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Bild: Anja Reuper

Start ins Studium: Glaubenswege begleiten

Tagesthema 20. September 2013

Im Rahmen der Einführungswoche für 46 Erstsemester des Studiengangs „Religionspädagogik und Soziale Arbeit“ bei der Hochschule Hannover; Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales wurde unter anderem auch das Buch "Glaubenswege begleiten" von Anna-Katharina Szagun mit einer Podiumsdiskussion vorgestellt.

Neue Wege zum Glauben

„Es ist eine hohe Kunst, ein Buch so zu schreiben, das man intensiv neugierig wird auf das Leben dieser Kinder“, lobte Landesbischof Ralf Meister bei der Buchpräsentation von Anna Katharina Szagun. In der Fakultät Diakonie, Gesundheit und Soziales der Hochschule Hannover stellte die emeritierte Professorin vor rund 100 Studenten und Religionspädagogen ihr neues Buch „Glaubenswege begleiten – Neue Praxis religiösen Lernens“ vor. Neugierig mache das Buch, so Ralf Meister, nicht nur auf die eigene Geschichte, man wird auch neugierig auf die Geschichte der Kinder in diesem Buch.

Entstanden ist die Neuerscheinung vor dem Hintergrund der Ergebnisse einer Langzeitstudie zur religiösen Entwicklung. In ihrer aktuellen Publikation zeigt und erklärt Anna Katharina Szagun wie junge Generationen heute Zugang zu Bibeltexten und Traditionen finden können, denn Glaube im Sinne von Gottvertrauen ist eine wichtige Ressource, die Kindern und Jugendlichen gerade in der heutigen Zeit Halt im Leben vermitteln kann. Doch die Inhalte der christlichen Religion sind vielen Mädchen und Jungen fremd geworden. Das Werk enthält eine Fülle von kreativen Anregungen für die Praxis in Unterricht und Gemeinde, es liefert ein breites Spektrum an Unterrichtshilfen wie Phantasiereisen, Anspiel- und Hörszenen, Krippenspiel und vieles mehr. Es liefert aber auch grundlegende neue Einsichten zur religiösen Entwicklung von Kindern. Mit ihrem Werk, das im lutherischen Verlagshaus erscheint, spricht sie alle an, die Kinder und Jugendliche auf ihrem „Weg des Glaubens“ begleite. Dazu begleitete und befragte sie im Rahmen einer Langzeitstudie über vier bis elf Jahre 55 Probandinnen in Rostock. Hierzu arbeitete die heute 73-Jährige, die nach wie vor selbst Konfirmandenunterricht erteilt, mit Materialcollagen, suchte den Zugang zur Gottesfragen über Metaphern. Gleichzeitig thematisiert die Autorin grundsätzliche Fragen der religiösen Entwicklung und regt die Leserinnen und Leser an, sich der eigenen religiösen Biografie bewusst zu werden „Wie war das eigentlich bei mir? Wer oder was hat mich geprägt? Was ist mir an Inhalten und Methoden noch lebendig in Erinnerung?“ – diese und andere Fragen wirft sie in ihrem einleitenden Teil auf.

„Mit dem Buch möchte ich aufzeigen, wie schwierig es ist, mit Kindern in Kontakt zu kommen und Lust machen, mit ihnen neue Wege zu gehen, um dann mit den Kindern nach dem Schatz in den irdenen Gefäßen zu suchen“, sagte Anna Katharina Szagun im Rahmen der im Rahmen der Gesprächsrunde, die sich der Präsentation anschloss.

Kinder sind bereit sich auf Gott einzulassen, wenn ihnen der Gottesgedanke nahe gebracht wird und Kinder greifen dabei die Vorgaben bedeutsamer Bezugspersonen auf und entfalten diese kreativ, das bedeutet: Ihre Modelle und deren religiöse Heimat sind zentral wirksam, sagte sie in ihrem Impulsvortrag, Bei Kindern aus frommen Familien sei die Gottesbeziehung das Primäre. Kinder aus neutralen Familien tatsteten sich über das Gottesverständnis heran.

