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"Frühstück ans Bett"

Tagesthema 11. Mai 2013
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Erholung für Mutter und Kind. Auszeiten sind wichtig für ein intaktes Familienleben. Bild: epd-Bild
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Blumen zum Muttertag sind auch schon bei den kleinen Kindern ein beliebtes Geschenk. Bild: epd-Bild
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Ein liebevoll gestalteter Frühstückstisch mit Blumen zum Muttertag. Bild: epd-Bild

Stichwort: Muttertag

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Der Muttertag stammt aus den USA. Die Initiative geht auf die Pfarrerstochter Anna Marie Jarvis zurück, die damit ein Anliegen ihrer 1905 verstorbenen Mutter umsetzte. Die Idee verbreitete sich bald in den ganzen Vereinigten Staaten. Die methodistische Kirche in West Virginia, der Jarvis angehörte, führte den Muttertag 1912 als Feiertag ein, 1914 wurde er vom Kongress der Vereinigten Staaten anerkannt. In Deutschland machte der Blumenhändlerverband den Muttertag ab 1922 durch eine großangelegte Werbekampagne bekannt. Adolf Hitler erhob den Muttertag 1934 zum nationalen Feiertag, weil er aus seiner Sicht zum Ideal der arischen und kinderreichen Mutter passte.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges haftete dieser Makel aus der NS-Zeit dem Muttertag zunächst noch an. In der neu gegründeten Bundesrepublik erhielt der Gedenktag den Status eines nicht-offiziellen Feiertages, der vor allem den Blumenhändlern zu Gute kommt. Die Blumengeschäfte dürfen in der Regel am zweiten Maisonntag öffnen. Im Jahr 2012 wurden einer Statistik zufolge in der Woche vor dem Feiertag rund 120 Millionen Euro für Schnittblumen ausgegeben.

Die Einstellungen zum Muttertag in Deutschland sind zwiegespalten. Einerseits empfinden ihn viele Mütter als altmodisch. Andererseits freuen sich fast genauso viele über die Anerkennung ihrer Arbeit - und sei es nur an diesem einen Tag im Jahr.

Viele Familien bringen der Mutter am Muttertag das Frühstück ans Bett, singen ihr Ständchen und übernehmen die Hausarbeit. In den Wochen vor dem Muttertag basteln die Kinder in den Schulen und Kindergärten Geschenke. In Österreich wird der Muttertag ebenfalls seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gefeiert. In der Schweiz konnte er sich erst einige Jahre später durchsetzen. In der DDR gab es keinen Muttertag.