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Bild: zimt_stern / photocase.com

Erinnern - Frieden gestalten

Tagesthema 17. November 2012

Ökumenische Friedensdekade 2012

Logo der Friedensdekade 2012
Logo der Friedensdekade 2012

„Mutig für Menschenwürde“ lautet das neue Motto der 33. Ökumenischen FriedensDekade, die vom 11. bis 21. November 2012 bundesweit veranstaltet wird. 

Dieses Leitwort erinnert an die enge Beziehung, die den Gedanken der Menschenwürde mit unserem Glauben verbindet. Als Christinnen und Christen ist uns eine besondere Hochachtung der Menschenwürde aufgetragen, denn wir sind gewiss: Jeder Mensch trägt seinen einzigartigen Wert in sich selbst, weil er als Gottes Ebenbild an der Lebensfreundlichkeit des Schöpfers Anteil hat und weil die Liebe Gottes allen seinen Kindern gilt.

Trotz dieser Überzeugung sind wir Teil einer Wirklichkeit, in der Verletzungen der Menschenwürde an der Tagesordnung sind: Ausländerfeindliche Gewalttaten gehen einher mit Stimmen, die mitmenschliche Zuwendung und soziale Hilfe auf deutsche Bürger begrenzen wollen. Wenn rücksichtsloses Gewinnstreben mit Menschenrechten in Konflikt kommt, dann bleibt das Leitbild der Menschenwürde oft auf der Strecke – zum Beispiel da, wo deutsche Waffen den Tod bringen. Von Produkten aus Sklavenarbeit in Billiglohnländern profitieren auch deutsche Normalverbraucher.

Die Internetseiten zur Friedensdekade

Frieden & Gewalt

Bild: Arbeitsbereich Frieden im HkD
Bild: Arbeitsbereich Frieden im HkD

„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden.“ (Matthäus 5,9).

Aus dieser biblischen Verheißung bezieht christliche Friedensarbeit ihre Kraft und ihre Vision. Jenseits von blindem Aktionismus und resignativer Ohnmacht bietet sie Möglichkeiten, konkrete Schritte auf dem Weg zu einem gerechten Frieden zu gehen.

„Gerechter Friede“ statt „Gerechter Krieg“ – Paradigmenwechsel in der Friedensethik

„Die Geschichte führt uns, insbesondere im Zeugnis der historischen Friedenskirchen, vor Augen, dass Gewalt gegen den Willen Gottes ist und keine Konflikte lösen kann. Aus diesem Grund gehen wir über die Lehre vom gerechten Krieg hinaus und bekennen uns zum gerechten Frieden. Voraussetzung dafür ist, dass Konzepte nationaler Sicherheit, die sich exklusiv auf die eigene Nation konzentrieren, zugunsten der Sicherheit für alle überwunden werden.“

(aus der Abschlusserklärung der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation)

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.“

Daher muss Friedensarbeit immer mit Friedensbildung einhergehen. Das bedeutet: Für Entstehungsmuster und Phänomene von Gewalt sensibel zu werden, sie zu erkennen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten gewaltfrei zur Deeskalation beizutragen. (Pastor Klaus Burckhardt, Beauftragter für Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste)
 
„Nichts zeichnet einen Menschen so sehr aus als dies: Friedensstifter zu sein.“ (Basilius der Große, 4. Jahrhundert)

Anlässlich der Friedensdekade wurden die Seiten „Positionen: Frieden und Gewalt“ neu gestaltet.

Die neuen Seiten

Volkstrauertag

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Am Volkstrauertag (Sonntag, 18. November) gedenkt Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Der nationale Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus wird jeweils zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Zahlreiche Veranstaltungen und Kundgebungen sollen auch zur Versöhnung und Völkerverständigung beitragen sowie zu Toleranz und Frieden aufrufen.

Der Volkstrauertag wurde in der Bundesrepublik 1952 auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder eingeführt. Der Verband lädt an diesem Tag zu Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen an Mahnmalen, Gedächtnisstätten und auf Friedhöfen ein.

Die Ursprünge des Volkstrauertags reichen bis in das Jahr 1922, als im Reichstag der Weimarer Republik die erste offizielle Feierstunde stattfand. Damals veranstaltete der Volksbund eine Gedenkfeier, um die Erinnerung an die Millionen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu wahren. Die Nationalsozialisten wandelten den Volkstrauertag 1933 in einen „Heldengedenktag“ um, der bis 1945 jährlich im März stattfand.

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