2012_02_10

Bild: sör alex / photocase.com

Seit 14 Jahren Jugenddiakon

Tagesthema 09. Februar 2012

Mit Hilfe „von oben“

06-18-c-Jugenddiakon
Für Diakon Andreas Rohdenburg gehört gemeinsames Erleben mit den Jugendlichen dazu. Bild: Imma Schmidt

Seit vierzehn Jahren ist Andreas Rohdenburg Diakon der Lintorfer Gemeinde Johannes der Täufer. Sein Arbeitgeber ist nicht die Landeskirche, sondern der „Verein für missionarische Jugendarbeit“ (VfmJ): Mitte der 1990er Jahre investierten die Verantwortlichen einen Teil der für den neuen Verein eingeworbenen Spenden in 300 Quadratmeter Solardächer. Klug, denn die „verdienen mittlerweile jedes Jahr irgendwas zwischen 15 und 17 Prozent meines Gehaltes“, lächelt Andreas Rohdenburg. Es gibt also freundliche Hilfe direkt von oben... Er wurde anfangs wegen seines privat angeschafften Elektromobils belächelt, mit dem er auch fast alle seine dienstlich notwendigen Fahrten macht. Der Strom kommt aus der Steckdose und damit quasi vom Solardach des Hauses, in dem er am Waldrand mit seiner Familie wohnt. Das ist ihm wichtig, wie ihm überhaupt eine ressourcenschonende Arbeits- und Lebensweise am Herzen liegt. So kann mittlerweile der Bulli des Vereins oft stehenbleiben und es bleibt Geld für wichtigere Dinge.

Klassische Jugendarbeit für eine Gemeinde

06-18-a-Jugenddiakon
Gemeinschaft am Lagerfeuer: Für Diakon Andreas Rohdenburg ist Erlebnispädagogik ein Ausdruck seines Glaubens. Bild: Imma Schmidt

Der Diakon, der zudem eine Ausbildung als Erlebnispädagoge vorweisen kann, findet, er hätte es besser nicht treffen können. „Klassische Jugendarbeit für eine Gemeinde“, das macht er. Wo gibt es das noch – eine volle Stelle für solch einen ungeteilten Einsatz für den Nachwuchs? Er arbeitet nicht nur in Lintorf, er lebt auch dort: „Wir sind hier mittendrin, müssen das Private nicht so streng abgrenzen – das wollen wir so.“ Er bringt sich in die Arbeit im Kirchenkreis ein, auch wenn seine Stellenbeschreibung das nicht vorsieht. Ebenso kooperiert er mit dem kommunalen Jugendleiter Nils Bollhorn - die neue Kletterhalle im Bad Essener Jugendtreff Trio hat er mitentwickelt.

Daneben macht er Jugendvespern, Vorkonfirmandenunterricht, Bibelkreise und Angebote für Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters – in Gruppen von sechs bis neun und von neun bis zwölf Jahren. Besonders am Herzen liegen Rohdenburg erlebnispädagogische Angebote. Er bietet outdoor-Gruppen an, bei denen es beispielsweise dazu gehört, Holz zu suchen, zu schichten und zu entzünden und auf dem Feuer zu kochen. Zudem bringt er den Jungs bei, wie sie aufeinander achtgeben oder sich beim Späneschneiden nicht verletzen. Allerdings kochen sie dann aus Zeitgründen nicht ganz stilecht eine Tütensuppe.

„Hebamme“ in Glaubensfragen

06-18-b-Jugenddiakon
Mit seinem Elektromobil ist Diakon Andreas Rohdenburg ressourcenschonend unterwegs. Bild: Imma Schmidt

Mehrere Freizeiten gehören zum Jahresprogramm – auch ein großes Pfingstcamp. Er fährt mit zu den Konficups (das sind Fußballturniere) und versteht sich als „Hebamme“ in Glaubensfragen: „In erster Linie bin ich Diakon, weil ich glaube und weil ich diesen Glauben gern weitersagen möchte. Alles andere - Musik, Erlebnispädagogik, Umweltengagement – ist Ausdruck meines Glauben.“
Für die Kinder und Jugendlichen ist Rohdenburg Gesprächspartner, manchmal auch Vertrauter und Vorbild. Nur eine Frau fehlt ihm in der Arbeit ab und zu – „gerade bei den heranwachsenden Mädchen könnte die sicher einen leichteren Zugang finden, leichter Vertrauen gewinnen.“ Vormittags ist er meist im Büro. Andreas Rohdenburg wirkt zufrieden – er lebt seine „persönliche Beziehung“ zu Gott im Alltag und im Tätigsein mit den Kindern und Jugendlichen in Lintorf. Das darf so bleiben? Er nickt.

Von Imma Schmidt / Evangelische Zeitung

Haus kirchlicher Dienste
Haus kirchlicher Dienste  
c53ad52337b02ebe73c2ede872b0dd9f
Logo