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NEULAND nominiert für die Kategorie 'Innovation'. YEAH-Award 2013 in Osnabrück. Bild: Ulf Pankoke

 

Nominiert, aber nicht gewonnen

Tagesthema 14. September 2013

Die Nominierung war die Auszeichnung
NEULAND gehörte zu den Nominierten

Zu den 15 nominierten Produktionen des europäischen Musikpreises für ungewöhnliche Musikformate, dem "Yeah-Award"gehörte auch das Projekt "NEULAND - Kirchenmusik an ungewöhnlichen Orten". In der Initiative der hannoverschen Landeskirche traten Musiker bei unangekündigten und teils interaktiven Konzerten an 78 öffentlichen Orten auf. Ziel war es, Menschen möglichst niedrigschwellig mit Kirchenmusik in Berührung zu bringen. 

Projekte für Babys und Hörgeschädigte gewinnen Musikpreis

Zwei Musikprojekte für Babys und hörgeschädigte Kinder sowie Wohnwagen-Konzerte der Göteborger Sinfoniker gehören zu den Preisträgern des europäischen Musikpreises für ungewöhnliche Musikformate, dem "Yeah-Award". 15 Musikensembles waren für den mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Preis nominiert, den die niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) am Sonnabend im Osnabrücker Schloss verlieh.

An dem Wettbewerb hatten sich 136 Initiativen aus ganz Europa beteiligt. Sie hatten in den vergangenen Tagen während eines Festivals in Osnabrück in Konzerten, Werkstätten, Podien und einer Projektbörse ihre Aufführungsformen vorgestellt. "Yeah" versteht sich als Arena für junge Musikformate. Der Preis wurde vom "Netzwerk Junge Ohren" initiiert.

 In der Kategorie "Performance" teilten sich vier Gruppen die Preise. Die Göteborger Sinfoniker hatten Vorschulkinder eingeladen, die Musiker und ihre Instrumente jeweils in 32 Wohnwagen kennenzulernen. Das Ensemble "Musikalmente" aus Leiria in Portugal sprach mit besonderen Mitmach-Konzerten vor allem Babys, Kleinkinder und deren Eltern an. Außerdem gehörten eine Percussion-Gruppe aus Luxemburg und eine Inszenierung über das Leben von John Cage aus Antwerpen zu den Gewinnern.

In der Kategorie "Process" gewann das internationale "Mahler Chamber Orchestra", das Musik-Workshops für hörgeschädigte Kinder initiiert. Das Kammerorchester teilt sich die Auszeichnung mit einem Ensemble aus Essen. Es hat ein Projekt für Grundschüler entworfen, das Klaviermusik mit Pantomime zusammenbringt.

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Mehr über den YEAH-Award

Neuland entdeckt

Im Themenjahr "Reformation und Kirchenmusik 2012" hat die Kirchenmusik den vertrauten Kirchraum verlassen und sich an Orte des öffentlichen Lebens begeben: Kirchenmusik hat Neuland entdeckt.

Die Kirchenmusik ging damit phantasievoll auf die Menschen zu und überraschte mit im Alltags- oder Freizeittrubel durch besondere Begegnungen mit Musik. Die vielfältigen Aktionen und ungewöhnlichen Performances mit Gospel- und Kirchenchören, mit Kinder- und Jugendkantorei, mit Bläserensembles, einem Gesangssolisten am Harmonium und einem interaktiven Glockenstuhl eröffneten musikalische Erfahrungsräume und boten einen leichten, spielerischen Zugang zu traditioneller und zeitgenössischer Kirchenmusik.

Von Ende April bis Mitte Juli fanden 39 Aktionen im öffentlichen Raum und 9 Anschlusskonzerte in Kirchen in der gesamten Landeskirche Hannovers statt, die den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft auf erfrischende Art anregten und belebten.

Auf den Seiten können Sie sich Filme, Fotos und Artikel anschauen, die in Bild und Ton von diesem außergewöhnlichen Musikprojekt erzählen.
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Der YEAH! Award ist in Osnabrück erfolgreich über die Bühne gegangen. Endlich ist das Geheimnis gelüftet: sechs Produktionen konnten Trophäe und Preisgeld mit nach Hause nehmen. Bild: netzwerk junge ohren  

Haben Sie NEULAND erlebt?

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Bild: misterQM / photocase.com

Erzählen Sie, was Sie mit NEULAND erlebt haben - in einer der vielen Stationen? Oder mit den vielen Filmen im Netz? Oder jetzt neu entdeckt wegen der Preisverleihung. Erzählen Sie Ihre Erfahrungen mit Kirchenmusik...

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Was bedeutet Ihnen die Nominierung von „Neuland“ für diesen Preis?

Die Nominierung ist eine große Freude – nicht nur für mich, sondern auch für die rund 180 Mitwirkenden und die starken Förderpartner, die NEULAND ermöglicht haben. Es ist schön, dass das Konzept in all seinen Facetten wahrgenommen und honoriert wird. Über den YEAH! Award kann sich Kirchenmusik nun wiederum in einem neuen Rahmen präsentieren. Jenseits von herkömmlichen Klischees zeigen wir hier, dass Kirchenmusik genauso wie weltliche Kultur- und Bildungsträger Vordenker und Impulsgeber sein kann.
 
 „Neuland“ hat Menschen an den verschiedensten Orten mit Konzerten überrascht. Was hat Sie persönlich an diesem Projekt am meisten überrascht?
Neben aller Begeisterung, Spielfreude und der großen Anteilnahme hat mich besonders die intensive Gesprächskultur beeindruckt. Ich war überrascht, wie viele Besucher das Angebot zum Dialog genutzt, ja sogar gesucht haben. Menschen aller Generationen, verschiedener Milieus und auch verschiedener Kulturen haben nicht nur miteinander musiziert, sondern sind auch ganz selbstverständlich ins Gespräch gekommen – über die gemeinsame Aktion und über Kirchenmusik und Kirche im Allgemeinen.
 
Das Programm Ihrer unangekündigten Konzerte war auf das Jahr 2012 begrenzt. Wie leben diese vielen Momente der Begegnungen mit „Neuland“ auch jetzt noch weiter?
Die 13 Festivalwochen sind bis heute auf ganz unterschiedliche Weise lebendig geblieben: durch die Projektpräsentationen auf verschiedensten Kongressen und Tagungen, durch Seminaranfragen aus anderen Landeskirchen und auch durch musikalische Aktionen in der Fläche, die sich von NEULAND haben inspirieren lassen. Ganz besonders freue ich mich über das just erschienene Buch „Neuland. Begegnungen mit Musik“, in dem die Geschichten nicht nur weiterleben, sondern im Arrangement aus Worten und Bildern wiederum ein Neues entstanden ist, das die faszinierende Vielfalt der Kirchenmusik sinnlich erfahrbar macht.