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Foto: Jens Schulze / epd-Bild

"Ein Stück vom Himmel"

Tagesthema 23. März 2013

Gespräch über "Wort halten"

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Medieninteresse: Landesbischof Ralf Meister und Abt Horst Hirschler bei der Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten "Loccum 2013". Bild: Dethard Hilbig

„Wort halten“ lautet das Leitmotiv zum 850-jährigen Bestehen des Klosters Loccum. Dabei werden Versprechen oft gebrochen – nicht nur in der Politik, auch das Jawort vor dem Traualtar hat angesichts der hohen Scheidungsraten offenbar an Kraft verloren. Was bedeutet „Wort halten“ für unseren Alltag? Fragen von Karin Dzionara an D. Horst Hirschler, Abt zu Loccum, und Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Das Kloster hat auch nach 850 Jahren Zukunft

Ein Stück Ökumene

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Christus segnet Bernhard von Clairvaux und Martin Luther. Bild: Dethard Hilbig

Jeweils knapp über 400 Jahre war das Kloster in Loccum katholisch und evangelisch-lutherisch. Ein Symbol für die Geschwisterlichkeit ist die Statue des Segnenden Christus in der Klosterkirche in Loccum.

Buntes Programm bis zum 31. Oktober

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"Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee; er lässt seinen Wind wehen, da taut es." Psalm 147 zitierte Landesbischof Ralf Meister zu Beginn seiner Predigt. Bild: Dethard Hilbig

Das evangelische Kloster Loccum bei Nienburg feiert in diesem Jahr sein 850-jähriges Bestehen. Bis Ende Oktober sind im Kloster mehrere Hundert Veranstaltungen geplant, darunter eine Lesung mit dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Das Jubiläum steht unter dem biblischen Motto „Wort halten“. Die Initiatoren erwarten mindestens 150.000 Besucher.

Zisterzienser-Mönche aus Volkenroda in Thüringen gründeten 1163 das Kloster. Die Geschichte ist in der wertvollen Klosterbibliothek mit 80.000 Bänden dokumentiert, deren Bestände lückenlos bis ins Gründungsjahr zurückreichen. Um 1600 wurde das Kloster evangelisch. Gemeinsam mit dem Kloster Maulbronn in Baden-Württemberg gilt Loccum als besterhaltenes Zisterzienser-Kloster nördlich der Alpen. Die Klosterkirche wurde zum Jubiläum für 3,3 Millionen Euro grundlegend saniert. Zudem erhielt die Kirche für rund eine Million Euro eine neue Orgel. Das Geld dafür stammt von Sponsoren.

Das Festprogramm umfasst mehr als 100 Musik- und Literaturveranstaltungen und 650 Klosterführungen. Der Gesamtetat liegt bei rund 500.000 Euro, die ebenfalls von Sponsoren kommen. Jeden Tag werden zu festen Zeiten drei Andachten gefeiert. Auf einer Wiese am Kloster entsteht zeitlich befristet ein großes Klostercafé. Erstmals seit Jahrzehnten wird von März bis Oktober 2013 eine Buslinie direkt von Hannover nach Loccum führen.

Die nächsten Höhepunkte:

  • Karfreitag, 29. März - 15 Uhr: Zum Auftakt der Reihe Loccum: CANTATE präsentiert der Knabenchor Hannover gemeinsam mit der Hannoverschen Hofkapelle die Markus-Passion (BWV 247) von Johann Sebastian Bach in der Stiftskirche des Klosters.
    Die nur als Fragment vorliegende Markus-Passion wird in einer rekonstruierten englischen Fassung erstmals zur Sterbestunde Jesu in Deutschland zu hören sein. Die bachsche Passion, die das Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Markus-Evangelium zum Thema hat, wurde am Karfreitag 1731 in Leipzig uraufgeführt.
    Im Zentrum des Konzerts steht der von Heinz Hennig gegründete und von Jörg Breiding erfolgreich fortgeführte Knabenchor Hannover und die Hannoversche Hofkapelle.
  • Ostermontag, 1. April 10 Uhr: Am Ostermontag überträgt die ARD den Fernsehgottesdienst live aus der Stiftskirche Loccum. Es predigt der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. Wer 30 Minuten früher in der Klosterkirche ist, kann am Gottesdienst vor Ort teilnehmen. 
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