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Letzte Tagung der Landesynode

Tagesthema 25. November 2013

Ralf Meister zur Tagung der hannoverschen Landessynode

Landessynode entscheidet über Zukunft der Konföderation

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Bild: Jens Schulze

Das Kirchenparlament der hannoverschen Landeskirche kommt vom 26. bis 29. November zu seiner letzten Tagung in dieser Legislaturperiode in Hannover zusammen. Die mehr als 70 Mitglieder der Landessynode werden unter anderem einen endgültigen Beschluss über die künftige Zusammenarbeit der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen fassen.

Voraussichtlich werden sich die Landeskirchen von Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche bei ihren Herbsttagungen bis Ende November für eine abgespeckte Form der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen aussprechen. Ein Vertragsentwurf dazu liegt allen vor. Unter anderem soll das Parlament des Gremiums künftig ersatzlos wegfallen. Mit der Konföderation vertreten die Kirchen ihre Interessen gegenüber dem Land.

Weiteres Thema der viertägigen Versammlung in der Henriettenstiftung ist eine Ergänzung der Kirchenverfassung zum besonderen Verhältnis von Christen und Juden. Am Mittwoch wird Landesbischof Ralf Meister seinen turnusgemäßen Bericht vor der Synode halten. Die konstituierende Sitzung der nächsten Landessynode ist für Februar 2014 geplant. Das neue Parlament ist auf sechs Jahre gewählt.

Die hannoversche Landeskirche zwischen Ostfriesland und Göttingen ist mit rund 2,9 Millionen Mitgliedern die größte evangelische Landeskirche in Deutschland. Sie umfasst etwa drei Viertel Niedersachsens.

Berichterstattung über die Tagung der Landessynode im Internet

Tagungsort

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Das Plenum der Landessynode beim Bericht von Landesbischof Ralf Meister.   Bild: Jens Schulze

Tagungsort ist der

Große Saal der Henriettenstiftung in Hannover
Marienstraße 72-90
30171 Hannover

 

Kirchen stellen Weichen für weitere Zusammenarbeit

Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen stellen die Weichen für ihre künftige Zusammenarbeit. Nach der Braunschweiger Landeskirche befürwortete auch die oldenburgische Landeskirche eine verschlankte Form der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Die in Rastede bei Oldenburg tagende Synode stimmte am Freitag einem entsprechenden Vertrag der fünf Landeskirchen zu. Bis zum Ende der kommenden Woche wollen auch die Landeskirchen von Hannover und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche über die Vorlage entscheiden.

Danach soll ab 2015 unter anderem das Parlament der landesweiten Konföderation ersatzlos wegfallen. Die fünf evangelischen Kirchen repräsentieren zusammen rund vier Millionen Protestanten in Niedersachsen. Sie beraten seit längerem über eine effektivere Zusammenarbeit. 2009 war die Idee, eine einheitliche Kirche für das Bundesland zu bilden, am Widerstand der kleineren Kirchen gescheitert.

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber betonte, seither sei das Vertrauen unter den Nachbarkirchen gewachsen. "Es ist schon ein klein wenig etwas Historisches," lobte er das Votum der Landessynode. Auch der Ratsvorsitzende der Konföderation, Ralf Meister, begrüßte die Entscheidung. "Dadurch werden die guten nachbarschaftlichen Beziehungen verstärkt", sagte der hannoversche Landesbischof am Freitag bei seinem ersten Besuch vor dem braunschweigischen Kirchenparlament in Goslar.

Die Zusammenarbeit der fünf Kirchen werde immer wichtiger, betonte Meister. Die Flüchtlingspolitik oder Fragen zu Atommüll-Standorten wie Gorleben oder der Asse seien gemeinsame Themen der niedersächsischen Kirchen. "Wir brauchen eine offensive, pointierte, klare Strategie." In den vergangenen Jahren hatten Kritiker aus den eigenen Reihen immer wieder bemängelt, dass in der Synode der Konföderation Beschlüsse meistens nur noch abgenickt und zu wenig debattiert würden.

Nach dem Vertrag sollen gemeinsame Kirchengesetze künftig auf die Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehoben oder von den fünf einzelnen Landessynoden beschlossen werden. Der zehnköpfige Rat, dem die leitenden Theologen und Juristen der fünf Kirchen angehören, soll gestärkt werden. Im Jahr 2023 soll ausgewertet werden, ob sich die neue Form der Zusammenarbeit bewährt hat.
Zudem sollen bei der engeren Zusammenarbeit der Kirchen auch Zwischenschritte möglich sein. So haben etwa bereits in diesem Jahr vier von fünf Landeskirchen ein gemeinsames Diakonisches Werk in Niedersachsen gebildet, an dem sich Oldenburg bisher nicht beteiligt.

epd

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