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Rückblick

Finanzierungsprobleme der Arbeit

vergangen

Die Arbeit im Bereich der Hilfen zur Erziehung wird zunehmend durch die Finanzprobleme der Kommunen beeinflusst, die zu einer Nichtgewährung oder Verzögerung dringend notwendiger Hilfemaßnahmen führen können. Damit einher geht ein steigender Druck auf die Entgeltsätze und die erreichten Qualitätsstandards.

Auflösung des Zweigliedrigkeit der Jugendhilfe

Die Föderalismusreform des Bundes hat zu Veränderungen in der Jugendhilfestruktur auf Landesebene geführt, indem zum 31.12.2006 das Niedersächsische Landesjugendamt (NLJA) und der dazugehörige Landesjugendhilfeausschuss aufgelöst und in das Sozial- sowie Kultusministerium als oberste Landesjugendbehörden eingebunden wurden.

Damit ist die bewährte und vom Gesetzgeber bei der Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) gewollte Zweigliedrigkeit des Landesjugendamtes, bestehend aus Landesjugendamt und Landesjugendhilfeausschuss, aufgegeben worden. Anstelle des Landesjugendhilfeausschusses ist ein Landesbeirat für Kinder- und Jugendhilfe mit weniger Kompetenzen gebildet worden, der zum 01.10.2007 seine Arbeit aufgenommen hat.

Das Kindeswohl und seine Gefährdung

Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe der Kirche und ihrer Diakonie spielt die Frage des Kindeswohls und des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII (KJHG) weiterhin eine wichtige Rolle und durch Verabschiedung des „Bundeskinderschutzgesetzes“ (Gesetz zu Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) im Dezember 2011 wurde dieses noch verstärkt.

Neuausrichtung des Fachverbandes

Um die regionalen Entwicklungen in der Jugendhilfe, insbesondere der Hilfen zur Erziehung, besser in die fachpraktische Meinungsbildung des Fachverbandes und die fachpolitische Arbeit des Diakonischen Werkes als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen einbeziehen zu können, wurde eine Veränderung der Organisationsstruktur des Fachverbandes vorgenommen.

Neben den weiterhin zweimal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen für alle Mitgliedseinrichtungen, wurden fünf regionale Arbeitskreise gebildet (Regionen Osnabrück, Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Lüneburg), die sich in einem halbjährlichen Rhythmus treffen. Ziel ist der Austausch über aktuelle und regionsspezifische Themen und Problemstellungen sowie bundes- und landesbezogene Entwicklungen.

Der Transfer in den Vorstand und die Mitgliederversammlung des Fachverbandes erfolgt durch Vorstandsmitglieder, in das Diakonische Werk wird dieser durch den Geschäftsführer des Fachverbandes, der zugleich Referent des Diakonischen Werkes ist, sichergestellt.

Neuer Landesrahmenvertrag

Am 01. Juni 2012 wurde nach 17-monatiger vertragsloser Zeit ein neuer Landesrahmenvertrag zwischen den Kommunalen Spitzenverbänden, der LAG Freie Wohlfahrtspflege und den privaten Jugendhilfeträgern vereinbart.

Mit dem Rahmenvertrag nach § 78 f SGB Vlll werden Grundsätze für den Abschluss und die Umsetzung von Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen nach §§ 78a ff. SGB Vlll in Niedersachsen geregelt. Er dient der Sicherheit und Orientierung der Vereinbarungspartner vor Ort und soll den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen.

Bestandteil dieses Vertrages sind auch Vereinbarungen zur Umsetzung des Schutzauftrages nach § 8 a SGB VIII (KJHG). Danach übernehmen auch die freien Träger im Zusammenwirken mit den öffentlichen Trägern Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Der neue Landesrahmenvertrag bildet die Grundlage für die örtlich abzuschließenden Vereinbarungen.

Das Landeskirchenamt und das Diakonische Werk der Landeskirche stehen den Mitgliedseinrichtungen bei Verhandlungen mit den örtlichen Kostenträgern beratend und unterstützend zur Verfügung.