2013_02_14

 Bild: Christian Ohde / epd-Bild

Tag der Verliebten

Tagesthema 13. Februar 2013

Kirchen öffnen Verliebten ihre Türen

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Abgestempelte Briefmarke mit Herz. Bild: Christian Ohde  / epd-Bild

Mit Aktionen wie einer Feuershow, einem romantischen Dinner oder einem besonderen Segen für Paare feiern immer mehr Kirchengemeinden in Niedersachsen Gottesdienste zum Valentinstag. In Lüneburg stimmen Feuerakrobaten am Sonntag schon vor der Kirche auf den Gottesdienst „Liebesfeuer“ ein, sagte der evangelische Pastor Eckhard Oldenburg. Paare könnten bei der Feier lernen, welche Temperatur ihr Liebesthermometer anzeigt, und wie sie das Feuer der Liebe erhalten können.

Der Valentinstag am 14. Februar erinnert an den früheren Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni. Als Fest der Jugend und der Liebenden wurde er seit dem späten 14. Jahrhundert zunächst in Frankreich und England begangen, breitete sich dann weiter aus. In Deutschland erklärten 1950 die Blumenhändler den Valentinstag zum „Tag der offenen Herzen“. Seit einigen Jahren haben auch Kirchengemeinden den Tag für sich entdeckt, oft können sich Paare in den Gottesdiensten segnen lassen.

Gemeinsam in den Altarraum zu treten und sich die Hand auflegen zu lassen, sei für viele ein schöner Moment, sagt Pastorin Wiebke Range. Sie will dazu am Donnerstag im südoldenburgischen Damme einladen. Besonders wichtig sei der Segen für Ehepaare, die wegen unterschiedlicher Konfessionen in der Vergangenheit nicht kirchlich heiraten durften: „Das zeigt, die Liebe steht vor dem Gesetz.“

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Brautstrauß. Bild: Robert Kneschke / epd-Bild

Wie die evangelische Kirchengemeinde in Meine bei Braunschweig wollen viele mit den Gottesdiensten einen Kontrapunkt zur rein kommerziellen Feier des Valentinstages setzen. „Dazu laden wir alle liebenden Menschen ein“, sagt Pastorin Julia Kettler, die in der Meiner St.-Stephani-Kirche am Donnerstag die Feier leitet. „Liebe gibt es ja nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch zwischen Eltern und Kindern, Freunden oder Geschwistern.“

Um dies zu verdeutlichen, haben Schüler Rollenspiele vorbereitet. Darin gehe es auch um Freundschaft, erläuterte Kettler. Und es werde deutlich, dass die Liebe nicht nur rosarot sei, sondern auch mit Problemen aus dem Alltag zu kämpfen habe. So handle eine Szene von einem Kind, das sich den Eltern widersetzt.

Wie langjährige Beziehungen gepflegt werden, können Ehepaare in Hannover erfahren. Die katholischen Kirchen der Region laden zu einem romantischen Dinner ein. "Als Kirche sollten wir nicht klagen, dass die Bedeutung der Ehe abnimmt, sondern lieber selbst etwas dafür tun, die Ehe aufzuwerten", erläutert Jugendreferentin Katharina Maloney.

In Lüneburg können die Gottesdienstbesucher in einer Streichholzschachtel das Liebesfeuer mit nach Hause nehmen. Kleine Zettel darin geben dazu Tipps, sagt Pastor Oldenburg: "Grundsätzlich muss man ein Feuer pflegen, damit es dauerhaft Wärme verbreitet."

Von Charlotte Morgenthal (epd)

Stichwort: Valentinstag

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Raureif. Bild: Dietmar Plewka / epd-Bild

Die Wurzeln des Valentinstags am 14. Februar reichen bis in die Antike. Die Römer feierten an diesem Tag ein Fest zu Ehren ihrer Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie. Höhepunkt war eine „Liebeslotterie“: Alle zum Fest eingeladenen Frauen mussten einen Zettel mit ihrem Namen in ein Körbchen legen. Später zogen dann junge Männer einen Zettel mit „ihrer Valentine“. Für ein Jahr bestand dann zwischen beiden ein „scherzhaftes Liebesverhältnis“, bei dem der Mann die Frau mit romantischen Briefen und kleinen Überraschungen verwöhnte.

Der Valentinstag erinnert auch an den früheren Bischof der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni. Der später heiliggesprochene Valentin soll auf Anweisung des römischen Kaisers Claudius II. (um 270) als Märtyrer hingerichtet worden sein, weil er seinem Glauben nicht abschwören wollte. An der nördlich von Rom verlaufenden Via Flaminia errichtete Papst Julius (337-352) eine Basilika mit dem Grab des Märtyrers.

Die Verehrung des Heiligen ist etwa ab dem Jahr 350 nachweisbar: Er galt als Patron der Bienenzüchter sowie der Verliebten und Brautleute. Als Fest der Jugend und der Liebenden wurde der Valentinstag seit dem späten 14. Jahrhundert zunächst in Frankreich und England begangen, breitete sich aber auch in andere europäische Länder und mit den Auswanderern nach Nordamerika aus. In Deutschland erklärten 1950 die Blumenhändler den Valentinstag zum „Tag der offenen Herzen“.

epd