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Synode diskutiert Welternährung

Tagesthema 10. November 2013

Mehr Anstrengungen im Kampf gegen Hunger gefordert

Welternährung
Unterlagen zum Thema „Welternährung“ auf der EKD-Synode. Bild: epd-Bild

Zu mehr Anstrengungen bei der Überwindung des weltweiten Hungers haben Wissenschaftler und Kirchenvertreter auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Düsseldorf aufgerufen. Das Kirchenparlament befasste sich am Montag unter dem Motto „Es ist genug für alle da“ mit dem Schwerpunktthema Welternährung und nachhaltige Landwirtschaft.

Den Hunger bis 2025 zu überwinden, sei ein ambitioniertes, aber machbares Ziel, sagte der Bonner Agrarökonom Joachim von Braun. Neben Boden- und Wasserknappheit, Bevölkerungsdruck und Armut seien fehlender Zugang zu Markt, Technik und Kapital sowie zu kleine Betriebe die wesentlichen Hungerursachen. Investitionen in Infrastruktur sowie in Aus- und Weiterbildung sieht der Direktor der Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn als wesentliche Faktoren im Kampf gegen Hunger.

Eine Produktivitätssteigerung bei den etwa 450 Millionen Kleinbauern, die unter Hunger litten, sei absolut notwendig für die Erhöhung derer Einkommen, hob Braun hervor. Diese Produktivitätssteigerungen erforderten viel größere Investitionen und Entwicklungsanstrengungen. Um Kleinbauern eine berufliche Zukunft außerhalb der Landwirtschaft zu eröffnen, müssten Jobs in ländlichen Regionen und nicht in den Slums der Megastädte geschaffen werden.

Der Sozialwissenschaftler Alexander Müller betonte, die Fortschritte in der Bekämpfung des Hungers hielten besonders in Afrika nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt. Als globale Herausforderungen nannte Müller, der dem Rat für Nachhaltige Entwicklung angehört, die Zunahme von Fehlernährung und Lebensmittelabfällen. Zur Ernährungssicherung bedarf es dem Wissenschaftler zufolge angesichts der Klimawandels Anpassungen in der Landwirtschaft. Erhöhte Dürregefahr bestehe vor allem in den Regionen, in denen die Bedingungen für eine Steigerung der Lebensmittelerzeugung ungünstig seien.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck rief die Kirchen zur ganzheitlichen Hilfe für die Armen auf. Handlungsprinzip müsse dabei die Einheit von Hilfe und Verkündigung sein, sagte Overbeck für die katholische Deutsche Bischofskonferenz in einem Grußwort vor der EKD-Synode: „Für uns als Christen ist die Sorge um die Hungernden in der Welt handelnde Verkündigung und verkündigendes Handeln.“

Die Kirche dürfe nicht „nur predigen und dann die Menschen hungrig nach Hause schicken“, betonte der Essener Bischof. Wohl organisierte Hilfe bedeute aber auch, nicht nur Brot zu verteilen: „Denn dann bliebe die Gesellschaft, wie sie ist. Sie würde stets von neuem ihre Elendsstrukturen produzieren.“ Kirche sei von ihrem Wesen her verpflichtet, zu helfen, dürfe aber gebotene Hilfe nicht „beziehungslos zur Botschaft Jesu vom Reich Gottes gestalten“. Die beiden großen Kirchen seien sich „ganz nahe in dieser Form von Ökumene, indem wir uns des Hungers in der Welt geistlich und materiell zusammen annehmen“, fügte Overbeck hinzu.

epd

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