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Rückblick

Umfassender Begriff von Kinder- und Jugendarbeit

vergangen

Die 24. Landessynode hat die Bedeutung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für die Landeskirche immer wieder betont und diese Arbeit gefördert . Der Grundstandard für Kinder- und Jugendarbeit trägt der Bedeutung dieser Arbeit für die Landeskirche Rechnung und nimmt einen umfassenden Begriff von Kinder- und Jugendarbeit auf. Die 24. Landessynode hat bewusst die Arbeit mit Kindern inhaltlich aufgegriffen, weil es zunehmend wichtiger wird, die Arbeit mit Kindern früh in den Kirchengemeinden zu beginnen und dabei die Kinder- und Jugendarbeit sehr gut aufeinander aufzubauen und miteinander abzustimmen.

Mittelinvestitionen fortgeschrieben

Die 24. Landessynode hat die im Rahmen des Aktenstückes Nr. 98/98 A der 23. Landessynode festgelegten Mittelinvestitionen in Höhe von bis zu 625.000 € zur „Verbesserung der Kinder-, Schüler- und Jugendarbeit sowie des Religionsunterrichts sowie zur Verzahnung der religionspädagogischen und kirchlichen Arbeit sowie zur qualifiziert beratenden Begleitung der Schüler- und Konfirmandenarbeit“ fortgeschrieben, neu 300.000 € für Freizeiten zur Verfügung gestellt und damit die Bedeutung dieser Arbeit für die Landeskirche unterstrichen.

Die Synode hat regelmäßig die Berichte des Landeskirchenamts zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entgegengenommen und eine Vielzahl von Beschlüssen gefasst.

In der Akademie Loccum hat im Mai 2011 auch unter Beteiligung der Synode eine gemeinsam mit dem Landesjugendpfarramt vorbereitete Tagung unter dem Titel „Weil sie die Zukunft sind. Strategien für eine jugendsensible Kirche“ stattgefunden“. Eine Delegation der Landessynode war zu Gast beim Landesjugendcamp 2010. Der Jugendausschuss der 24. Landessynode und die Landesjugendkammer haben mehrfach zusammen getagt, zuletzt im Februar 2013. Bei dieser Begegnung sind in Fortführung der Ergebnisse aus der Tagung in Loccum im Jahr 2011 Thesen entstanden, die im Mai 2013 von der Landesjugendkammer beschlossen und veröffentlicht wurden.

Der Landesbischof hat in seinem Bericht vor der Synode im Sommer 2013 für die weitere Förderung der Jugendarbeit geworben und die Bedeutung der beruflich Tätigen in diesem Feld unterstrichen.

Sprengel und Kirchenkreise

In den Sprengeln und Kirchenkreisen findet die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vielfältigen Ausdruck:

  • Freizeiten, Gruppen- und Projektarbeit, dabei gehört die Freizeitenarbeit zum Profil evangelischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Aus – und Fortbildung von Ehrenamtlichen (JuLeiCa)
  • Freiwilligendienste (siehe Freiwilligendienste, Szenenwechsel)
  • Friedens-, Gerechtigkeits- und Umweltarbeit
  • Erlebnispädagogische Arbeit
  • Internationale Jugendbegegnungen
  • Kinder- und Jugendkulturarbeit (Spiel, Theater, Kunst und Kulturprojekte)
  • Missionarische Jugendarbeit
  • Projekte wie z.B. „Szenenwechsel“ und „HeiligenNacht“
  • Schülerinnen- und Schülerarbeit
  • Spirituelle Angebote (Andachten, Gottesdienste und Glaubensseminare)

Vielfältige Angebote

Alle zwei Jahre wird ein thematisch ausgerichtetes Landesjugendcamp vor- bereitet, durchgeführt und ausgewertet: 2008 „Gerecht statt gelinkt“, 2010 „ich heiß du cool“ (Klimawandel), 2012 „Finde dich selbst“ (Orientierung für mein Leben finden). Jährlich finden drei Landesjugendkammertagungen und zwei Landesfachkonferenzen statt. Dazu kommt alle zwei Jahre das landeskirchliche Forum für Schülerinnen und Schüler.

Das Feld der Erinnerungsarbeit ist weiterhin wichtig und wird insbesondere durch die Arbeit des CVJM im Anne-Frank-Haus, aber auch durch Aktivitäten in Sandbostel, Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, als auch durch einzelne Maßnahmen in Kirchenkreisen, wie Fahrten nach Ausschwitz oder Begeg- nungen mit Israel, wahrgenommen. Sowohl für die Gedenkstättenarbeit im Anne–Frank–Haus als auch für die Gedenkstättenarbeit in Sandbostel hat die Landeskirche zusätzliche Personalmittel für Projektstellen zur Verfügung gestellt.

Zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehören auch vielfältige Formen kultureller Arbeit: Theater, Musikprojekte oder deren Verknüpfung in zahl- reichen Musicalproduktionen, Zirkusprojekte und weitere Formen des Spiels. Vieles davon ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in Angebotsspektrum der Kinder – und Jugendfreizeiten. Die Grenze zu Angeboten im Bereich des Sports ist hier nicht immer scharf zu ziehen, etwa beim Segeln, Wandern o.ä.

Missionarische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen findet in verschiedens- ten Formen statt, ein großer Schwerpunkt der spezifischen Verkündigungs- arbeit liegt hier auf der Musik.

Daneben gibt es weitere Angebote:

  • Einstiegsseminare in die Gruppenleiterausbildung für Jugendliche unter 16 Jahren („Trainee-Programm“),
  • Arbeitsseminare für Jugendliche und junge Erwachsene zum Erhalt und zur Gestaltung der Jugendhöfe,
  • Fortführung des Projekts Szenenwechsel in Kooperation mit dem DW,
  • Zeltlager Offendorf in jedem Sommer mit begleitender Juleica-Ausbildung für Ehrenamtliche

Entwicklung - Sinnvolle Tätigkeit - Geborgenheit

Jugendliche, besonders im Bereich der Evangelischen Jugend, wollen drei Dinge: sie wollen etwas für die eigene Entwicklung tun, etwas Sinnvolles für andere machen und Geborgenheit in der Gruppe finden. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu fördern heißt, Kinder und Jugendliche als Subjekte ernst zu nehmen und sie in ihrem Engagement für andere Kinder und Ju- gendliche zu unterstützen.

Ein besonderes Augenmerk liegt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen deshalb auf der Förderung des ehrenamtlichen Engagements. Die weiterhin sehr hohe Nachfrage nach JuLeiCa-Kursen und dem anhaltend sehr hohen Engagement von ehrenamtlich Mitarbeitenden bzw. der noch höheren En- gagementbereitschaft stehen der subjektive Eindruck Jugendlicher, gern mehr Zeit für Jugendarbeit haben zu wollen, und die Beobachtung der be- ruflich Mitarbeitenden gegenüber, dass ältere Jugendlichen (Besuch des schulischen Sekundarbereichs II, Ausbildung, Studium) für bestimmte For- mate nicht mehr die nötigen Freiräume haben.

Eine im Jahr 2013 vorgestellte Studie untersucht die Gründe, die nicht allein in den Veränderungen im Bildungssystem zu suchen sind. Verschie- dene aktuelle Untersuchungen setzen sich deshalb mit der Thematik „Ju- gend unter Druck“ auseinander.

Beruflich Mitarbeitende sind neben den ehrenamtlich Tätigen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unverzichtbar. Im Berichtszeitraum hat es auf- grund der Sparvorgaben in den Kirchenkreisen teilweise bereits deutlich spürbare Einschnitte hinsichtlich der personellen Ausstattung in diesem Arbeitsfeld gegeben. Bereits geplante Veränderungen der Stellenpläne in den Planungsbereichen lassen einen Rückgang der beruflichen Kräfte erwarten. Andererseits sind neue, vielfach zeitlich begrenzte Projektstellen (vielfach als Teilzeitstellen) errichtet worden, die zum Teil aus Spenden finanziert werden.

Das Engagement von Kirchenkreisen, Gemeinden und vielen Einzelnen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf diese Weise zu stärken, auch da- durch das neue Arbeitsfromen ausprobiert werden, ist sehr wichtig. Es ist darauf zu achten, das bislang weithin anerkannt hohe Maß an Fachlichkeit hier zu halten. Dass eine hohe Fachlichkeit unverzichtbar ist, zeigt sich allein schon in der Debatte um Kindeswohlgefährdung und Kindesschutz.

Die Evangelische Jugend hat auf der Bundesebene ein Kompetenzprofil für beruflich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Tätige in die Diskus- sion um die Fachlichkeit und die entsprechende Erfordernisse an die Aus – und Fortbildung eingebracht, welches zukünftige Diskussionshorizonte aus- weist.

Das Landesjugendpfarramt unterstützt oder ergänzt zudem die Arbeit in den Kirchenkreisen, Gemeinden und Verbänden durch Modellprojekte sowie dauerhafte Unterstützung der Infrastruktur u.a. durch die Beratung zu und Vergabe von Fördermitteln, insbesondere der landeskirchlichen Jugend- kollekten und der landeskirchlichen Fördermittel für Freizeiten in Zusammen- arbeit mit dem Landeskirchenamt. Wichtig für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist auch die ständige bauliche und konzeptionelle Fortent- wicklung der Evangelischen Jugendhöfe.