kopf

Rückblick

Fundraising

vergangen

Die Idee der landeskirchlichen Fundraiser, „Zukunft(s)- gestalten“ als Spendenprojekt der gesamten Landes- kirche zu etablieren und über das EMSZ mit einem zentralen Fundraising zu fördern, musste nach eingeh- enden Diskussionen mit Kirchenkreisen, die um ihre eigenen Spender fürchteten, deutlich modifiziert werden.

Die Landeskirche verfolgt dieses Ziel seit 2011 nicht mehr und greift auch nicht auf den Datenbestand aller Kirchenglieder der Landeskirche zu.

Da es jedoch in überschaubarem Umfang, etwa 150 Personen und Institu- tionen, regelmäßige Spender für diese Arbeit gibt, wurde das EMSZ mit der Spendenakquise, Spenderbetreuung und Spendenbuchung beauftragt. Die damit entstehenden Kosten dürfen nicht höher sein als 20 % des zu erwar- tenden Spendenaufkommens.

Infobriefe/Newsletter sowie ein Jahresbericht, Pflege der Webseite, intensive Begleitung von Firmenaktivitäten usw. erbringen jährlich zwischen 110 und 140 T€ an zusätzlichen Mitteln für Projekte von „Zukunft(s)gestalten“.

Schnelle Projektförderung

Die Stärke bei der Förderung von Ideen aus Gemeinden und Kirchenkreisen durch „Zukunft(s)gestalten“ liegt in der Möglichkeit begründet, jederzeit An- träge stellen zu können und in der Förderung auch von Personalkostenan- teilen.

Gerade Armutsprojekte sind auf den Einsatz von Personen angewiesen und dürfen sich nicht in der Bereitstellung von Finanz- oder Sachhilfen erschöp- fen. Mittagstische, verlässliche Hausaufgabenhilfen, Bildungsangebote und Ferienbetreuungen brauchen den Einsatz nicht nur von ehrenamtlichen, sondern auch von qualifiziertem Personal.

Informationsweitergabe über best practise

Es wurden bisher über 270 Projekte im Rahmen von „Zukunft(s)gestalten“ gefördert. Anregungen für eigene Projekte fanden Interessierte von Anfang in der Veröffentlichung vom Best Practise Beispielen wie z.B.:

  • Projekt „Lisa und Jan“: Zum Schulanfang 2012/2013 organisieren die Kirchenkreise Hildesheimer Land-Alfeld und Hildesheim-Sarstedt im Rahmen des Projektes „Kinderarmut überwinden“ eine Aktion mit den evangelischen Kindergärten. Es geht um schnelle und unbürokratische Hilfe für Kinder bedürftiger Familien. Diese erhalten einen Gutschein über 100 Euro für die Schulerstausstattung. Die Gutscheine können in lokalen oder regionalen Schreibwarengeschäften eingelöst werden. Eine Auswertung aktueller Schulbuch- und Schulmateriallisten ergaben, dass die Eltern in der Region Hildesheim für die Ausstattung von ABC -Schützen ca. 450 Euro ausgeben.
  • Forum Kinderarmut: Das Forum Kinderarmut Uslar setzt sich für gerechte Teilhabechancen von Kindern und Familien vor Ort ein. Im Forum bringen Vertreter von Institutionen aus den Bereichen Jugendhilfe, Gesundheit, Bildung, kommunale Politik und Verwaltung, sowie sozial engagierte Bürger ihre Berufs- und Lebenserfahrungen ein. Gemeinsam entstehen Ideen, Konzepte und konkrete Hilfen für bessere Zukunftschancen von Kindern im Raum Uslar.

Projektberatung

Im DW steht Interessierten eine Projektberaterin zur Verfügung, die bereits in der Konzeptionsphase eins Projekts ihre Expertise anbietet und bei der zielgerichteten Antragstellung behilflich ist. Der Mehrwert der Projektberatung durch das Diakonische Werk Hannovers ist klar erkennbar:

