2012_10_13

Bild: Walter Schels

Porträts Sterbender

Tagesthema 12. Oktober 2012

Ausstellung „Noch mal leben vor dem Tod“ in Wolfsburg

Ralf Meister eröffnete Ausstellung

Eröffnungsgottesdienst Christuskirche _ Foto Rudi Neumüller
v.l.: Landesbischof Ralf Meister, Beate Lakotta, Walter Schels, Pastor Frank Morgner. Foto: Rudi Neumüller

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat in Wolfsburg eine Fotoausstellung über das Sterben eröffnet. Dafür haben der Fotograf Walter Schels und die Journalistin Beate Lakotta 26 Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet und fotografiert. Die Aufnahmen entstanden kurz vor und unmittelbar nach dem Tod. „In diesen Fotos verschwimmt auf eine irritierende Weise die Trennlinie zwischen dem Leben und dem Tod“, sagte Meister. Der Betrachter blicke zweimal ins selbe Gesicht: zunächst belebt, dann unbelebt.

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Ausstellung „Noch mal leben vor dem Tod“ mit Bildern von Walter Schels. Bild: Michael Eberstein / Evangelische Zeitung

Die Ausstellung „Noch mal leben vor dem Tod“ ist bis zum 25. November im evangelischen „Haus der Kirche“ in Wolfsburg zu sehen. Sie zeigt insgesamt 54 großformatige Schwarz-Weiß-Fotos mit kurzen biografischen Texten. Unter den Porträtierten ist ein 52-jähriger Werbefachmann, der an einem Gehirntumor starb, ebenso wie ein kleines Mädchen von nur 17 Monaten. Die meisten der Sterbenden haben ihre letzten Tage in einem Hospiz verbracht. Schels und Lakotta sprachen dort mit den Todkranken über ihre Ängste und Hoffnungen.

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Pastor Frank Morgner aus Wolfsburg führt Landesbischof Ralf Meister durch die Ausstellung mit den Bildern von Walter Schels und den Texten von Beate Lakotta, die im „Haus der Kirche“ bis 25. November gezeigt wird Bild: Michael Eberstein / Evangelische Zeitung

Beide hätten sich auf eine große Nähe zu den Sterbenden eingelassen, hob Meister hervor. Die Bilder seien aus einer spürbaren Dichte zwischen ihnen und den fotografierten Menschen entstanden: „Wer an die Grenze zwischen Leben und Tod rührt, der macht keine Schnappschüsse.“ Er entwickele vielmehr ein besonderes Gespür für den „heiligen Wandel“ im Tod. Im Hospiz werde dieser Übergang so begleitet, als gehöre er ins Leben hinein, betonte der Landesbischof.

Die Ausstellung war seit 2004 in mehreren Städten, u.a. in Tokyo, Montreal, London, Lissabon, Berlin und Hamburg zu sehen. Alle Porträtierten gaben ebenso wie die Angehörigen ihre Einwilligung, die Bilder zu veröffentlichen. Organisatoren in Wolfsburg sind die evangelische Stadtkirchengemeinde und das Kunstmuseum. Die Gemeinde bietet ein umfangreiches Begleitprogramm mit sonntäglichen Gottesdiensten sowie Filmabenden, Vorträgen und Konzerten an. Täglich um 12 Uhr gibt es eine Andacht zum Thema.
 

epd

Informationen zur Ausstellung

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Ausstellung in Wolfsburg. Bild: noch-mal-leben.de

Haus der Kirche
An der Christuskirche 3
38440 Wolfsburg

5. Oktober bis 25. November 2012

Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr
am Donnerstag bis 19:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Mehr über Walter Schels

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Walter Scheel und Beate Lakotta. Bild: privat

Weitere Projekte des Künstlers und anschauliches Bildmaterial finden Sie auf seiner Internetseite

Walter Schels im Internet