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Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung

grundtext

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers beteiligt sich aus christlicher Verantwortung für den Schutz des ungeborenen Lebens am staatlichen System der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung.

Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind im Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) geregelt. Grundsätzlich werden folgende Beratungsbereiche unterschieden:

a) Die allgemeine Schwangerenberatung (§ 2 SchKG):
Sie umfasst Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie alle eine Schwangerschaft berührenden Fragen. Dazu gehören u.a. Informationen zu sozialen und wirtschaftlichen Hilfen für Schwangere, Hilfsmöglichkeiten für behinderte Menschen, Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft, Methoden der Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs, Lösungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der psychosozialen und rechtlichen Aspekte, Informationen zu Adoption und zu den ab 2014 geltenden Regelungen der „vertraulichen Geburt“.

b) Die Aufklärung und Beratung in besonderen Fällen (§ 2a SchKG) regelt seit 2010 die vertiefende Beratung zu Fragen, die im Zusammenhang von Schwangerschaft und Pränataldiagnostik entstehen. Besonders dann, wenn bei vorgeburtlichen Untersuchungen mögliche Gesundheitsschädigungen des Kindes festgestellt werden, sollen Ärzte verstärkt auf psychosoziale Beratungsangebote hinweisen und diese vermitteln. Diese Beratungsangebote werden von Schwangeren und ihren Partnern aber bisher noch zu wenig in Anspruch genommen. Das ist das Ergebnis eines eineinhalbjährigen Forschungsprojektes zur „Vernetzung und Kooperation in der Schwangerenbetreuung und -beratung“, das am 15. und 16. Mai 2013 in Hannover vorgestellt wurde.

c) Die nach § 219 StGB notwendige Schwangerschaftskonfliktberatung (§ 5 SchKG):
Als Voraussetzung für einen zwar rechtswidrigen, aber straffreien Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft – es sei denn, es liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation vor – ist diese Beratung gesetzlich vorgeschrieben. Sie dient dem Schutz des ungeborenen Lebens und hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, eine Schwangere zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen.
Die Beratung ist "ergebnisoffen" zu führen, d.h., sie soll nicht belehren oder bevormunden, sondern ermutigen und Verständnis wecken.
Inhalte der Schwangerschaftskonfliktberatung umfassen nach dem Gesetzes- text "jede nach Sachlage erforderliche medizinische, soziale und juristische Information, die Darlegung der Rechtsansprüche von Mutter und Kind und der möglichen praktischen Hilfen, insbesondere solcher, die die Fortsetzung der Schwangerschaft und die Lage von Mutter und Kind erleichtern" sowie die Unterstützung in der Geltendmachung von Ansprüchen bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einer Betreuungsmöglichkeit für das Kind und bei der Fortsetzung der Ausbildung.

Die Beratung erfolgt unverzüglich und auf Wunsch anonym. Die Beratungsstelle hat der Schwangeren nach Abschluss der Beratung hierüber eine Bescheinigung auszustellen.