2012_06_25

Bild: Jan Schwensfeger

Landesjugendcamp - Drei Tage Leben live

Tagesthema 24. Juni 2012

Landesjugendpastorin: Glaubwürdige Vorbilder mehr denn je gefragt

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Samstagmorgen: Super Stimmung im Camp. LaJuCamp 2012. Bild Jan Schwensfeger

In einer unübersichtlichen Welt brauchen Jugendliche nach den Worten der hannoverschen Landesjugendpastorin Cornelia Dassler mehr denn je glaubwürdige Vorbilder. „Jugendliche sind auf der Suche nach Anhaltspunkten, wie sie ihr Leben anders gestalten können - auch mit Blick auf gravierende gesellschaftliche Themen wie den Klimawandel“, sagte die Theologin im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das wollen sie vermittelt bekommen durch Menschen, die glaubwürdig sind in dem, was sie sagen und wie sie leben.“

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Karaoke im LaJuCamp 2012. Bild Matthias Schiefer

Von Freitag bis Sonntag trafen sich rund 2.100 junge Leute beim evangelischen Landesjugendcamp in Verden bei Bremen, bei dem die Suche nach Identität thematisch im Mittelpunkt stand. „Erwachsene sind gefragt, Orientierung zu geben, zu zeigen, was ihnen wichtig ist, und Grenzen zu setzen“, sagte die Landesjugendpastorin. „Sie müssen sich aber auch fragen: Wie lebe ich eigentlich und was halten die Jugendlichen mir da für einen Spiegel vor?“ Auch Institutionen wie die Kirche seien aufgefordert, sich nicht anzubiedern, sondern sich im Umgang mit Jugendlichen selbst zu hinterfragen.

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Impressionen vom LaJuCamp 2012. Bild Frederik Behrens

Soziale Netzwerke wie Facebook zeigten exemplarisch, was für Jugendliche wichtig sei. „Nötig ist, dass sie unfertig sein dürfen, noch nicht dem völligen Leistungsdruck und Integrationszwang der Erwachsenenwelt unterworfen.“ Gefragt seien Freiräume, in denen angstfrei ausprobiert werden könne, „was hipp ist und was nicht“. Das Camp unter dem Motto „Finde dich selbst“ wolle junge Leute auf diesem Weg bestärken. „Wir wollen klar machen: Jeder wird gebraucht.“

Das Treffen ist laut Dassler die größte nicht-kommerzielle Aktion dieser Art in Niedersachsen, die Jugendliche für Jugendliche organisieren. Es wird alle zwei Jahre organisiert und ist für Jugendliche ab 13 Jahre gedacht. Es ist die zentrale Veranstaltung der Evangelischen Jugend in der hannoverschen Landeskirche, die mit etwa 10.000 Ehrenamtlichen zu den größten Jugendverbänden in Niedersachsen zählt.

epd-Gespräch: Dieter Sell

Landesbischof Meister will als „Umweltpate“ Natur schonen

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Bischof Ralf Meister bei der Eröffnung des Landesjugendcamps. LaJuCamp 2012. Bild Jan Schwensfeger

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat sich bei einer Aktion auf dem evangelischen Landesjugendcamp in Verden selbst verpflichtet, als „Umweltpate“ natürliche Ressourcen zu schonen. Dazu gehört etwa die Bereitschaft, weniger Fleisch zu essen, auf den Stromverbrauch zu achten, Obst und Gemüse aus der Region zu essen und beim Duschen Wasser zu sparen. Die Aktion ist Teil des größten nicht-kommerziellen Jugendcamps in Niedersachsen, zu dem bis Sonntag rund 2.100 junge Leute auf dem Gelände des evangelischen Jugendhofs im Verdener Sachsenhain feierten.

Unter dem Motto „Finde dich selbst“ ging es in mehr als 100 Veranstaltungen thematisch um Fragen der Identität. „Umweltschutz gehört auch dazu“, sagte Mitorganisatorin Sina-Celine Sander. „Wir wollen zeigen, dass jeder mithelfen und etwas verändern kann“. Eröffnet hatte Meister das dreitägige Treffen mit den Worten, die christliche Gemeinschaft sei der richtige Ort, um sich selbst zu finden.

Eine multimediale Ausstellung in der Camp-Kapelle beschäftigte sich unter dem Titel "Echt krass" mit sexueller Selbstbestimmung. "Wenn es um Identität geht, geht es auch um Sexualität", sagte Miriam Lukosch vom hannoverschen Landesjugendpfarramt. Die Ausstellung des Kieler Petze-Institutes für Gewaltprävention werbe dafür, bei der Sexualität Grenzen zu setzen, aber auch Grenzen anzuerkennen. "Es kommt darauf an, Fingerspitzengefühl zu entwickeln und seinem Gefühl zu vertrauen", sagte Lukosch.

In einer guten Beziehung dürfe nicht überredet, erpresst oder ausgenutzt werden, hieß es in der Ausstellung: „Wer in den Himmel will, sollte nicht durch die Hölle gehen.“ Regionalbischof Hans Christian Brandy aus dem gastgebenden Kirchenbezirk Stade sagte, um sich selbst finden zu können, seien Vorbilder wichtig. „Und Erwachsene, die Räume lassen, damit Jugendliche ihren Weg machen.“

Zu dem Kirchen-Camp gehörten Workshops, Bühnenaktionen, Diskussionen, Sport, Musik, Andachten, Gottesdienste sowie Spiel- und Spaßaktionen in einer großen Zeltstadt. Das Festival wird seit 1984 alle zwei Jahre organisiert - von Jugendlichen für Jugendliche. 300 Ehrenamtliche haben das Treffen diesmal vorbereitet. Es ist die zentrale Veranstaltung der Evangelischen Jugend in der hannoverschen Landeskirche, die mit etwa 10.000 Ehrenamtlichen zu den größten Jugendverbänden im Bundesland zählt.

epd