2012_08_19_schmal

Bild: Thomas Fresia / pixelio.de 

Gesungene Segensbitte

Tagesthema 18. August 2012

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn (BWV Anh. 159)

Bach
Johann Sebastian Bach im Alter von 61 Jahren, von Elias Gottlob Haussmann, Kopie oder Zweitversion seines Gemäldes von 1746, Privatbesitz von William H. Scheide, Princeton, New Jersey, USA.

Über die Echtheit der Motette "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn" (BWV Anh. 159) von Johann Sebastian Bach wird noch heute diskutiert. Lange Zeit wurde die Komposition Johann Christoph Bach (1642-1703), dem Großoheim Johann Sebastians, zugeschrieben, obwohl sie weit über dessen Werke hinaus geht. In den letzten Jahren wurde diese Ansicht grundlegend revidiert, und die Autorschaft J.S.  Bachs gilt als gesichert. Der genaue Entstehungsanlass und -zeitpunkt ist aber weiterhin unbekannt. Dem um die Worte „mein Jesu“ erweiterten Bibelwort, das ursprünglich Jakob im nächtlichen Ringen mit einer göttlichen Gestalt ausspricht (1. Mose 32, 27), folgt die dritte Strophe des Kirchenliedes Warum betrübst du dich, mein Herz, dessen Text und Melodie von Erasmus Alber stammen.

360px-Johann_Sebastian_Bach_signature_svg

Der Text

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, mein Jesu, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.  (1. Mose 32,27)

Choral
Weil du mein Gott und Vater bist,
dein Kind wirst du verlassen nicht,
du väterliches Herz.

Ich bin ein armer Menschenkloß,
auf Erden weiß ich keinen Trost.
(Erasmus Alber)

Alle Motetten auf einer CD

CD-Cover

Die Vorzüge der Motetten von J. S. Bach rühmen hieße Eulen nach Athen tragen. In den vier großangelegten doppelchörigen Werken, darunter das jubelnde „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (BWV 225), die berühmte fünfstimmige Motette „Jesu,meine Freude“ (BWV 227) und das lange in seiner Echtheit umstrittene vierstimmige „Lobet den Herrn alle Heiden“ (BWV 230), begegnet uns Chorkunst in virtuoser Vollendung.

direkt bestellen im "chrismon shop"