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Höchstes Kirchensteueraufkommen

Tagesthema 11. November 2013

Evangelische Kirche mit Rekordeinnahmen

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Die Einnahmen der evangelischen Kirche sind durch die gute Konjunktur auf Rekordhöhe gestiegen. Dennoch müsse weiter vorsichtig gewirtschaftet werden, hieß es am Montag auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Düsseldorf. Die neue Präses des Kirchenparlaments, Irmgard Schwaetzer, nannte zentrale Themen ihrer Amtszeit bis 2015: Wichtig sei die Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums 2017. Zudem werbe sie für eine andere EU-Flüchtlingspolitik und wolle den Laien mehr Geltung verschaffen.

Mit rund 4,7 Milliarden Euro sei 2012 das bislang höchste Kirchensteueraufkommen erreicht worden, sagte EKD-Ratsmitglied Klaus Winterhoff bei der Einbringung des Haushalts 2014. Auch im laufenden Jahr seit mit einer Steigerung bei den Kirchensteuereinnahmen der 20 Landeskirchen zu rechnen.

Das werde aber nicht so bleiben, unterstrich der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen und verwies auf sinkende Mitgliederzahlen. Deshalb müsse Vorsorge getroffen werden: „Die nach uns kommen, sollen auch ohne Entsetzen im Gesicht den Haushaltsplan studieren können.“ Der EKD-Etat, der aus Umlagen und Zuweisungen der Landeskirchen finanziert wird, hat 2014 ein Volumen von rund 185 Millionen Euro. Im zu Ende gehenden Jahr wies der Haushalt einen Umfang von rund 187 Millionen Euro auf.

Irmgard Schwätzer
Irmgard Schwaetzer. Bild: epd-Bild

Die durch die Finanzaffäre im Bistum Limburg ausgelöste Debatte über Kirchenfinanzen nahm Winterhoff zum Anlass, den anderen Umgang mit Geld in der evangelischen Kirche herauszustellen: „Für eine synodal verfasste Kirche ist das alles nur schwer nachvollziehbar.“ Umso mehr müsse die evangelische Kirche auf Offenheit, Transparenz und Informationen setzen.

Die am späten Sonntagabend zur neuen Synodenpräses gewählte frühere FDP-Politikerin Schwaetzer (71) kündigte an, sich für eine politisch engagierte Kirche einzusetzen, die in der Mitte der Gesellschaft steht. Zu den Anliegen gehöre eine völlig neu ausgerichtete Flüchtlingspolitik der EU. Wichtige Herausforderungen für die evangelische Kirche seien auch entwicklungspolitische Fragen und das kirchliche Arbeitsrecht.

Ein „wirklicher Schatz“, von dem die Gesellschaft auch in der Zukunft leben, seien die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen, betonte die frühere Bauministerin. Allein in der evangelischen Kirche kämen fünf Ehrenamtliche auf einen Hauptamtlichen. Über eine Million Laien übernähmen bei den Protestanten wichtige Funktionen bis hin zu Führungsämtern.

Schwaetzer war am Sonntagabend im dritten Wahlgang in das höchste Laienamt der evangelischen Kirche gewählt worden. Zuvor war der favorisierte frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) überraschend in zwei Anläufen gescheitert - ebenso wie die ehemalige Bremer Richterin Brigitte Boehme. Schwaetzer ist Nachfolgerin von Katrin Göring-Eckardt, die das Kirchenamt zugunsten ihrer politischen Arbeit als Grünen-Fraktionschefin im Bundestag aufgegeben hatte.

Beckstein bleibt Vizepräses der EKD-Synode. Der CSU-Politiker äußerte sich im Radiosender Bayern2 wenig überrascht über seine vergebliche Kandidatur für das Präses-Amt: „Für die Spitze der EKD wäre es sehr ungewöhnlich gewesen, einen religiös Konservativen und politisch Konservativen an der Spitze zu haben“, sagte er. „ie Farbenlehre der evangelischen Kirche ist an der Spitze, dass Rosarot bis Feuerrot vertreten ist und Pastellgrün bis Tiefgrün. Weiß-Blau oder Schwarz war bisher dort nicht vertreten.“

Inhaltliches Schwerpunktthema des zweiten Synodentags war die Überwindung des weltweiten Hungers. Experten forderten mehr Anstrengungen. Nötig seien Investitionen in Infrastruktur sowie Aus- und Weiterbildung in armen Ländern, aber auch Anpassungen in der Landwirtschaft. Der katholische Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck rief die Kirchen zur ganzheitlichen Hilfe für die Armen auf. Handlungsprinzip müsse dabei die Einheit von Hilfe und Verkündigung sein.

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Elisabeth Gräb-Schmidt. Bild: epd-Bild  

Bischof Bedford-Strohm und Theologin Gräb-Schmidt neu im EKD-Rat

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Heinrich Bedford-Strohm. Bild: epd-Bild

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und die Tübinger Theologieprofessorin Elisabeth Gräb-Schmidt sind neue Mitglieder im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der 53-jährige Bedford-Strohm und die 57 Jahre alte Gräb-Schmidt wurden am Dienstag in Düsseldorf bei der Jahrestagung der EKD-Synode in das 15-köpfige Leitungsgremium gewählt.

Bedford-Strohm erhielt bei der Wahl durch die Synode und die Kirchenkonferenz, in der die 20 Landeskirchen vertreten sind, 106 von 132 abgegebenen Stimmen. Auch Gräb-Schmidt erreichte die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich. Auf sie entfielen 112 Stimmen.

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