kopf

Ausblick

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

zukunft

Die Mitarbeitenden in Kindertagesstätten, insbesondere die Erzieherinnen (98%) und Erzieher (2%), stellen die größte Berufsgruppe der kirchlich Beschäftigten dar.

Durch den enormen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder, der demographischen Entwicklung und der sinkenden Kirchengliederzahlen fällt es den Trägern zunehmend schwer, geeignet evangelische Fachkräfte zu finden. Der Aufbau von Konzepten zur Personalgewinnung und Personalbindung stellt eine der größten gemeinsamen Herausforderungen für die Träger dar.

Fach- und Leitungskräfte qualifizieren

Durch den Ausbau der Betreuungsplätze in kirchlichen Kindertagesstätten, den gestiegenen Anforderungen an die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen und durch eine zunehmende Personalfluktuation wird es immer wichtiger, die Mitarbeitenden in den Kindertagesstätten bedarfsorientiert zu qualifizieren.

Die Leitung einer evangelischen Kindertagesstätte und die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren stellen eine besondere Herausforderung dar und bedürfen einer qualifizierten Zurüstung und Begleitung. Die vorhandenen Angebote für Leitungskräfte und Erzieher/innen, die sich zur Leitungskraft qualifizieren möchten, reichen nicht mehr aus.

Hier plant das Diakonische Werk den Aufbau von modularen Angeboten als Ergänzung zu bestehenden Angeboten. Um die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren auf qualitativ angemessenem Niveau zu gewährleisten, hat das Diakonische Werk mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche mehr als 30 Fachkräfte zu Krippenberaterinnen ausgebildet, die die Einrichtungsleitungen und pädagogischen Mitarbeitenden beraten und fortbilden.

Die Begleitsysteme der Fachberatung werden neu strukturiert

Durch die Etablierung neuer Trägermodelle wurde deutlich, dass die fachlichen Begleitsysteme für die Kindertagesstätten neu ausgerichtet werden müssen.

Bisher besteht das Unterstützungs- und Begleitsystem aus der zentralen Fachberatung und Fortbildung des Diakonischen Werkes und der regionalen Ebene, die unter Federführung des Diakonischen Werkes von acht Sprengelfachberaterinnen wahrgenommen wird. Diese sind zum Teil für bis zu 100 Kindertagesstätten zuständig.

Der bis Ende 2015 begonnene Umbau des Unterstützungs- und Begleitsystems sieht vor, die regionale Fachberatung zukünftig durch die Pädagogischen Leitungen auf der Ebene der Kirchenkreise wahrnehmen zu lassen. Hierzu erhalten die Kirchenkreise, die die neuen Trägermodelle etabliert haben, eine finanzielle Unterstützung durch Pauschalen.

Gleichzeitig wird die Landeskirchliche Fachberatung und Fortbildung im Diakonischen Werk neu auf die Bedürfnisse der Träger und Mitarbeitenden der Kindertagesstätten ausgerichtet. Die Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagementsystems unterstützt diese Prozesse.

Ein verbesserter Austausch und Qualifizierungsangebote für Träger sind zu etablieren

Durch die neuen Trägermodelle wächst auch die Verantwortung der in den Organen tätigen Haupt- und Ehrenamtlichen. Es ist daher geplant, die vorhandenen Ressourcen des Landesverbandes evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. (levtek) in ein Netzwerk mit der Landeskirche und dem Diakonischen Werk einzubinden.

Eine Änderung der Satzung des levtek wird daher mit dem Ziel angestrebt, einen kontinuierlichen Austausch der mit Kindergartenfragen beschäftigten Haupt- und Ehrenamtlichen zu gewährleisten und für diese auch Qualifizierungsangebote zu etablieren, die sie bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen.

Ein modernes KiTaG: Rahmenbedingungen verbessern und Finanzierung der Einrichtungen sichern

Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag ein modernes Kindertagesstättengesetz (KiTaG) als Ziel festgelegt. Die im bestehenden KiTaG festgelegten Rahmenbedingungen und Mindeststandards sind über 20 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den Anforderungen und Bedarfen.

Die Landeskirche setzt sich daher für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen der Arbeit der Kindertagesstätten ein. Angesichts der schwierigen Finanzlage vieler öffentlicher und eigener Haushalte wird es nicht einfach sein, langfristige strukturelle Verbesserungen zu erzielen.

Verbesserungen sind jedoch erforderlich, um die im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder vereinbarten Bildungsziele in Lernbereichen und Erfahrungsfeldern zu gewährleisten. Die kirchlichen Körperschaften wollen die bisher von ihnen wahrgenommene evangelische Bildungsverantwortung auch weiterhin profiliert wahrnehmen.

Hierzu bedarf es eines partnerschaftlichen Konsenses, um nach einem quantitativen Ausbau die notwendigen Schritte für qualitative Verbesserungen nicht zu vernachlässigen.