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Seniorenhilfe

Allgemeine Entwicklungen in der Altenhilfe

grundtext

Im Diakonischen Werk sind aktuell 139 stationäre Altenhilfeeinrichtungen und 105 Diakoniesozialstationen und 30 Tagespflegeeinrichtungen Mitglied. In diakonischen ambulanten, teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen sind ca. 17.500 Mitarbeitende beschäftigt. Davon sind 831 Auszubildende in der Altenpflege.

Die Probleme der stationären und der ambulanten Pflege sind inzwischen auch von Seiten der Politik anerkannt – aber noch nicht gelöst.

Die Pflege ist durch die in Niedersachsen im bundesweiten Vergleich sehr schlechten Refinanzierungsstrukturen in einer äußerst angespannten Situation. Diese wird sich durch die demografische Entwicklung noch verschärfen.

Wurden im Jahr 2009 ca. 82.000 pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe in Niedersachsen gepflegt, so werden es bereits im Jahr 2020 ca. 115.000 Menschen sein. Um die Pflege auch zukünftig leisten zu können benötigen wir in Niedersachsen bis 2020 ca. 29.000 zusätzliche Pflegefachkräfte.

Ambulante Pflege

Die ambulante Pflege in Niedersachsen ist insgesamt von Unterfinanzierung geprägt. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an die Qualität und Vielfalt der Versorgung deutlich erhöht.

Es ist weiterhin nur mit einem straffen Management möglich, die steigenden Lohnkosten durch die in den letzten Jahren vergleichsweise geringe Anpassung der Pflegevergütungserhöhungen zu refinanzieren – und selbst das wird nicht in jedem Fall ein wirtschaftliches Überleben der Stationen garantieren können.

Die Ausgründungen Sozial- und Diakoniestationen aus der gemeindlichen in die Trägerschaft einer GmbH - aktuell haben wir noch acht verfasst kirchlich getragene Diakoniestationen - hat das Risiko verlagert, nicht aber einer Gesamtlösung herbeiführen können. Nicht alle haben Rücklagen in einer Höhe, die die weiterhin äußerst kritische Entwicklung in der Politik werden überleben lassen.

Stationäre Pflege

In der stationären Altenhilfe sieht die Situation hingegen etwas besser, aber noch keineswegs gut aus. In den diakonischen Häusern ist z. T. ein nicht unerheblicher Investitionsstau festzustellen.

Bedingt wird dies durch den stark angestiegenen Wettbewerb, in dem jede Investitionskosten- bzw. Pflegesatzerhöhung zu einem Rückgang der Auslastung führen kann. Erforderliche Maßnahmen zur baulichen und konzeptionellen Strukturentwicklung wurden angesichts der angespannten Finanzsituation vielfach vermieden oder sind finanziell nicht zu bewältigen.

Allein durch eine gute Pflegequalität und christlich-diakonische Werte und Haltungen ist das Fortbestehen dieser Häuser nicht zu sichern. Es bedarf der „Investition“ in bauliche und konzeptionelle Umstrukturierungen sowie einer damit verbundenen bedarfsorientierten Leistungs- und Pflegeprozessausgestaltung.

Die Landeskirche selbst kann auf die schwierigen Probleme der Pflege und der diakonischen Einrichtungen nur bedingt einwirken. Die Rahmenbedingungen werden auf Bundesebene entschieden. Die Regelungen auf Landesebene werden in der Selbstverwaltung zwischen Kostenträgern und Leistungserbringern ausgehandelt. Über das Diakonische Werk werden die Interessen und Anliegen von Kirche und diakonischen Einrichtungen in die Diskussion gebracht und Ergebnissen zugeführt.