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Weihnachten interkulturell

Tagesthema 12. Januar 2014

In der hannoverschen Matthäuskirche feiern rund 500 Menschen ein internationales und ökumenisches Weihnachtsfest

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Mitmachen. Bild: Jens Schulze

Die Kirche scheint aus den Nähten zu platzen. Die Plätze reichen kaum für alle der rund 500 Gäste. Vorn stehen ein großer geschmückter Weihnachtsbaum und eine Krippe. Eine Gruppe der „presbyterianischen Kirche Ghanas“ singt und tanzt. In der hannoverschen Matthäuskirche wird mitten im Januar nochmal Weihnachten gefeiert: Weihnachten interkulturell.

„Hier herrscht eine tolle internationale Atmosphäre“, lobt der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Gerade hat er erlebt, wie der serbisch-orthodoxe Erzpriester Milan Pejic mit einem musikalischen Solo den ausgefallenen Kinderchor ersetzt hat. Auch die arabische Polka-Version von „Halleluja“ war dem Oberbürgermeister neu. „Die Musik ist sehr fröhlich und unterscheidet sich von den besinnlichen deutschen Weihnachtsliedern.“ 

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Bild: Jens Schulze

Menschen aus mehr als 140 Nationen leben in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Das ökumenische Fest steigt bereits zum dritten Mal in der Lister Johannes- und Matthäus-Kirchengemeinde. Es soll den Menschen helfen, sich und ihre unterschiedlichen Weihnachtsbräuche besser kennenzulernen. „So ein Fest ist deutschlandweit einmalig“, glaubt Schostok.

Einer der Unterschiede: Die orthodoxen Kirchen feiern Weihnachten am sechsten Januar, auch daher kann das internationale Fest erst jetzt stattfinden. „Heute 18 Tage nach Heiligabend“, resümiert Schostok „haben wir also erneut die Chance, uns auf den Weihnachtsgedanken zu besinnen.“

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Alle Plätze gefüllt. Bild: Jens Schulze

Die Predigt hält der katholische Propst Martin Tenge. Wie unterschiedlich die Menschen in der Stadt auch sein mögen, um Weihnachten komme kaum jemand herum. „Das Fest verbindet Menschen aus aller Welt.“ Es ist ein Glück, dass so viele Kulturen in Hannover leben, sagt er. „Heute ist die Chance, mal auf Menschen zuzugehen, die wir noch nicht kennen.“

Dann lesen Geistliche aus verschiedenen Ländern die Weihnachtsgeschichte nach Lukas in neun Sprachen - darunter vietnamesisch, russisch und arabisch.

„Das ist auch eine aktuelle Geschichte“, sagt Alptekin Kirci. Er vertritt seine Chefin, die niedersächsischen Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf, mit einem Grußwort. „Maria und Josef waren Flüchtlinge.“ Auch unsere heutige Gesellschaft muss sich um Menschen kümmern, die vor Krieg, Armut oder Verfolgung hierher fliehen. Die hannoverschen Kirchengemeinden helfen Migranten denn auch mit zahlreichen Aktionen, lobt er. „Sie tun etwas für eine echte Willkommenskultur.“

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Zuhören. Bild: Jens Schulze

Initiator des Festes ist Abayomi Bankole vom Afrikanischen Dachverband Norddeutschland. Er hatte vor einigen Jahren die Idee zu einem internationalen weihnachtlichen Beisammensein. „Ich freue mich, dass wir wieder hier feiern können“, sagte der gebürtige Nigerianer.

Im Anschluss an den Gottesdienst bauten ehrenamtliche Helfer die Kirche zu einem Buffetsaal um. Mit Jazzmusik, einem internationalen Kinderballett und einer Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde klang der Abend aus. Abayomi Bankole ist zufrieden: „Bei Festen wie heute wird der Begriff Integration mit Leben gefüllt.“

Von Stefan Korinth (Evangelische Zeitung)

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Bild: HkD

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