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Schule beginnt

Tagesthema 04. August 2013

Jugendschutz sieht immer stärkeren Stress bei Schulkindern

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Mein erster Schultag Bild: epd-Bild

Die Landesstelle Jugendschutz in Niedersachsen hat vor zunehmenden Stress-Belastungen bei Schulkindern gewarnt. „Wir beobachten immer öfter, dass bereits Abc-Schützen mit auffälligem Verhalten auf den Druck reagieren, der an sie herangetragen wird“, sagte Mitarbeiterin Traudel Schlieckau in Hannover. Zum Teil werde die Gesundheit des Nachwuchses dem Wunsch der Eltern nach guten Zensuren und einem möglichst hohen Bildungsabschluss geopfert.

„Hinter dem Spruch 'Du sollst doch mal Abitur machen' verstecken sich oft die Zukunftsängste der Eltern“, sagte Schlieckau. Wenn die Kinder dann bereits zum Start der Schulkarriere nur mittelmäßige Zensuren nach Hause brächten, komme es schnell zu einem Teufelskreis aus elterlicher Angst und kindlichem Stress. „Das grundlegende Problem ist dann leider nicht mehr mit einfachen Entspannungsübungen zu lösen.“

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Mit Schultüte. Bild: epd-Bild

Schlieckau sprach sich für alternative Bewertungsmethoden neben Zensuren aus. „Kinder wollen gerne bewertet werden, aber mit einer Zahl auf einem Stück Papier ist ihnen wenig geholfen.“ Ausformulierte Bewertungen in einzelnen Fächern könnten helfen, Stärken weiter auf- und Schwächen abzubauen. Sie seien aber schwieriger untereinander vergleichbar. „Das richtige Maß zu finden gleicht einer Gratwanderung.“

Lehrer könnten nur bedingt auf den Stress ihrer Schüler reagieren. „Die Klassen sind meist noch zu groß“, sagte Schlieckau. „Eine Lehrkraft stößt da schnell an ihre Grenzen bei der Förderung einzelner Kinder.“ Viele Pädagogen seien dennoch sehr für das Thema Stress sensibilisiert. Eltern und Lehrer sollten daher nach Ansicht der Expertin gemeinsam nach Lösungen suchen.

Die Politik müsse für bessere Rahmenbedingungen in den Schulen sorgen, forderte Schlieckau weiter. „Seit der Abschaffung der Orientierungsstufe beginnt der Leistungsdruck ab dem ersten Schultag, das ist so nicht hinnehmbar.“ Die Expertin plädierte für kleinere Klassen und mehr gut ausgebildetes Lehrpersonal.

epd

Diakonie fordert bessere Unterstützung bedürftiger Schulkinder

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Schulkinder aus armen Familien erhalten nach Ansicht des hannoverschen Diakonie-Direktors Christoph Künkel noch zu wenig Hilfe vom Staat. „Wir setzen uns weiter dafür ein, dass von Armut betroffene Kinder und Jugendliche gerechte Bildungschancen erhalten“, sagte Künkel. Dazu gehöre auch, dass die realen Kosten für eine gute Bildung bezahlt würden.

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Landesbischof Meister verschenkt Schutzengelfiguren
Leitender Bremer Theologe betont Spaß am Lernen

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 Schutzengel als Symbol. Bild: Jens Schulze

Rund 30.000 kleine gelbe Schutzengel will der hannoversche Landesbischof Ralf Meister zu Beginn des neuen Schuljahres an Schulanfänger verschenken. Die Reflektorfiguren für die Schulranzen sollen den Schulweg der Abc-Schützen begleiten und dafür sorgen, dass sie im Straßenverkehr gesehen würden, teilte die hannoversche Landeskirche mit. Bremens leitender Theologe Renke Brahms betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, Zuversicht zur Einschulung zu vermitteln: „Lernen soll Freude machen.“

Meister startet die Aktion bereits zum dritten Mal. Auf Begleitkärtchen findet sich der Spruch: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf deinem Weg.“ Die Aktion wird auch in Zusammenarbeit mit der Polizei organisiert. „Uns verbindet der Wunsch, Kinder und Eltern bei dem Lebensschritt Schulanfang zu unterstützen“, sagte Meister. Dafür stünde der Gruß an die Kinder genauso wie Aktionen zur Verkehrssicherheit. „Kinder sind das Sinnbild der Hoffnung Gottes für uns.“

Die rund 1.300 Kirchengemeinden der hannoverschen Landeskirche zwischen Hann. Münden und Cuxhaven wollen die Engel in Schulanfänger-Gottesdiensten verteilen. Auch in der Bremischen Evangelischen Kirche gibt es vielerorts Schulanfänger-Gottesdienste. Sie finden fast alle am 10. August statt.

Die Einschulung sei ein tiefer Einschnitt für Kinder und Eltern, sagte Brahms als theologischer Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche dem epd. Die Gottesdienste wollten dabei helfen, diesen Übergang gut zu gestalten. „In den Feiern wird deutlich, dass wir in erster Linie von dem leben, was wir geschenkt bekommen, wie Zuwendung und Liebe - und auch die Liebe Gottes.“

epd

Mehr über die hannoversche Aktion zum Schulanfang

Mein erster Schultag

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„Mein erster Schultag“ ist mehr als nur ein Erinnerungsfoto in den Alben unserer Kindheit. Schulisch und vor allem familiär ist dieser Tag mittlerweile ein Festtag, der sehr bewusst begangen wird. Landesbischof Ralf Meister erinnert sich an seinen ersten Schultag.