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 Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Wenn „online“ zur Sucht wird

Tagesthema 14. August 2012

In eigener Sache

 Bild: Mella / photocase.com
 Bild: Mella / photocase.com

Mit dem Web 2.0 können Menschen mitdiskutieren, Stellung beziehen, die Aussagen auch der Kirche unter Freunden und Bekannten teilen, Zustimmung ausdrücken oder kritische Rückfragen stellen. Das Web 2.0 hat die Kommunikation über die wichtigen Fragen des Lebens ebenso verändert wie manches Geplänkel über Banales ermöglicht. Eine Kirche, die sich durch den Missionsbefehl an „alle Völker“ – also an alle Menschen – gewiesen weiß, stellt sich dem digitalen Marktplatz, den das Web 2.0 bildet: Paulus hat sich auf dem Aeropag, dem Diskussionsforum des antiken Athens, den Fragen der Athener gestellt. Evangelische Kirche stellt sich den Fragen der Userinnen und User des world wide web.

Doch die Verantwortlichen in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers wissen um die kritischen Fragen, die an die technischen Möglichkeiten des WEB 2.0 gestellt werden und gestellt werden müssen. Deshalb startet das für die Internetarbeit verantwortliche Evangelische MedienServiceZentrum (EMSZ) nicht unbesonnen in die „Sozialen Netzwerke“, sondern versucht in Abstimmung mit allen Verantwortlichen in der Landeskirche – Landesbischof, Landeskirchenamt, Landessynode – einen Weg zu gehen, der die Daten der Userinnen und User schützt und der informationellen Selbstbestimmung möglichst großen Raum lässt.

Informationen zur Datensicherheit und zum Doppelklick-Button
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Jeder Zweite zwischen zwölf und 19 Jahren loggt sich jeden Tag in seiner Online-Community ein, die meisten von ihnen tun dies mehrmals täglich. Bild: epd-Bild  

Nebenwirkungen des www

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Bild: Hanns-Lilje-Stiftung

Die Münchner Publizistin Beatrice von Weizsäcker hat die Prangerwirkung kritisiert, die sich im Internet entwickeln kann. Im Mordfall der elfjährigen Lena aus Emden sei ein zunächst 17-jähriger Verdächtiger, dessen Unschuld sich später herausstellte, über Facebook regelrecht gelyncht worden, sagte die promovierte Juristin: „Der Pranger ist bei uns aus gutem Grund abgeschafft worden. Nun ist er wieder da – mit voller menschenverachtender Wucht.“ Von Weizsäcker war Gast im Hanns-Lilje-Forum der hannoverschen Landeskirche zum Thema „Abstimmen per Mausklick? Wie Facebook, Twitter und Co. unsere Öffentlichkeit beeinflussen“.

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