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Bild: Rina H. / photocase.com

Nördliche Tradition: Lucia-Tag

Tagesthema 12. Dezember 2011

Nach altem Kalender

Vor der Gregorianischen Kalenderreform fiel der 13. Dezember auf den kürzesten Tag des Jahres, die so genannte Wintersonnenwende. Dieser Tag, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde die geringste Mittagshöhe über dem Horizont erreicht, verbindet sich je nach Region mit unterschiedlichen Lichtriten. Auch wenn nach dem aktuell genutzten Kalender dieser Tag auf den 21. oder 22. Dezember fällt, hat sich der Tag der Heiligen Lucia in allen Konfessionen als Gedenktag erhalten. Viele dieser Bräuche haben einen vorchristlichen Ursprung. Bedingt durch die Dunkelheit des kürzesten Tages des Jahres waren damit eher bedrohliche Vorstellungen verbunden.

Lucia von Syrakus

Die Legenden der heiligen Lucia gehen auf eine historische Person zurück: Sie wurde um 283 in Syrakus, Italien geboren, wo sie 304 auch gestorben ist. Schon früh nach ihrem Tod ist sie zur frühchristlichen Heiligen, geweihten Jungfrau und Märtyrerin geworden.

Doch um ihr Leben rankten sich dann auch genau so schnell die Legenden von Wundern: Die ältesten, heutzutage noch bekannten Beschreibungen ihres Lebens stammen aus dem 5. oder 6. Jahrhundert. Nach diesen Quellen lebte Lucia als Tochter eines reichen römischen Bürgers von Syrakus (heute Siracusa), der jedoch früh starb. Ihre Schon als Kind habe Lucia  Jungfräulichkeit um Christi willen gelobt, deshalb widersetzte sie sich den Hochzeitsplänen, die ihre Mutter für sie schmiedete.

Der zurückgewiesener Bräutigam zeigte sie als Christin an, was während der Diokletianischen Verfolgung drakonische Strafen zur Folge hatte. So sei sie zur Strafe zur Arbeit in einem Bordell verurteilt worden. Doch auch ein Ochsengespann und viele Männer konnten sie nicht fortbewegen. Nach verschiedenen Martern und Wundern wurde sie schließlich mit einem Schwertstich in den Hals getötet. Andere Legenden berichten auch, dass man ihr die Augen herausgerissen habe.

Brauchtum am Luciatag

In vielen Regionen Skandinaviens gehört das Luciafest am 13. Dezember zum vorweihnachtlich Brauchtum. Der Name "Lucia" bedeutet die Leuchtende - symbolhaft an einem der kürzesten Tage des Winters. So sind viele Bräuche auch dadurch geprägt, daß man sich in weiße Gewänder kleidet. Und natürlich gehört - wie immer in der Adventszeit - auch traditionelles Gebäck und Gesang zu diesem Tag.

Der Lucia-Brauch und andere Bräuche im Advent...