  • Für die Projekte erhöht sich durch die Beratung die fachliche Profilentwicklung im Rahmen der Konzeptplanung bei Armutsprojekten für Kinder und damit deren Qualität.
  • Durch die genaue Finanzplanung in der Projektberatungsphase entsteht ein schneller und klarer Überblick über die Fördermöglichkeiten und Förderumfänge.
  • Durch die Weitergabe von Erfahrungen aus „Best-Practice-Projekten“ ist das Lernen am Modell möglich.
  • Die Zeiten und Wege von der Projektidee zur Projektrealisierung sind deutlich optimiert worden sind (z.B. hinsichtlich der Erreichbarkeit, der konkreten Auskünfte „aus einer Hand“).
  • Durch die Projektberatung ist für die Spenderinnen und Spender in hohem Maße gewährleistet, dass das Geld in ihrem Sinne auch bei den Kindern ankommt.
  • Ferner gab es im Rahmen der Spenderbetreuung direkte Kontakte zwischen den Spendern und exemplarischen Projekten, so dass weiterführende Kontakte u.a. für Hospitationen vereinbart wurden

Die Landeskirche wird durch die Projektberatung fachlich und kompetent unterstützt, die Antragbewilligung wird deutlich vereinfacht und verkürzt.

Mittels eines Evaluationsbogens werden die Projekte abschließend ausge- wertet. Die Ergebnisse belegen, dass die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen gut erreicht wurde und die Projekte in der Regel deutlich zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen konnte. In den Evaluationsbögen benannte Hindernisse und Komplikationen, aber auch Erfolge werden im Rahmen der Projektberatung dazu genutzt, dass die neuen Projekte besser gelingen können.

Projekt Holzmindenkarte

Im Kontext des von der Bundesregierung beschlossenen Bildungs- und Teilhabepakets wurde durch „Zukunft(s)gestalten“ 2011 das Modellprojekt einer „Familienfreundlichen Kommune durch die Einführung einer "Chip- karte“ entwickelt.

In Kooperation mit verschiedenen regionalen und überregionalen Akteuren wie dem Kirchenkreis, dem Familienzentrum, den Sportvereinen, dem Job-Center, dem Land Niedersachsen, dem Landkreis und der Caritas wurde in der Kirchengemeinde Stadtoldendorf-Eschershausen die Umsetzung dieses Projektes für die Kinder und Jugendlichen im ländlichen Raum initiiert. Leider gab es kurz vor Einführung der Karte verwaltungstechnische Bedenken, welche eine Absage des Projektes zur Folge hatten.

Die Erfahrungen aber, sich gemeinsam mit anderen in lokalen Netzwerken für die Kinder und Jugendlichen stark zu machen, sind vorhanden und werden weitergegeben. Außerdem konnte von dadurch von Kirche und Diakonie vor Ort ein klares sozial-politisches Zeichen gesetzt werden.

Nachhaltigkeit und politische Auswirkung

Die Arbeit der Projekte, die bisher durch „Zukunft(s)gestalten“ gefördert wurden, zeichnet sich durch Nachhaltigkeit aus, in dem es vielfach nach einer dreijährigen Projektlaufzeit gelingt, eine anderweitige strukturelle Verankerung, z.B. durch eine Finanzierung über die Kommune, zu erreichen, durch die Arbeit in regionalen Netzwerken und nicht zuletzt durch das große Engagement Ehrenamtlicher.

Die Landeskirche kann mit den Projekten aus „Zukunft(s)gestalten“ eindrücklich ausweisen, dass sie nicht nur politisch (Predigten und Verlautbarungen) und durch Einzelfallhilfen (Diakoniegaben) etwas gegen Armut und zur Förderung von Bildung insbesondere bei Kindern unternimmt, sondern umfänglich Projekte und Initiativen vor Ort fördert und unterstützt, die exemplarisch auf ein Themenfeld hinweisen, dessen gesellschaftliche Bedeutung eher wächst als abnimmt.

Für dieses Thema ist darüber hinaus zum einen die Diakonie bundespolitisch aktiv, in dem sie sich für die „Soziale Sicherung für Kinder und Jugendliche“ in den drei Säulen: einheitliche finanzielle Förderung für jedes Kind, bedarfsabhängige Förderung und infrastrukturelle Förderung ausspricht.

Hierzu hat der Bundesverband der Diakonie ein Positionspapier erstellt, an dem intensiv mitgearbeitet wurde und welches im März 2013 veröffentlicht wurde.

Zum anderen engagiert sich die Landeskirche deutlich für die Weiterentwicklung im niedersächsischen Bildungswesen, um verbesserte Bedingungen für Kinder und Jugendliche, die von Armut betroffen sind, zu erreichen, insbesondere den Ausbau von Schulen zu Ganztagsschulen, die Senkung der Quote der Schulabbrecherinnen und –abbrecher, die Schaffung von Schulmensen oder gezielte Fördermaßnahmen an den Schulen.