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Ausblick

Anteil der Migrantinnen und Migranten steigt

zukunft

Der Anteil derer, die den Facettenreichtum des globalen Christentums zu uns bringen, nimmt weiter zu.

„Der Mikrozensus 2012 beziffert die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund auf 16,3 Mio., das macht 20 % der Gesamtbevölkerung aus. Damit weist jede fünfte Person in Deutschland dieses Merkmal auf. Seit Beginn der Erhebung des Migrationshintergrundes im Jahr 2005 ist die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund um knapp 1,3 Mio. gestiegen.  (…)

Mit einem Anteil von 11 % an der Gesamtbevölkerung hat der größere Teil der Personen mit Migrationshintergrund eine deutsche Staatsangehörigkeit.

Ausländische Staatsangehörige (9 %) stellen hingegen die kleinere Gruppe dar. (…)

Die in Deutschland lebende Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist deutlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Mit 35,5 % hat gut ein Drittel der Kinder in Deutschland unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund. In den Altersgruppen bis 45 Jahren sind Personen mit Migrationshintergrund teilweise mit deutlich über 20 % vertreten." 1

Migration und Integration sind im Europa des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts die „zentrale Sorgenthemen“ (Klaus J. Bade) geworden.

Kirchliche Wirklichkeit wird sich verändern

Es wird deutlich, dass die Relevanz dieses Themas auch künftig nicht abnehmen wird. Unsere kirchliche Wirklichkeit wird sich durch die demografische Entwicklung und die Zuwanderung weiter verändern. Diesen Veränderungen und den sich daraus entwickelnden Aufgaben muss und will sich unsere Landeskirche stellen.

Für die etablierten großen einheimischen Kirchen und ihre Mitglieder bedeutet dies zum einen, die zunehmende Pluralität des Christentums in Niedersachsen wahrzunehmen und anzuerkennen. Zum anderen stellt sich damit die Aufgabe, dies in theologisch verantworteter Weise als ein konstruktives Miteinander zu gestalten

Das Projekt „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft als ekklesiologisch-ökumenische Herausforderung für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers“ will deshalb ergänzend zu den bereits obengenannten Zielen, die aufgrund der erarbeiteten Kontakte und erworbenen Erfahrung prägnanter verfolgt werden können, gemeinsam mit den GaSH geeignete Strukturen entwickeln, die die Vernetzung zwischen kooperationsbereiten GaSH und Gemeinden der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers stützen.

Handlungsfelder

Aus diesen Zielen ergeben sich folgende Handlungsfelder für die nächste Zeit:

  • Bestehende Kontakte zu GaSH und interessierten landeskirchlichen Gemeinden halten und ausbauen sowie neue Kontakte aufnehmen
  • Themen und Felder der Zusammenarbeit erheben und zugänglich machen
  • Anstöße dafür geben, das Mieter-Vermieter-Verhältnis als ökumenischen Lernort zu gestalten
  • Kooperationsbereite GaSH und Gemeinden der hannoverschen Landeskirche sowie Interessierte sowohl je für sich als auch untereinander ver- netzen
  • Aspekte von interkultureller Ökumene und christlicher Migration in die hannoversche Landeskirche eintragen
  • Das Vorgehen innerhalb der Landeskirche mit beteiligten und interessierten Institutionen koordinieren (u. a. Diakonisches Werk, Ev.-Luth. Missionswerk in Hermannsburg, Pastoralkolleg, Michaeliskloster)
  • Das Vorgehen mit anderen niedersächsischen Landeskirchen und Bistümern sowie der ACKN abstimmen

Wesentlich für das Gelingen der Integration ist, dass beiden Seiten – Einheimischen wie Zugewanderten – Möglichkeiten und Räume der Begegnung und des Kennenlernens mit dem Ziel der Wertschätzung und Partizipation offen stehen, ebenso benötigen die Zugewanderten auch Räume der Identitätswahrung und Identitätsbildung im Übergang.

Dabei können die christlichen Kirchen eine besondere Rolle spielen und modellhaft verdeutlichen, wie ein solcher Prozess partnerschaftlich gestaltet werden kann, und die positive Rolle des christlichen Glaubens und der Kirchen für die Integration von Zuwanderern hervorheben.

1. 10. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Oktober 2014, S. 28ff