2011_12_12

 Bild: luddi81 / photocase.com

Licht aus Bethlehem

Tagesthema 11. Dezember 2011

Am Nachmittag des dritten Advents: Mit dem ICE 1082 aus München/Wien kommt das "Friedenslicht aus Bethlehem" auf Gleis 8 des hannoverschen Hauptbahnhofes und damit in Niedersachsen an.

Im Logo der Aktion Friedenslicht steht das Licht im Mittelpunkt. Die drei Sterne stehen für den dreieinigen Gott und die Prinzipien der Weltpfadfinderbewegung, die diese Aktion seit 25 Jahren trägt.
Die beiden gekreuzten Parallelogramme sind ein Sinnbild für das Kreuz Christi, erinnern aber auch an eine Krippe oder den Halstuchknoten der Pfadfinder. Der schwarze und helle Balken zeigen, dass Menschen aller Nationen und Hautfarben gemeinsam für den Frieden stehen.

Ein kleines Licht, die flackernde Flamme einer Kerze, wird in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet. Doch dieses kleine Licht, das Friedenslicht, findet von dort seinen Weg zu Millionen Menschen weltweit. Aus der einen Flamme in dem kleinen Ort in Palästina werden viele Flammen, die alle für den Frieden auf Erden leuchten.

Zum 25. Mal bringt 2011 der Österreichische Rundfunk (ORF) zusammen mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus aller Welt das Friedenslicht auf den Weg. In diesem Jahr steht die Aktion "Friedenslicht" unter dem Motto "Licht verbindet Völker". "Das Friedenslicht erinnert uns daran, dass Frieden nicht überall auf der Welt selbstverständlich ist – es ermahnt uns, für die Menschen einzustehen, die unter Krieg und Verfolgung leiden", erklärt Kathrin Moosdorf, Vorsitzende des Rings Deutscher Pfadfinderinnenverbände. Das Licht sei ein Zeichen der Hoffnung und des Wunsches nach Frieden, unabhängig von Religionszugehörigkeit und Hautfarbe. "Pfadfinden ist Friedensarbeit", sagt Hans Jürgen Poppek, Vorsitzender des Rings deutscher Pfadfinderverbände. Hans Jürgen Poppek betont: "Das Friedenslicht ist ein Zeichen für das friedliche Miteinander hierzulande. Ein Zeichen, dass Menschen vieler Völker auch hier willkommen und zuhause sind."

Die deutschen Pfadfinder vom Verband Christlicher Pfadfinder und Pfadfinderinnen (VCP), vom Bund der Pfadfinerinnen und Pfadfinder (BdP) und der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) bringen das Licht in viele Kirchen, Gemeinden, Städte, aber auch zu den Regierenden in Stadt, Land und Staat.

Seit 1986 steht das Friedenslicht aus Bethlehem für den weltweiten Einsatz für Frieden. Dieses Jahr sind Pfadfinder aus 16 Ländern – von Argentinien und den USA bis Ungarn und Ukraine – am 11. Dezember nach Wien gekommen, um dort das Licht in Empfang zu nehmen und in ihre Heimatländer zu bringen. So bildet das Licht eine ununterbrochene Reihe von Bethlehem bis Wien: Im Heiligen Land entzündet das "Friedenslichtkind" die Flamme in der Geburtsgrotte. Von dort wird das Licht mit dem Flugzeug in einer speziellen explosionssicheren Lampe nach Wien geflogen.

Eine ungebrochene Kette von Bethlehem bis in alle Welt, dafür sind die Pfadfinder aus aller Welt ökumenisch verantwortlich. Für die deutschen Pfadfinder hat eine etwa hundertköpfige Delegation an der Aussendungsfeier teilgenommen.

Friedenslicht in Niedersachsen

friedenslicht_1
Bild: VCP-Hannover

Das Friedenslicht aus Bethlehem wird am dritten Advent nach Niedersachsen gebracht. Unter anderem wollen die Pfadfinder in Diekholzen bei Hildesheim die größte Friedenslichtkette Niedersachsens initiieren.

Am späten Nachmittag, wenn die Dämmerung beginnt, werden dort 555 Windlichter aufgestellt werden. Wer möchte, kann das Friedenslicht nehmen und etwa an alte und kranke Menschen verteilen. In rund 15 niedersächsischen Gemeinden soll es Friedenslichtfeiern geben. Andachten finden unter anderem in Hannover, Hameln, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück statt.

In Hannover fährt eine Straßenbahn mit Kindern quer durch die Stadt, um das Licht an Kirchengemeinden zu verteilen. Am Montag nach dem 3. Advent kommt das Licht zu Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) und am 20. Dezember zu Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU).

Bericht über die Aussendungsfeier in Oldenburg