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 Bild: Che / photocase.com

Ein Halleluja für ...

Tagesthema 23. November 2011

Video zum Bischofsbericht

Die Frage des Rechtsextremismus, den anstehenden Castortransport und die Debatte um ethische Positionen waren ebenso Thema im Bischofsbericht wie die Begegnungen bei den Reisen durch die Kirchenkreise der Landeskirche.

Weitere Videos zur Tagung der Landessynode

Ein bischöfliches Halleluja hat Ralf Meister angekündigt. Damit wolle er, so hat er in seinem ersten Bericht angekündigt, jeden Bischofsbericht schließen. Und so auch dieses Mal:

"Wovon sollte ich erzählen, um der so vielfältigen Freude über all das Gesehene in dieser Kirche Ausdruck zu geben? Wovon könnte ich berichten, um in der Fülle der Eindrücke die besonders schönen, die berührenden, die nachdenklichen zu skizzieren? Vielleicht von den Kirchen? Wie viele farbenprächtige Glasfenster habe ich gesehen und liebevoll geschmückte Altäre. Wie viele strahlende, frischrenovierte Kirchenräume, wohltönende Orgeln und glanzvolle Inneneinrichtungen. Aber vermutlich waren die persönlich bewegenden Momente in der großen Reise durch unsere Landeskirche die Begegnungen mit Menschen."

Vorausgegangen ist ein Bischofsbericht im Dialog: der erinnernde Dialog mit den jüdischen Mitmenschen, der vorausschauende Dialog mit dem Jahr der Kirchenmusik "Gottesklang", mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Geprägt aber war der Bericht von dem Lob am Ende - und von den Kirchenkreisbesuchen, die Ralf Meister im Lauf seiner ersten acht Monate im Bischofsamt gemacht hat.

Klares Votum gegen Rechtsextremismus

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Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat dazu aufgerufen, rechtsradikalen Tendenzen entschlossen entgegenzutreten. Rechtes Gedankengut und Gewalt dürften sich nicht weiter ausbreiten, forderte der Bischof der größten evangelischen Landeskirche am Donnerstag in seinem Bericht vor der Synode in Hannover. Weiter verlangte Meister eine gründliche Aufklärung der rechtsextremistischen Anschläge und Morde der Zwickauer Zelle. "Die Hintergründe und Verstrickungen, die dazu geführt haben, müssen in allen Bereichen konsequent aufgeklärt werden."

Das Eintreten gegen Neonazis sei auch eine Anfrage an die Kirche. "Es ist und bleibt unsere Aufgabe, unsere Sinne gegenüber jeder Form von menschenverachtender Ideologie und Gewalt zu schärfen und uns an der friedensstiftenden Kraft des Evangeliums zu orientieren." Meister nannte exemplarisch verschiedene Präventionsprojekte der Landeskirche "gegen Gewalt und für ein friedliches Miteinander unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Kultur und Religion".

Der Bischof berichtete von seinen Besuchen in den KZ-Gedenkstätten Bergen-Belsen und Esterwegen in den vergangenen Monaten, die ihn tief bewegt hätten. Er rief zu besonderer Wachsamkeit gegenüber allen rechtsradikalen und neofaschistischen Tendenzen auf, "die in irgendeiner Weise die Untaten der Vergangenheit uminterpretieren, national deuten wollen und von der Schuld und der Verantwortung unseres Landes nichts wissen wollen".

Außerdem sprach er sich dafür aus, das besondere Verhältnis zwischen der Kirche und den Juden in der Verfassung der Landeskirche festzuschreiben. So sei sichergestellt, dass sich auch die nachfolgenden Generationen mit einer "biblisch-theologisch gegründeten und unsere Schuld benennenden Formulierung" auseinandersetzen müssten.
 

Begegnungen - Menschen in der Landeskirche

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Vielfältig ist die hannoversche Landeskirche, bodenständig und bei den Menschen - Landesbischof Ralf Meister auf seiner Reise durch die Kirchenkreise in und um Hannover. Bild: Rainer Schütze

Impressionen von seinen Besuchen in Kirchenkreisen erzählt Landesbischof Ralf Meister auch in seinem Internetporträt über diese Landeskirche - Begegnungen mit Menschen, die das Gesicht der Landeskirche prägen. Impressionen und Momentaufnahmen, die im Gebet enden.

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Im Bischofsbericht gesungen

Überraschende Neuerung für die hannoversche Landessynode. Ralf Meister hat nach jedem Abschnitt ein Lied anstimmen lassen. Dazu hat er Fritz Baltruweit eingeladen, der die Synode auf der Gitarre begleitete. Im Bericht hieß es dann auch im Blick auf das Jahr der Kirchenmusik, dass die Kirche wenig Musiker kenne wie "Bach, Buxtehude oder Baltruweit".