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Bild: Jens Schulze

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Tagesthema 01. November 2012

Das ist Herzenssache

Der Posaunenchor der hannoverschen Stadtmission feiert sein 50-jähriges Bestehen

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In der Lukaskirche feierte der Posaunenchor der hannoverschen Stadtmission mit etwa 250 Gästen sein 50-jähriges Bestehen. Bild: Anja Reuper / Evangelische Zeitung

Der Auftritt um Mitternacht am Heiligabend im Hauptbahnhof gehört inzwischen zu den festen Kulturereignissen Hannovers. Von zahlreichen Bläserinnen und Bläsern aus anderen Chöre unterstützt, bringt der Posaunenchor der Stadtmission alljährlich mehr als 1000 Menschen  musikalisch die Weihnachtsbotschaft. „Der Posaunenchor der Stadtmission ist ein Stück Visitenkarte unserer Stadt“, sagte Hannovers Erster  Bürgermeister Bernd Strauch anlässlich der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen in der Lukaskirche.

Seit mehr als vier Jahrzehnten bläst der Chor auf dem Weihnachtsmarkt. Unzählige Male war er schon am Portal der Marktkirche zu hören. Und darüber hinaus ist der Posaunenchor bei den verschiedensten Veranstaltungen im Einsatz, ob für die Diakonie, für Kirchengemeinden oder für die Stadt Hannover.

„Eine Visitenkarte“ für die Stadt

„50 Jahre, so wird oft bei Geburtstagen gesagt, sei doch kein Alter. Für einen Posaunenchor ist dies jedoch eine unglaublich lange Zeit, die hohes Engagement aller Beteiligten erfordert“, erklärte Pastor Reinhold Fiola bei seiner Begrüßung der rund 250 Gäste in der Lukaskirche. Dennoch unterlag der Chor einem stetigen Wandel.  Zu seinem 25-jährigen Jubiläum zählte er 64 Bläserinnen und Bläser, 15 Jahre später hatte sich der Chor zu 82 Prozent erneuert, nur noch zwölf der 64 waren noch dabei. Von ihnen spielen heute immer noch acht mit. Dabei sei es trotz aller Veränderungen immer gelungen, die hohe musikalische Qualität des Posaunenchores beizubehalten, betonte Fiola. Ebenfalls gewandelt hat sich das musikalische Programm. Vor 25 Jahren gehörten noch Wanderlieder dazu, zum 40-jährigen Jubiläum schon nicht mehr, und inzwischen bestimmen auch Jazz- und Swingstücke das Programm. Immer gleich blieb das Motto, unter dem die Blasinstrumente erklingen: „Musik zur Ehre Gottes und zur Freude des Menschen“.

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Der Posaunenchor der hannoverschen Stadtmission feiert sein 50-jähriges Bestehen. Bild: Anja Reuper / Evangelische Zeitung

Kontinuität liegt auch im Miteinander. Die Abkürzung Posaunenchor der Stadtmission, PDS, stehe auch für „persönlich“ – jeder wird wahrgenommen –, „Diakonie“ – dicht am Menschen – sowie „selbstlos“ – anderen eine Freude machen. „Wir musizieren dort, wo wir gebraucht werden“, sagte Landesposaunenwart Henning Herzog. Die menschliche  Wärme des Chores, seine Gemeinschaft und das  Zusammengehörigkeitsgefühl geben diesem Chor einen besonderen Charakter.

„Lebendig geblieben ist die Offenheit gegenüber neu Hinzugekommenen: ob musikalisch begabt oder nicht. Wenn es um die Musik im Posaunenchor geht, zählt auch nicht der berufliche Status. Da sitzen Schüler und Studenten neben Lehrern und Dozenten, Handwerker, Angestellte und Freiberufliche finden sich hier in einer Gruppe zusammen wie auch Laien und Theologen. Durch das Miteinander  im Chor werden Unterschiede von Alter und Herkunft, von Mentalität und Begabung überbrückt“, zitierte der ehemalige Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann den Chorleiter Heinz Baumgardt, der nach fast 50 Jahren die musikalische Leitung an seinen Nachfolger abgegeben hat.

Heinz Baumgardt leitete über Jahrzehnte die Geschicke des Posaunenchores ehrenamtlich, nun wird für seinen Nachfolger Rudolf Neumann eine Stelle als Posaunenchorleiter eingerichtet, das kündigte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann in seinem Grußwort an.

Von Anja Reuper / Evangelische Zeitung

Eine der ältesten „Laienbewegungen“ der Landeskirche

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Posaunenchor an Marien Osnabrück

13.000 ehrenamtliche Bläserinnen und Bläser sind in 630 Chören, in Kreisverbänden und im Posaunenwerk zusammengeschlossen. In den Chören kommen Jung und Alt zusammen, musizieren und erleben Gemeinschaft. Die Posaunenchöre sind eine der ältesten „Laienbewegungen“ unserer Landeskirche.

Das Posaunenwerk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers möchte Impulse und Ideen für die Arbeit in den Gemeinden geben, die Qualität der Posaunenchorarbeit sichern und steigern und die Gemeinschaft der Bläserinnen und Bläser fördern. Deshalb stehen den Posaunenchören zur professionellen Begleitung und Fortbildung sieben Landesposaunenwarte und die Geschäftsstelle im Michaeliskloster Hildesheim zur Verfügung. Der Landesposaunenrat und der Förderverein „Posaunenwerk Hannover e.V.“ begleiten diese Arbeit.

Neben den Seminaren und Freizeiten für Bläser, Chorleiter und Ausbilder auf landeskirchlicher Ebene bietet das Posaunenwerk auch vielfältige Fortbildung in der Region an.

Weitere Aufgaben sind die Mitgestaltung von Gottesdiensten, Festen und Jubiläen vor Ort, die Mitwirkung bei Kreis- und Sprengelposaunenfesten, beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, die Mitarbeit an landeskirchlichen Projekten und gemeinsamen Veranstaltungen der norddeutschen Posaunenwerke sowie die Vertretung der Bläserarbeit in landeskirchlichen Gremien und dem Evangelischen Posaunendienst in Deutschland. Darüber hinaus engagieren sich die Posaunenchöre für Partnerschaftsprojekte in Rumänien und Südafrika.

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