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Bild: Rainer Sturm / pixelio.de 

1:0 für das Soziale

Tagesthema 26. August 2012

Profifußball-Clubs engagieren sich auch neben dem Platz

Der Ball rollt wieder. In die 50. Saison der Fußball-Bundesliga sind an diesem Wochenende die Vereine aus dem Norden gestartet: Ein Sieg in letzter Sekunde, ein Unentschieden und einmal verloren heißt die Bilanz für die Mannschaften aus Niedersachsen und Bremen in der ersten Liga. In der zwieten Liga behauptet Eintracht Braunschweig auch nach dem dritten Spieltag die Tabellenspitze.

Auch neben dem Platz punkten sie durch ihr soziales Engagement. Die Clubs engagieren sich für Projekte zur Integration sowie in Bildung oder Gesundheit. Ganze Mitarbeiter-Stäbe beschäftigen der Vfl Wolfsburg, Werder Bremen, Hannover 96 oder der Zweitligist Eintracht Braunschweig nur für diesen Zweck. Über die Höhe der Etats geben die Verantwortlichen keine Auskunft.

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Bild: Mr. Nico / photocase.com

„Es ist eben längst nicht alles nur Fußball“, sagt Denise Schäfer von Eintracht Braunschweig. „Wir wollen aktiv über unseren vermeintlichen Tellerrand schauen und mit unserem Engagement auch ein Aushängeschild und Vorbild sein.“ Unter dem Schlagwort „Eintracht Sozial“ organisiert der Verein Projekte wie Partnerschaften für an Leukämie erkrankte Kinder, Anti-Rassismus-Programme oder verteilt Einschulungspakete an Braunschweigs weiterführenden Schulen.

„Werder bewegt - lebenslang“ heißt das Motto an der Weser. Von der Führungsebene über Mitarbeiter bis hin zu den Fans werden alle mit einbezogen, sagt Klaus-Dieter Fischer, der für diesen Bereich verantwortlich ist. Unterteilt in sechs Themenbereiche engagiert der Verein sich dauerhaft in 18 Projekten. Für einzelne Bereiche, die zum Beispiel für Toleranz oder Umweltbewusstsein werben, stehen dem Club prominente Botschafter wie der Musiker Jan Delay oder Grünen-Chef Jürgen Trittin zur Seite.

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Bild: Vfl Wolfsburg

„Nur als Sportverein wird der VfL Wolfsburg schon lange nicht mehr angesehen“, sagt auch Nico Briskorn, der mit einem dreieinhalb Personalstellen umfassenden Team für das soziale Engagement seines Vereins verantwortlich ist. Das Bild, das ein Verein bei den Menschen hinterlasse, werde nicht mehr allein durch gewonnene oder verlorene Spiele bestimmt. Auch das Handeln abseits des Fußballplatzes zähle.

Das Engagement des VfL sei langfristig angelegt, und es solle zum Verein passen, erläutern die Verantwortlichen: „Wir möchten nichts für die Galerie machen, sondern wir möchten etwas bewegen“, sagt Geschäftsführer Thomas Röttgermann. So reicht die Palette bei den „Wölfen“ von Partnerschaften mit 100 Schulen in der Region bis zum Naturschutz. Seit 2007 ist der Verein Wolfspate des Naturschutzbundes (NABU) und unterstützt die friedliche Rückkehr freilebender Wölfe nach Deutschland.

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Bild: Hannover 96

Was alles zu einem Verein passen kann, zeigen auch Projekte, in denen sich Hannover 96 engagiert. Die Kicker aus der Landeshauptstadt fördern vor allem Kinder und Jugendliche. Bei dem Projekt "96 macht Schule", wird dem Nachwuchs bei der Berufsorientierung geholfen. Auch für gesunde Ernährung oder Suchtprävention setzt der Verein sich ein. Und er wendet sich schon an die ganz Kleinen. Nicht umsonst steht der Rekord für das jüngste Vereinsmitglied bei drei Minuten nach der Geburt. Abgeschickt wurde der Antrag direkt aus dem Kreißsaal einer von den Fußballern unterstützten Geburtshilfestation.

Von Björn Schlüter (epd)

Mit Gott beim Fußball

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„Wir sind anders“ behaupten selbstbewusst Volker und Elke Keller (von links) zusammen mit Michael Schnepel von der „Totalen Offensive“ vor dem Weserstadion in Bremen. Den Anstoß für die Initiative christlicher Fußballfans gaben 2005 einige Hamburger. Bild: epd-bild/Dieter Sell

„Totale Offensive“ klingt radikal und aggressiv. Doch offensiv sind die christlichen Faninitiativen in deutschen Fußballstadien, die sich hinter diesem Namen verbergen, vor allem in ihrem Engagement für Kinder. Und in ihrem Kampf gegen Gewalt.

Der Streit zwischen den Anhängern der Fußball-Bundesligisten in Hamburg und Bremen ist schon legendär. Die Polizei spricht von Risikospielen. Randale im Zug, Bengalos im Stadion - und nach dem Spiel eine blutige Nase auf den Straßen: Das hat es alles schon gegeben, wenn Werder Bremen und der HSV aufeinander trafen. Die bundesweite christliche Faninitiative „Totale Offensive“ geht einen anderen Weg und wirbt dafür auch bei der Europameisterschaft. „Der Gegner ist nicht unser Feind“, sagt Michael Schnepel von der Bremer „Offensive“.

Mehr über die "Totale Offensive" und christliche Fanclubs in der Bundesliga

Es kicken nicht nur die Profis
Oese kickt

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Anpfiff! Jedes Jahr findet in der Freizeit- und Begegnungsstätte Oese des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bremervörde-Zeven ein Fußballcamp für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren statt. Das Besondere: Es geht nicht nur um den Ball, sondern auch um die Bibel - und um christliche Werte. Der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) war mit dabei.