Die Unsichtbarkeit Gottes ist das Erste an das die Kinder denken, berichtete Szagun aus ihren Untersuchungen. Das Raumschiff sei für Kinder ein Mittel, mit dem Gott einen guten Überblick habe und überall schnell hin könne, erklärt sie die Sichtweise der Kinder. Formulierungen in Gottesdiensten würden von Kindern vielfach missverstanden. Werde vom Heiligen Geist gesprochen, so löse das beim Kind oft das Bild eines Gespenstes aus, den mit Geist verbinden Kinder vielfach den Begriff des Gespenstes, erklärte sie das Verständnis der Kinder. Auch die Formulierung „aufgefahren in den Himmel“ sei schwierig. Kinder fragten sich, ob dazu ein Hubschrauber oder ein Ballon nötig sei. „Die einen verlieren wir möglicherweise, durch selbst gebaute Sackgassen, die anderen, weil sie keinen Ansprechpartner in den Gemeinden finden“, mahnte die Autorin.

Dabei sei die persönliche Begleitung für den Glaubensweg sehr prägend, berichtete der Student Mitja Matuttis im Rahmen der Gesprächsrunde aus seiner praktischen Erfahrung innerhalb der Ausbildung. Er erinnerte sich dabei an eine Freizeit, bei der ein Jugendlicher spontan den Wunsch nach einer sofortigen Taufe verspürte und äußerte. Die Gruppe habe ihm diesen erfüllt, in dem sie intensiv einen Pastor suchte und fand, der dem Jugendlichen vor Ort die Taufe ermöglichte.

Von Anja Reuper (Evangelische Zeitung)

Das neue Buch

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Cover

„Glaube im Sinne von Gottvertrauen ist für mich eine Ressource gleich einem Wasserstrom unter dem Wüstenboden.“ Die Autorin möchte Heranwachsende ermuntern, selbst „nach dem Wasser des Lebens zu schöpfen“. Das Buch richtet sich an alle Menschen, die Heranwachsende auf ihrem Weg mit dem Glauben begleiten. Wer sein religionspädagogisches Handeln neu überdenken möchte, findet im ersten Teil des Buches eine theoretische Reflexion des Ansatzes von der „Anleitung zum Wasserschöpfen“.

Eine anschauliche Darstellung der Rostocker Langzeitstudie „Gottesverständnis und Gottesbeziehung von Kindern“ zeigt, wie mit kreativen und empirischen Methoden erhoben werden kann, welche Voraussetzungen die Kinder eigentlich mitbringen, die „Begleitpersonen“ anvertraut werden.

• Anleitungen für den religionspädagogischen Alltag mit Übungen
• Formen und Traditionen der „Frömmigkeitspraxis“ näherkommen
• Die Bibel als Quelle entdecken
• Symbole, Begriffe, Glaubensaussagen erschließen
• Beispiele und Fotos für die Praxis

Über die Autorin
Dr. Anna-Katharina Szagun geb., 1940, war als Lehrerin tätig, ehe sie an die Universität überwechselte. Von 1992-2005 wirkte sie als Professorin für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Den Mittelpunkt ihres wissenschaftlichen Interesses bildet die religiöse Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. 1973–2013 in Hamburg als Lehrerin tätig.

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Ihre Meinung - Ihre Erinnerung

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Bild: misterQM / photocase.com

Sich der eigenen religiösen Biografie bewusst zu werden: „Wie war das eigentlich bei mir? Wer oder was hat mich geprägt? Was ist mir an Inhalten und Methoden noch lebendig in Erinnerung?“ – diese und andere Fragen wirft Anna-Katharina Szagun in ihrem einleitenden Teil auf.

