2011_12_11

Bild: SirName / photocase.com

Der Vorläufer des Herrn

Tagesthema 10. Dezember 2011

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
(Jesaja 40,3.10)

Das Benediktus

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!
Denn er hat besucht und erlöst sein Volk
und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils
im Hause seines Dieners David
 – wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,
dass er uns errettete von unsern Feinden
und aus der Hand aller, die uns hassen,
und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern
und gedächte an seinen heiligen Bund
und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham,
uns zu geben,
dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde,
ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang
in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen.
Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest
und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk
in der Vergebung ihrer Sünden,
durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukasevangelium 1,58-69

So betet der Priester Zacharias, als sein Sohn den Namen Johannes bekommen hattte. Die Aufregung über den ungewohnten Namen, den es doch noch gar nicht in der Familie gab, hatte sich gerade gelegt.

Zacharias
Der Erzengel Gabriel erscheint Zacharias, Illustration aus einem mittelalterlichen Manuskript (15. Jahrhundert)  

Vorausgegangen war eine Geburtstgeschichte voller Dramatik und Überraschung. Das Ehepaar Zacharias und Elisabeth war kinderlos in die Jahre gekommen. Als nun einmal Zacharias seinen Dienst als Priester im Tempel versah, besuchte ihn der Erzengel Gabriel und berichtete ihm, dass Elisabeth schwanger seí und einen Sohn gebären würde. Dieser Sohn werde keinen Wein und kein starkes Getränk trinken, das Volk Gottes ermahnen und dem Herrn vorangehen.

Der alte und lebenserfahrene Priester zweifelte, dass er und seine Frau noch ein Kind bekommen könnten und wollte ein Zeichen von dem Boten Gottes. Das Zeichen sei, so der Erzengel, dass Zacharias von diesem Augenblick an stumm sein werde bis sich die Ankündigung erfüllt habe. Die ersten Worte, die Zacharias wieder gesprochen hat, waren das Gotteslob, das unter dem Titel "Benediktus" von vielen Christen heute noch gebetet wird. Die Geburtsgeschichte von jenem Johannes endet nach diesem Gebet mit den Worten:

"Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte."

Rufer in der Wüste
Täufer am Jordan

Etwa 30 Jahre nach der Geburt Jesu begann Johannes, der Sohn von Zacharias und Elisabeth, in der Wüste in der Nähe des Jordans zu wirken. Er führte ein asketisches Leben, predigte im Stil der alten Propheten und taufte. Johannes rief zur Umkehr auf und kündigte das unmittelbare Kommen Gottes oder des Messias an. Damit gilt er im Christentum als Wegbereiter der unmittelbar bevorstehenden Ankunft des Messias. Auch Jesus von Nazareth hat sich durch ihn im Jordan taufen lassen.

Seine Taufe ist mit ein Vorbild für die christliche Taufe. Seine Taufe in einem Fluss wurde zudem auch Vorbild für viele Tauffeste im Jahr der Taufe 2011.

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