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 Bild: Che / photocase.com

Blühende Zweige zu Heilig Abend

Tagesthema 02. Dezember 2011

Barbarazweige

Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, vom Flieder oder vom Forsythienbusch, die am 4. Dezember geschnitten und anschließend in warmes Wasser und in die Nähe eines Ofens gestellt werden. Da die "heilige Barbara" am 4. Dezember ihren Namenstag hat, werden diese Zweige Barbarazweige genannt. An Weihnachten werden sie ihre Blüten geöffnet haben.

Grüne oder blühende Zweige in der Winterzeit gibt es wohl schon sehr lange, jedoch hat sich die Bedeutung dieses Brauches geändert. Seit dem 15. und 16. Jahrhundert hat man blühende Zweige auf das kommende Weihnachtsfest hin gedeutet. Sie sollten auf das Wunder der Weihnacht hinweisen: reiche Blüten mitten im Winter.

Informationen zu landsmannschaftlich unterschiedlichen Bräuchen

Barbara von Nikomedien

Barbara
Lukas Cranach der Ältere, Marytrium der Heiligen Barbara, 1510-1515, Metropolitan Museum of Art, New York, Rechte

Dass gerade am Barbaratag - am 4. Dezember - diese Tradition zur Geltung kommt, einen Zweig zu schneiden, wird auf eine Legende zurückgeführt. Auf dem Weg zum Gefängnis soll Barbara mit ihrem Kleid in einem Kirschzweig hängen geblieben sein. Daraufhin nahm sie den Zweig mit und stellte ihn ins Wasser. Mit ihrer Verurteilung zum Tode soll der Zweig erblüht sein.

Ob diese Legende stimmt und ob die vielen anderen Legenden, die sich um die "Heilige Barbara" ranken, stimmen, mag dahin gestellt bleiben. Auch wenn sie und ihr Leben historisch eher unwahrscheinlich ist, gehört sie zu den bekanntesten Heiligen.

Ausführlich berichten die Legenden von Barbaras Schönheit und ihrem scharfen Verstand. Eines Tages habe sie ihre Eltern gefragt, ob die Götter Menschen gewesen seien und warum man diese und nicht eine unsterbliche Gottheit anbete. Sie richtete in einem Brief ihre Fragen an Origines, der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war. Durch den Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort. Barbara bezeichnete den Besucher als Arzt, damit ihr Vater den Besuch zuließ; Valentinus belehrte und taufte sie.

Nach anderen Fassungen der Legende wurde Barbara von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia - dem heutigen Ízmit in der Türkei -, in einen Turm geschlossen, weil er auf seine bildschöne und verführerisch junge Tochter eifersüchtig war und sie am Heiraten hindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich taufen: vom Heiligen Geist erleuchtet, sei sie in ein heidnisches Opferbecken gestiegen und habe die Taufe durch Johannes den Täufer, der ihr erschien, erhalten.

Unabhängig davon, wie sie Christin geworden ist, ihr Vater, so wissen die Legenden, habe zu den Chrisenverfolgern gehört und sie deshalb der staatlichen Gewalt ausgeliefert. Um ihren Tod ranken weitere Legenden und Geschichten, mit welchem Mut und welcher Schmerzunempfindlichkeit sie die Folter und die Lästerungen ausgehalten habe.

Bauernregeln zum Tag

Zum Barbaratag gibt es viele Bauernregeln, die je nachdem das Wetter für das Weihnachtsfest oder das kommende Jahr prognostizieren:

  • "Geht Barbara im Klee,
    kommt's Christkind im Schnee."
  • "Geht St. Barbara in Grün,
    kommt's Christkindel in Weiß."
  • "St. Barbara mit Schnee,
    im nächsten Jahr viel Klee."
  • "Barbara im weißen Kleid,
    verkündet gute Sommerzeit."