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Bild: epd-Bild/Nigel Treblin

450 Jahre St. Marien

Tagesthema 13. September 2013

Älteste frei stehende evangelische Kirche feiert Jubiläum

Die St. Marienkirche in Hämelschenburg bei Hameln feiert an diesem Sonntag und am 15. September ihr 450-jähriges Bestehen. Die Kirche sei auch heute noch geprägt von einem sehr lebendigen Gemeindeleben, sagte Kirchenvorsteherin Christine von Klencke dem epd. Christine von Klencke hat nicht nur in ihrer Kirchengemeinde Verantwortung übernommen, sondern sie engagiert sich auch in der Landeskirche als Mitglied der Landessynode als Vertreterin der Landessynode sitzt sie im Kirchensenat.

Der 1563 errichtete gotische Kirche gilt deutschlandweit als ältester frei stehender evangelischer Kirchenneubau nach der Reformation.

Anlässlich des Jubiläums können Besucher originale Steine mit eingemeißelter Jahreszahl zugunsten des Kirchbaus erwerben, sagte Pastor Detlef Richter. «Geschichte wird so mit den Händen greifbar.» Die Brocken mussten einer neuen Kirchentür weichen, denn der ursprüngliche Eingang von 1563 sei durch die Nähe zu einer Straße zu gefährlich geworden.

Die insgesamt älteste evangelische Kirchenneubau ist die Schlosskirche in Torgau in Nordsachsen, die 1544 von Martin Luther (1483-1546) eingeweiht wurde. Sie sei aber an das Schloss angebaut und nicht frei stehend, betont Pastor Richter. Zuvor hatten die Protestanten katholische Kirchen übernommen und in der Reformationszeit umgewidmet. Später begannen evangelische Adelige, Neubauten zu errichten.

Rund 90 Gemeindemitglieder wollen anlässlich des Jubiläums an diesem Sonntag die Geschiche der Kirche in Hämelschenburg mit einem Theaterstück nachspielen.

Am 15. September predigt der hannoversche Landesbischof Ralf Meister in einem Festgottesdienst in der St. Marienkirche. Im Anschluss feiert die Gemeinde ein interkulturelles Musikfest mit rund 17 Tanz- und Musikgruppen aus dem Weserbergland.

epd

Schloss Hämelschenburg

Das Schloss Hämelschenburg in Emmerthal im Weserbergland zwischen Hameln und Bad Pyrmont gilt als das Hauptwerk der Weserrenaissance und bildet mit seinen Kunstsammlungen, Gartenanlagen, Wassermühle, Wirtschaftsgebäuden und der Kirche eine der schönsten Renaissanceanlagen Deutschlands. Es ist wesentlicher Bestandteil der Straße der Weserrenaissance und liegt am Niedersachsenweg.

Zwischen 1409 und 1414 erbauten die Grafen von Everstein auf dem Berg Woldau über dem Tal der Emmer die Burg Hemersen, die ab 1437 in den Besitz der Ritterfamilie Klencke überging, die aus Thedinghausen stammt und dort bis in das Jahr 1260 zurückverfolgt werden kann. 1487 geriet die Burg in die Große Stadtfehde und damit in die Gegenpartei der Welfen. Sie wurde unter Herzog Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg zerstört. Danach ließ die Ritterfamilie Klencke die Burg Hemersen wieder aufbauen. Der ab dann geführte Name Hämelschenburg entstand aus Dialektveränderungen des ursprünglichen Namens Hemersenburg, der wiederum aus dem Herrmann sin Burg nach Herrmann von Everstein entstanden war. 1544 brannte die gesamte Anlage, einschließlich der tiefer gelegenen Schlosskirche, vollständig nieder.

1588 ließen Jürgen Klencke (1551–1609; gedient am Grafenhof zu Nienburg/Weser und als Söldner zum Rittmeister empor gestiegen) und seine Frau Anna von Holle, hochgebildete Nichte des Lübecker Bischofs Eberhard von Holle aus Verden und des Oberst Georg von Holle, die Hämelschenburg als Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance an neuem Standort unmittelbar am Flusslauf der Emmer neu erbauen.

Aus: Wikipedia

Zur Internetseite Schloss Hämelschenburg

Ein glühender Nagel ist schuld

Ein glühender Nagel sorgte vor 450 Jahren für eine kirchengeschichtliche Premiere: Als er 1544 einem Schmied ins Stroh fiel, standen bald darauf der Gutshof Hämelschenburg bei Hameln und die nahe gelegene Kirche in Flammen. Fast das ganze Dorf und die katholische Kirche St. Marien brannten nieder. An ihrer Stelle errichtete der neue Gutsbesitzer Ritter Ludolf von Klencke 1563 den ersten frei stehenden evangelischen Kirchenneubau nach der Reformation.

Etwa 90 Gemeindeglieder spielen zum Jubiläum die bewegte Kirchengeschichte in einem Theaterstück nach