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Die Tutoren der Erstsemester

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Tutoren der Einführunswoche für die Erstemester: Tutoren der Religionspädagogik (von links nach rechts). Niklas Nadolny, 23 Jahre alt, 5. Sem., Maren Waldvogel, 19 Jahre alt, 3. Sem., Wanda Gödeke, 23 Jahre alt, 5. Sem., Luke Stichternath, 21 Jahre alt, 3. Sem. Alle studieren Religionspädagogik & Soziale Arbeit. Bild: HkD

„Wir als Tutoren der Religionspädagogik finden die Einführungswoche für die Erstsemester wichtig und sehen diese als Chance, den Erstsemestern an unserer Fakultät einen guten Start ins Studium zu ermöglichen. Mit unserem individuellen und abwechslungsreichen Programm gibt es viele Gelegenheiten um sich kennen zu lernen, Gemeinschaft zu erleben und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Wir haben unsere damalige Einführungswoche dankbar angenommen und möchten nun als Tutoren genau dieses auch den jetzigen neuen Studierenden schenken“.

Studiendekanin der Fakultät

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Professorin Nicole Piroth  

"Wir freuen uns sehr über die 43 Erstsemester, die diese Woche ihr Studium in unserem Bachelor-Studiengang 'Religionspädagogik und Soziale Arbeit' beginnen. Der achtsemestrige Zwei-Fächer-Studiengang startete im Jahr 2010 an der Hochschule Hannover und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Dieses Jahr haben sich über 200 Studieninteressierte mit dem Berufsziel Diakon/in und Sozialarbeiter/in auf die vorhandenen Studienplätze beworben. Neben guten Noten erhöhte vor allem ein ehrenamtliches kirchliches Engagement vor Studienbeginn die Chance auf einen Studienplatz. Ich freue mich bereits auf die persönliche Begegnung mit unseren Studienanfängerinnen und Studienanfängern in meinen Seminaren und wünsche allen einen guten Start in einen spannenden neuen Lebensabschnitt!"  

Professorin Nicole Piroth, Studiendekanin

Die Landeskirche

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Dietmar Rehse  

„Gerade im Moment suchen viele Gemeinden vergeblich nach einem Diakon/in für ihre offene Stelle. Erfreut nehmen wir als Landeskirche zur Kenntnis, dass sich aktuell so viele junge Leute für dieses Berufsfeld interessieren. Wir hoffen sehr, dass nach erfolgreichem Studium diese auch Interesse haben, in der Landeskirche zu arbeiten. Kirchengemeinden und Kirchenkreise brauchen berufliche Mitarbeiter/innen, die den Sozialraum in den Blick nehmen und die diakonische Verantwortung von Kirchengemeinden wach halten und wahrnehmen. Das von der Synode beschlossene Programm zur Förderung von Stellen für 5 Jahre wird sicher dazu beitragen, dass junge Menschen gerade für den Berufseinstieg eine gesicherte Perspektive finden“.

Oberkirchenrat Dietmar Rehse, Landeskirchenamt, zuständig für Personalentwicklung u.a. Diakone und Diakoninnen

www.diakon-werden.de

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Hartmut Reimers  

„Biografischen Passagen zwischen Studieninteresse, Studienbeginn, Studium und kommenden Arbeitsmarkt brauchen Kontaktflächen, Verbindungen und nachhaltige Begegnungen. Dafür will ich einstehen und häufig an der Hochschule präsent sein. An dieser Fakultät gibt es keine Kuschelgemeindepädagogik. Sondern: Handfesten Stoff, für Kirche und Gesellschaft von morgen. Diese Studierenden, auch dieses Jahrganges, werden mit ihrem kommenden Studienabschluss auf dem Arbeitsmarkt in der Landeskirche eine gewichte Rolle spielen“.

Hartmut Reimers, Diakon. Er ist seitens der Landeskirche mit der diakonisch-pädagogische Nachwuchsarbeit beauftragt

Interaktive Netz-Seite: Diakon-werden.de