2012_06_06

Bild: fmatte / photocase.com

Vor dem Auftritt wird gebetet

Tagesthema 05. Juni 2012

Verbindung zwischen Glaube und Musik

„The Voice of Germany“ ist für viele deutsche Musikfans der neue Renner unter den TV- Castingshows. Die erste Staffel endete mit großem Lob aus der Medien – und Künstlerbranche. Während sich derzeit viele mögliche Talente für die zweite Runde bewerben, tourt die erste Voice-of-Germany-Gewinnerin Ivy Quainoo durch Deutschland: mit Konzerten und Songs aus ihrem Album „Ivy“.

Die Süddeutsche Zeitung hat im Februar 2012 zu ihrem Sieg getitelt: „Die neue Lena heißt Ivy“. Optisch und gesanglich gibt es zwischen den beiden Musikerinnen wohl nicht viele Parallelen. Aber beide haben sich mit jungen 19 Jahren und mit wenig Bühnenerfahrung zum Erfolg durchgesetzt. Und Deutschland kann mit Ivy Quainoo eine neue Goldkehle in den Charts bewundern.

Ekn hat die Berlinerin zum Interview in Hannover getroffen und spricht mit ihr über ihren Erfolg, ihre Familie und ihren Glauben. „Evangelisch sein“ heißt für die 19-Jährige nämlich auch regelmäßig beten und über Gott zu sprechen. Das Singen hat sie schon früh in einem Schulchor gelernt. Aber die besondere Verbindung zwischen Musik und Glauben hat sie später in einem Gospelprojekt entdeckt, in dem sie noch heute singt.

Drum singe, wem Musik gegeben

Chorsänger
Bild: Jens Schulze

Es ist ein Verdienst der lutherischen Reformation, dass alle an der Musik in der Kirche, vor allem in den Gottesdiensten aktiv teilhaben. Bis dahin war der Gesang dort allein den Geistlichen oder ausgewählten Sängern einer Kantorei vorbehalten, instrumentale Musik gab es bis auf die Orgel kaum. Einen ersten evangelischen Gottesdienst mit reicher musikalischer Gestaltung durch Gemeinde, Chor und Pfarrer erlebte die Gemeinde in Wittenberg im Oktober 1525.

Mehr über das Singen in Kantorei und Kirchenchor

Rocke, jazzen, swingen, grooven

Schlagzeug
Bild: Jens Schulze

Hätte der Dichter von Psalm 150 bereits Synthesizer, E-Gitarre oder Saxophon gekannt … Zumindest benennt er alle am Jerusalemer Tempel bekannten Instrumente und ruft somit auf, Gott mit allen musikalischen Mitteln und mit aller musikalischer Kreativität zu loben. Und Martin Luther fordert: Um den Glauben zu lehren, müsse man „wenn es hilfreich und erforderlich dafür wäre, mit allen Glocken dazu läuten lassen und mit allen Orgeln pfeifen und alles klingen lassen, was klingen kann“.

Es sind die Laien, die musikalisch engagierten Ehrenamtlichen, die die neuen Stilrichtungen in die kirchenmusikalische Szene einbringen. Damit treten sie das Erbe der Reformation an, nämlich die Freiheit, ihren Glauben selbst im Lied ausdrücken zu können.

Ein breites Angebot an Popularmusik
Gottesklang Logo

Das Fest – der Name enthält ein Understatement. Denn dies ist nicht weniger als das erste Kirchenmusikfestival der Landeskirche: Einen Tag lang, am 9. Juni 2012, wird die gesamte Hildesheimer Innenstadt von kirchlichen Klängen erfüllt sein – nicht nur in den Gotteshäusern, sondern auch auf Plätzen, in der Fußgängerzone, in Gärten.

Das Programm unter der Federführung des Michaelisklosters richtet sich an Liebhaber dieser Musik ebenso wie an Menschen, die bislang wenig oder gar keinen Kontakt mit ihr hatten: Konzerte, Workshops, musikalische Andachten und besondere Aktionen wie interaktive Klanginstallationen, der Klang-Gang oder eine Bläserskulptur ermöglichen neue Begegnungen mit der traditionsbewussten Kunst.

Mehr Informationen zu „Gottesklang - das Fest“

Posaunen und Trompeten

Rund 12.500 Menschen spielen in den Posaunenchören der evangelischen Landeskirche Hannovers. Wer dabei nur an Bach oder Buxtehude denkt, liegt ziemlich daneben. Pop, Jazz und Gospel bereichern heute die Kirchenmusik, ebenso experimentelle Arrangements. All das ist zu erleben bei „Gottesklang – Das Fest“, dem ersten Kirchenmusikfest der Landeskirche. Am Samstag, 9. Juni, verwandeln mehr als 1000 Mitwirkende Hildesheim in ein großes Klangbad.

Und Landesbischof Ralf Meister lädt dazu ein

„Die brennen alle total dafür!“