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Suchtberatung

Integriertes Gesamtkonzept

grundtext

Im Bereich des Diakonischen Werkes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V. bieten 48 Fach- und Nebenstellen für Sucht und Suchtprävention Hilfen für abhängigkeitserkrankte Menschen und deren Angehörige an.

Ist die Zahl dieser Beratungsstellen in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben, so hat sich durch Umstrukturierungen, zum einen durch Fusion von Kirchenkreisen, zum anderen durch Bildung von GmbHs die Trägerlandschaft kontinuierlich verändert. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen, weil die diakonischen Beratungsstellen nur dann existenzfähig bleiben, wenn sie sich zu größeren Einheiten zusammenschließen.

Zumeist arbeiten die Fachstellen nach einem integrierten Gesamtkonzept, sie stehen somit Menschen mit einer Abhängigkeit von legalen Rauschmitteln ebenso offen wie drogenabhängigen Menschen und denjenigen, deren Abhängigkeit sich nicht auf stoffgebundene Suchtmittel zurückführen lässt wie z. B. Glücksspiel- und Internetsucht.

In den Bereich der legalen Rauschmittel gehören Stoffe, deren Besitz und Konsum erlaubt ist, wie z. B. Alkohol, Nikotin und Medikamente, wenn diese zu Abhängigkeitsproblemen führen können bzw. geführt haben. Illegale Rauschmittel sind all jene Stoffe, deren Besitz, Handel und Konsum durch das Betäubungsmittelgesetz untersagt ist,(wobei Bundesländer jeweils unterschiedliche Regelungen zum Umgang mit Cannabisbesitz haben).

In Niedersachsen konsumieren ca. 220.000 Menschen in riskantem Ausmaß Alkohol. 150.000 bis 190.000 müssen als alkoholkrank gelten. Bei den von Medikamenten Abhängigen gibt es - auch aufgrund der Verschreibungspraxis der niedergelassenen Ärzte - keine gesicherten Zahlen. Nicht zu unterschätzen ist immer noch die Nikotinabhängigkeit, die ebenfalls zu großen gesundheitlichen Belastungen und somit zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden führt.

Zunehmend rücken auch die Glücksspielsucht und die verschiedenen Spielarten der „Internetsucht“ in den Blickpunkt der therapeutischen Arbeit, wobei letztere als Suchterkrankung noch nicht anerkannt ist, so dass die Finanzierung der Therapien noch unsicher ist.