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Bild: mal / photocase.com 

Schmausen wie zu Luthers Zeiten

Tagesthema 08. November 2012

Matthäi-Kirchengemeinde feiert Reformationstag mit Lutherschmaus

Eng war es im Gemeindehaus der Matthäi-Kirchengemeinde in Wülfel. Dicht an dicht saßen die rund  50 Teilnehmer an den langen Tischen vor ihren Gedecken. Der Lutherschmaus im Gemeindehaus hat inzwischen eine kleine Tradition. Erst kommt der Gottesdienst in der Kirche, dann die Begrüßung im Gemeindehaus, ein Lutherwort zu Essen und Trinken und dann wird aufgetischt: Braten, Kartoffeln, Sauce und Gemüse, dazu Apfelsaft, Wasser, Bier und im Anschluss Rote Grütze mit Vanillesauce – ganz authentisch wollen und können sie nicht sein, aber wenigstens  so deftig essen, wie zu Zeiten des Reformators, erklärt Kirchenvorstandsmitglied Rita Zielinski.

Das gemeinsame Essen ist in diesem Abend längst nicht alles, was die Gäste hier erwartet. Mit dem letzten Bissen und folgendem Dankgebet wird der kleine Gemeindesaal zur Bühne für Martin Luther und den Musiker Johann Walter. Das Szenenspiel gehört dazu, die Pastoren Friedo Goede und Hans-Jürgen Kutzner, schreiben Jahr um Jahr diese Szenen aus Luthers Leben und spielen sie locker und volkstümlich. In diesem Jahr die Begegnung aus Luthers Leben mit dem Musiker Johann Walter, der als Urkantor der evangelischen Kirche gilt. Eins war in diesem Jahr anders: Die beiden Pastoren spielten nur zu zweit eine Begegnung aus Luthers Leben. Auf Katharina von Bora in Gestalt von Pastorin Elke Schweiwe mussten sie dieses Mal verzichten.  Mit dem Lutherschmaus wird Luthers Leben lebendig. Auf diese Weise waren in den vergangenen Jahren Lutz Kranach, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen zu Gast im Gemeindehaus.
 

Von Anja Reuper (Evangelische Zeitung)

Am 10. November ist der Reformator geboren

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Martin Luther, Lucas Cranach der Ältere, Hessisches Landesmuseum Darmstadt (Symbolbild)

Martin Luther wurde am 10. November 1483 als Sohn von Hans und Margarete Luder in Eisleben geboren. Hans Luder ermöglichte seinem Sohn eine gute Ausbildung. Er ließ ihn seit 1501 an einer der wichtigsten mitteldeutschen Universitäten in Erfurt studieren, damit Luther ein erfolgreicher Jurist werde. Doch eine Reise veränderte Luthers Leben.

Am 2. Juli 1505 geriet der junge Student bei Stotternheim in ein Gewitter. In Todesangst gelobte er, Mönch zu werden. Nur zwei Wochen später trat er dem Orden der Augustiner-Eremiten in Erfurt bei. Als Bruder Martin führte er ein strenges Mönchsleben. Er begann mit dem Theologiestudium und wurde 1507 zum Priester geweiht. Seinen Doktortitel erwarb er 1512 in Wittenberg, wo er bis zu seinem Tod als Theologieprofessor wirkte.

Bereits früh begann Luther die Predigten und Geschäftspraktiken Johannes Tetzels zu kritisieren. Dieser Dominikanermönch vertrieb seit 1515 den sogenannten Petersablass. Mit den Einnahmen sollte die Fertigstellung des Petersdomes in Rom finanziert werden Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Marftin Luther seine 95 Thesen wider den Missbrauch des Ablasses. Der Tag symbolisiert bis heute den Beginn der Reformation.

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