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Bild: EMSZ

„Wir können es nicht lassen ...“

Tagesthema 05. November 2013

Ehrenamtliche sind Botschafter der Kirche

Medientag 6
Lars Dörfel. Bild: EMSZ

Der Berliner Kommunikationsexperte Lars Dörfel hat die Kirchen aufgerufen, mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern mehr und besser zu kommunizieren. Informierte Mitarbeiter seien motivierter und könnten Stellung beziehen: „Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirche sind stets auch Botschafter nach außen“, sagte er beim 5. Medientag der hannoverschen Landeskirche in Emden. Die evangelische und die katholische Kirche haben in Deutschland Hunderttausende von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Für eine erfolgreiche interne Kommunikation in einem Unternehmen sei ein Konzept unabdingbar, betonte Dörfel, der als Geschäftsführer die „school of communication and management“ in Berlin leitet. Einer Studie zufolge finden dies 78 Prozent der befragten Unternehmen und Organisationen wichtig. „Doch nur 40 Prozent haben auch eines.“

Medientag 9
Diskussionsrunde. Bild: EMSZ

Der Direktor des Evangelischen MedienServiceZentrums der Landeskirche in Hannover, Christof Vetter, kündigte an, dass derzeit ein neues Kommunikationskonzept für die hannoversche Landeskirche erarbeitet werde. Das Zentrum ist verantwortlich für alle Medienauftritte von Deutschlands größter Landeskirche.

Dörfel empfahl der Kirche eine andere Unternehmenskultur. Informationen dürften nicht mehr bloß von oben über alle Entscheidungsebenen nach unten weitergeben werden. Zu oft kämen die Botschaften wie bei der „Stillen Post“ nur noch entstellt bei den Mitarbeitenden an. „Der wichtigste Punkt bei der internen Kommunikation ist das persönliche Gespräch.“

Viele Organisationen vertrauten zu sehr auf die Technik und internetbasierte Werkzeuge zur internen Kommunikation, bis hin zu einer Art Facebook für die Beschäftigten. Anfangs beteiligten sich noch viele Menschen an solchen Projekten, doch spätestens nach einigen Wochen tummelten sich in diesen Intranetzen nur noch wenige Experten. „Die Leute müssen wissen, welchen Vorteil sie haben, wenn sie diese Instrumente nutzen“, erläuterte Dörfel.

epd

Medientag der Landeskirche Hannovers in Emden

Medientag 1
Landesuperintendent Detlef Klahr hält zu Beginn des Medientages eine Andacht: "Wir können es nicht lassen, davon zu reden." Bild: EMSZ

Der fünfte Medientag der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers fand im Sprengel Ostfriesland statt. Rund 60 Mitarbeitende in der Öffentlichkeitsarbeit der Kirchenkreise, der Sprengel und der Landeskirche, Vertreter des Lutherischen Verlagshauses Hannover, des Evangelischen Kirchenfunks und des Evangelischen Pressedienstes Niedersachsen kamen in der Martin-Luther-Kirche und im Martin-Luther-Gemeindezentrum in Emden zusammen. Der Medientag findet einmal im Jahr in einem der sechs Sprengel oder in Hannover statt.

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr hielt zu Beginn eine Andacht in der Martin-Luther-Kirche. Er sprach über das Bibelwort, das Thema des Medientages war: „Wir können nicht lassen, davon zu erzählen, was wir gesehen und gehört haben.“ Klahr sagte, „so erging es den Jüngern Jesu und nicht anders geht es uns, wenn wir von unserem Glauben erzählen“, und er fragte, „wie würde die Welt aussehen, wenn sie nicht davon erzählt hätten, was sie mit Jesus erlebt haben?“

Medientag 5
Arend de Vries. Bild: EMSZ

Auf den Auftrag zur kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit wies der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, in seiner Begrüßung im Gemeindezentrum hin: „Wer vom Evangelium gepackt ist, kann nicht anders, als davon zu erzählen.“

In diesem Jahr wurden ein Impulsvortrag, eine Podiumsdiskussion und sechs Workshops zum Thema „Interne Kommunikation“ veranstaltet. Den Vortrag hielt der Geschäftsführer der „school for communication and management“ (scm), Lars Dörfel aus Berlin. Er stellte sieben Herausforderungen der internen Kommunikation im Spannungsfeld zwischen Transparenz, Medienwandel und Veränderungsprozessen einer Organisation heraus.

Im anschließenden Podiumsgespräch mit Lars Dörfel, Anke Pätsch vom Bundesverband Deutscher Stiftungen, Melanie Stöhr, Vorstand und Geschäftsführerin von Greenpeace, und Christof Vetter, dem Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen, wurde deutlich, dass Kirche als Organisation nicht vergleichbar mit anderen Organisationen sei. In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit ihren 2,8 Millionen Mitgliedern arbeiten rund 110.000 ehrenamtlich und 32.000 beruflich Mitarbeitende. Die Frage nach der internen Kommunikation sei in der Landeskirche Hannovers noch nicht beantwortet, so Vetter. Deswegen habe die Landessynode beschlossen, dass dafür eine Konzeption entwickelt werden soll. 

Hannegreth Grundmann