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Menschen mit Behinderung

Rahmenbedingungen

grundtext

Im Dezember 2008 wurde die UN-Menschrechtskonvention für Menschen mit Behinderung durch den Bundesrat und Bundestag ratifiziert. Damit wurde das Übereinkommen in deutsches Recht übernommen. Die UN-Konvention sichert als erstes international bindendes Völkerrechtsdokument die Rechte von Menschen mit Behinderung. Zweck gemäß § 1 des Übereinkommens ist es, den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten.

Diese seither unter dem Stichwort Inklusion öffentlichkeitswirksam kommunizierte Konvention ist in ihren Auswirkungen für Menschen mit Behinderung und die Bundesrepublik noch gar nicht absehbar. Einerseits birgt sie enorme Chancen auf gleichberechtigte Teilhabe. Andererseits erfordert sie Umdenken der Gesellschaft auf nahezu allen Bereichen, was Jahrzehnte dauert – wenn es überhaupt initiiert werden kann.

Politisch sind deshalb konkrete Planungen zur Umsetzung der Konvention notwendig. So hat das Bundeskabinett am 15.06.2011 den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Menschrechtskonvention für Menschen mit Behinderung beschlossen. In Niedersachsen wurde im Juni 2013 die Fachkommission Inklusion von der Niedersächsischen Landesregierung eingerichtet.

Der Überarbeitungsprozess des Aktionsplans zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen soll durch eine Fachkommission gesteuert werden. In der Fachkommission arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an der konkreten Umsetzung der UN-Menschrechtskonvention für Menschen mit Behinderung. Landeskirche und Diakonisches Werk sind an dieser Arbeit beteiligt.

Arbeit für Menschen mit Behinderung in Landeskirche und Diakonie

Im Bereich der Landeskirche Hannover gibt es ca. 70 diakonische Träger mit 235 Einrichtungen und Diensten (22.500 ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote).

Das beginnt bei integrativen Gruppen in Kindertagesstätten, dem Angebot von Sonderkindertagesstätten, staatlich anerkannten Ersatzschulen, Berufsausbildungswerken und Förderschulen usw. über Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätten, Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen bis hin zu Pflegeheimen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsarten, Betreutem Wohnen und Pflegeeinrichtungen für Ältere.

Außer Vereinzelten, die die Interessen von Menschen mit Behinderungen in kirchlichen Körperschaften (z.B. in Mitarbeitervertretungen einer Einrichtung) wahrnehmen, ist die Anzahl von speziellen mit der Arbeit mit Menschen mit Behinderung Beauftragten in der Landeskirche überschaubar. In der Sonderseelsorge gibt es spezialisierte Seelsorgende. Im Religionspädagogischen Institut wurde eine ausgezeichnete Arbeitshilfe für den inklusiven Konfirmandenunterricht herausgegeben. Hin und wieder finden gemeinsame Jugendfreizeiten von behinderten und nichtbehinderten Menschen statt.

Von einer durchängigen Praxis eines Lebens unter Wahrung der UN-Menschenrechtskonvention für Menschen mit Behinderung sind wir auch in der Landeskirche noch weit entfernt – auch wenn das dort Gesagte sich ohne größere Probleme in theologischen Kategorien aussagen und einfordern ließe.

Die Synode hat deshalb 2012 beschlossen,  die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderungen durch eine Fachreferentin, die ihren Sitz im Diakonischen Werk hat, mit spezieller Ausrichtung auf die Arbeit in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen zu befördern.

Rückblick und Ausblick

vergangen

Themen und Entwicklungen der letzten sechs Jahre sowie Herausforderungen und Aufgaben der nächsten Zeit

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