bis heute sei die Seelsorge ein Schatzkästlein der Kirche.

Im Anschluss daran traten die Mitarbeiter des ZfS als Chor auf. Überhaupt war der Gottesdienst sehr musikalisch: So begleiteten die Bläsergruppe der Stadtmission im Wechsel mit Fritz Baltruweit und seiner Musikgruppe die Veranstaltung. Zum Abschluss gab es mehrere Grußworte. Dabei erinnerte Nicola Wendebourg vom Landeskirchenamt auch an die Pfarrfrauen, die traditionelle Vorläufer der Gemeindeseelsorge gewesen seien. Sie hatten ein offenes Ohr für die Menschen, die ihr Herz ausschütten wollten. Und überhaupt: „Dass Gottes Ohr den Menschen zugeneigt ist, erfahren sie nur dadurch, dass ihnen ein Mensch sein Ohr zuneigt.“

Stefan Korinth

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Am 19. Juni wurde das Zentrum für Seelsorge feierlich eröffnet. Seine Enstehung hat das Zentrum auf einer Präsenz in wir-e im Internet dokumentiert. In Kürze wird es eine eigene umfangreichere Webseite geben, auf der alle Arbeitsbereiche dargestellt werden. Bis dahin hält Öffentlichkeitsreferentin Andrea Hesse Sie hier auf dem Laufenden.

zentrum-seelsorge.wir-e.de

Hier finden Sie das Zentrum für Seelsorge

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Bild: Seelsorgezentrum

Zentrum für Seelsorge
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Blumhardtstr. 2A
30625 Hannover

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