2012_05_23

Bild: zimt_stern / photocase.com

Theologie studieren - eine gute Perspektive

Tagesthema 22. Mai 2012

Theologie studieren - Spaß beim lernen alter Sprachen

Julia Sluiter (24 Jahre) und Ruben Bühner (21 Jahre) haben sich entschieden, Theologie zu studieren. Dafür benötigen beide das Graecum und das Hebraecum. Die alten, toten Sprachen Altgriechisch und Althebräisch lernen sie in einen Intensivstudienjahr im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen. Reporterin Renate Baumgart vom Evangelischen kirchenfunk Niedersachsen (ekn) hat den beiden über die Schulter geschaut.

Neben dem Studienangebot in Krelingen gibt es natürlich noch weitere Angebote für Theologiestudenten, die alten Sprachen zu erlernen: zum Beispiel im Evangelischen Studienhaus und an der Fakultät in Göttingen. In Münster oder auch an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal, die bei Studienanfängern beliebt ist.

Berufsperspektiven: "Sehr gut"

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Die Theorie kommt bei der Studientagung nicht zu kurz. Bild: Andreas Risse

Henrik ist 20 und studiert seit einem Jahr Theologie. Er sieht aus wie andere junge Männer in seinem Alter auch. Er könnte auch etwas anderes machen.  Doch er hat Fragen, denen er nachgehen will. Wie ist Krieg christlich zu bewerten - und was ist Gerechtigkeit? Was ist unsere Aufgabe in dieser Welt?

Die Pastorin in seiner Gemeinde war entscheidend. Wie sie von Gott gesprochen hat, die Gemeinde mit anderen geprägt hat, wie sie weitergegeben hat, was ihr wichtig ist, das hat ihn fasziniert. Diesen Beruf kann er sich selbst auch vorstellen. „Die alten Sprachen sind nicht ohne, sagt er. „Aber so entdecke ich, was mit den Aussagen im Alten und Neuen Testament damals gemeint war. Dann kann ich überlegen, wie ich es das heute verstehe und weitergeben kann.“

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Die Theologische Fakultät in Göttingen, mit Platz, von außen. Bild: Titus Hähle

Gerade hat Henrik ein Praktikum in Stockholm gemacht. Im nächsten Semester will er an eine andere Uni wechseln und hören, wie andere Professorinnen und Professoren über den christlichen Glauben und seine Grundlagen nachdenken.

Eine Studentin erzählt, dass Sie erst etwas anderes studieren wollte. Dann war sie ein Jahr in Indien und hat in einem Heim Bedürftigen geholfen. „Das hat niemand verstanden“, erzählt Sie. „Jeder ist im Hinduismus für sein Schicksal selbst verantwortlich“. Als sie zurückkam, war ihr klar: „Ich studiere Theologie“. Sie wollte verstehen, wie unsere christliche Kultur gewachsen ist, und dazu beitragen, dass die Botschaft von Jesus Christus nicht verloren geht. Ihr Schwerpunkt ist deshalb Kirchengeschichte und Ethik.

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Der Theo-Cafete-Hof in Göttingen. Bild: Titus Hähle

Ein anderer steht kurz vor dem Examen und freut sich auf den nächsten Schritt: „Das eigene Nachdenken hört zwar nicht auf. Aber als Pastor habe ich auch eine Aufgabe: Menschen begleiten und ihnen von Gott zu erzählen - von dem, was das Leben trägt – bei der Taufe, bei Hochzeiten – und auch am Grab“. Ob das nicht eine Herausforderung ist? „Ja“, sagt er: „Zum Studium gehört zwar ein Praktikum - und auch praktische Theologie. Aber ich bin schon gespannt, wie es dann im Vikariat ist“.

In jedem Jahr beginnen 40-50 junge Menschen aus der Landeskirche Hannovers das Theologiestudium. Sie studieren in Göttingen, Wuppertal, Marburg, Münster, Berlin, Tübingen, Heidelberg, Leipzig, Halle, Hamburg, Greifswald, München… – oder zur Zeit im Ausland.

Die Berufsperspektiven für Studienanfänger sind in der Landeskirche Hannovers sehr gut.

Oberkirchenrat Andreas Risse

Berufserfahrung: Begeisternd

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Im Kreis der Kolleginnen: Maria Seevers (dritte von links) als Älteste bei dem Gespräch in der Bischofskanzlei. Bild: Bischofskanzlei

Sie begannen ihren Berufsweg als „Pfarrverwalterinnen“, „Vikarinnen“ und „Hilfsgeistliche“. Eine Heirat konnte das Ende des angestrebten Berufsweges bedeuten. Für die ersten von ihnen wurde ein gesondertes „Vikarinnenseminar“ im Birkenhof Hannover geschaffen. „Ob mein Mann damit einverstanden gewesen wäre, wenn er gewusst hätte, dass ihn eine Frau beerdigt?“ war eine der heutzutage seltsam anmutenden Fragen, die für viele von ihnen in den ersten Berufsjahren zum Alltag gehörten. Predigt und Sakramentsverwaltung war für sie lange keine Selbstverständlichkeit. Für die Frauen der ersten und zweiten Pastorinnengeneration unserer Landeskirche gilt eines: Sie sind begeistert von einem tollen Beruf!

Mehr über die Pastorinnen der ersten und zweiten Generation

Campus-Tag am 27. Juni Göttingen

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Das Evangelische Studienhaus Göttingen. Bild: Titus Hähle

Theologie Studieren - Probieren! Informieren! Wie läuft das Studium ab?
Was erwartet mich in einer neuen Stadt? Wie sieht ein Professor oder eine Professorin aus? Wie ticken andere, die schon Theologie studieren?

Es ist gut, wenn man vorher eine Vorstellung davon hat, wie es sein kann, Theologie zu studieren. Deshalb lädt die Landeskirche ein zumCampus-Tag am 27. Juni 2012 ab 9 Uhr in Göttingen.

Mehr Informationen

Study the Spirit - Info-Tagung für Schülerinnen und Schüler vom 18. bis 20. Januar 2013 in Verden

Wer überlegt, Theologie zu studieren und Pastor oder Pastorin zu werden,
der oder die braucht Gelegenheit, zu klären, ob das für die eigene Berufs- und Studienwahl in Frage kommt und für einen selbst das "richtige" ist.Wenn man sich schon ziemlich sicher ist, gibt es immer noch bestimmte Fragen: Was erwartet mich im Studium, wo kann ich studieren, wie sind die Berufsaussichten?

Vom 18. bis 20. Januar 2013 lädt die Landeskirche alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9, die sich für ein Theologiestudium interessieren, nach Verden ein.

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