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Bild: Mettelsiefen/Universal Music Group 

Konfirmanden machen Radio

Tagesthema 11. Mai 2012

Konfirmanden gestalten Radiosendung über Stars, Idole und Ikonen

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„Sie lebt die Musik, das sieht man an ihrem Gesichtsausdruck“, sagt Konfirmandin Feline über Popsängerin Amy Winehouse, hier bei einem Live-Auftritt in der Berliner Kalkscheune 2007. Bild: Mettelsiefen/Universal Music Group

Fragwürdiges Vorbild Amy Winehouse

Mal steht sie emotional und von der Musik ergriffen, in schummriges Licht getaucht auf der Bühne, mal torkelt sie betrunken am hellichten Tage durch Londons Straßen. Das Leben, das sich vor den Konfirmanden der St.-Martin-Gemeinde in Anderten bei Hannover auf Fotografien ausbreitet, war ein ständiges Auf und Ab. Es ist die Biographie der unter Drogen- und Alkoholeinfluss verstorbene britischen Popsängerin Amy Winehouse (1983-2011). An ihrer Person begannen sie, gemeinsam mit dem freien Journalisten Kai-Uwe Horch über Vorbilder und Idole zu reden. Entstanden ist eine Radiosendung für den Bürgersender Leinehertz, die dort bereits zu hören war. Ihr Tod mit 27 reihe Amy Winehouse, neben Robert Johnson und Kurt Cobain und Jimi Hendrix, in die Liste popkultureller Ikonen ein, die zu früh, allesamt mit 27 diese Welt verließen, schreibt ihre Plattenfirma Universal in einem Nachruf.

Konfirmandin Feline betonte, das Leben von Winehouse müsse von mehreren Seiten betrachtet werden. „Bei ihren Auftritten konnte man sehen, sie war voll in ihrem Element. Sie hat die Musik gelebt, ihre Gefühle offengelegt.“ Gleichzeitg habe Winehouse aber auch mit ihren Suchterkrankungen in eine falsche Richtung gelebt, meint Feline. „Das fand ich nicht gut. Man sollte auf seine Gesundheit achten.“

Journalist Horch war erstaunt, wie die Konfirmanden mit dem Thema umgingen. „Ich fand es bemerkenswert, dass sie das Leben von Winehouse zwar nicht gutheißen, sie aber als Künstlerin akzeptieren.“ Dabei unterschieden die Jugendlichen deutlich zwischen Idolen und und Göttern. „Die Vergötterung von Stars finde ich übertrieben“, sagte Nico. Vorbilder seien für ihn vielmehr seine Freunde und Familie.

Zum Schluss des Projekts kam wohl die schwierigste Frage auf die Konfirmanden zu: Könnte Jesus Christus für sie ein Vorbild sein? Konfirmand Tristan ist sich ganz sicher: Für ihn ist das kein reelles Vorbild. „Jesus sollte vielleicht ein Vorbild sein, aber ich kann das selbst nicht verwirklichen, was er getan hat. Das sind zu hohe Ziele für mich.“

Auch Pastorin Corinna Deutsch sagte, viele Konfirmanden schreckten davor zurück, Jesus als Vorbild zu bezeichnen. „Viele haben gesagt, ihnen fehlten die Vorausetzungen wie beispielsweise heilende Kräfte.“ Journalist Horch findet es wichtig, gerade über diese Themen mit den jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. „Gerade in dem Alter spielen Vorbilder eine große Rolle.“ Aber auch im Erwachsenenalter könne es noch Vorbilder geben, meint der 51-Jährige. „Für mich ist Jesus ein Vorbild, weil er viel Wert auf Kommunikation gelegt hat.“ Auch künftig möchte Horch Konfirmandengruppen oder Schulklassen Radio-Projekte zu unterschiedlichen Themen anbieten.

Charlotte Morgenthal / Evangelische Zeitung

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