kopf

Ausblick

Herausforderungen

zukunft

 

Aktuell sieht sich die Evangelische Jugend ver- schiedenen Entwicklungen gegenüber, die sie herausfordern:

  • Ihre Angebote stehen in Konkurrenz zu vielen kommerziellen Freizeitangeboten.
  • Sie muss sich in einer zunehmend weniger kirchlich bzw. christlich geprägten Gesellschaft behaupten.
  • Die komplexen Lebenslagen Jugendlicher, die als Bewältigungslagen beschrieben werden und die Ausdifferenzierung der Milieus und Szenen erfordern präzise Überlegungen dazu, welche Zielgruppe mit welchem Angebot erreicht werden kann und soll.
  • Aus der zunehmenden rasanten Digitalisierung aller Lebensbereiche ist eine neue pädagogische Aufgabe geworden.
  • Die kritische Grundhaltung vieler junger Menschen gegenüber den traditi- onellen Institutionen unserer Gesellschaft betrifft auch die Selbstorganisation in Jugendverbänden.
  • Die Suche Jugendlicher nach religiöser Orientierung ist hoch, kann aber nur selten an das traditionelle kirchliche Leben vor Ort ankoppeln.
  • Der demographischen Wandel führt mit seiner sehr verschiedenen geographisch Verteilung zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen für die Sozialräume, in denen Jugendarbeit stattfindet.
  • Durch Einsparungen nehmen die Ressourcen für eine solide Infrastruktur, insbesondere für Personalstellen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Tendenz ab.
  • Gleichzeitig stehen in einer vielfach schwer zu überblickenden Landschaft Fördertöpfe und Projektmittel mit ausdifferenzierten inhaltlichen Anforderungsprofilen bereit.
  • Das Potential für ein Engagement Jugendlicher in der Evangelischen Jugend ist höher als es abgerufen wird.

Partizipation - Gestaltung der Organisationsformen - Christliches Selbstverständnis

In den nächsten Jahren muss die Evangelische Jugend einerseits in Kirche und Gesellschaft für Partizipation werben und gleichzeitig die Gestaltung ihrer Organisationsformen an die Interessen Jugendlicher unter Berücksichtigung der oben genannten Herausforderungen anpassen. Zugleich ist sie gefordert, sich mit ihrem christlichen Selbstverständnis zu positionieren und diese Inhalte weiterzugeben.

Rasche Veränderungen der Parameter Milieu, Demographie, Jugendkultur und Personalsituation verlangen flexible Angebote und eine stabile konzeptionelle Verankerung der Jugendarbeit, die von Evangelischer Jugend nur mithilfe klarer und verlässlicher Unterstützungssysteme zu bewältigen ist, Evangelische Jugend ist per se schnelllebig und braucht zugleich große Nachhaltigkeit.

Ein konkretes Beispiel dafür, vor welche Aufgaben die komplexen Herausforderungen die Evangelische Jugend derzeit stellen, sind die Planungen im Rahmen der Reformationsdekade. Einerseits müssen Projekte langfristig geplant werden und Ressourcen eingeworben werden, andererseits ist es schwer, längst feststehende Jahresthemen mit den Interessen der aktuell aktiven Jugendlichen zu synchronisieren.

Ohne echte Partizipation lässt sich das Interesse Jugendlicher nicht wecken, aber die Planungen der Megastrukturen erscheinen nicht mit den notwendigen zeitlichen und inhaltlichen Freiräumen für die Jugendarbeit kompa-tibel. Es ist eine der Herausforderungen der nächsten Jahre, die Chancen des Reformationsjubiläums für Jugendliche durch das Öffnen von Freiräumen zur eigenen Gestaltung nutzbar zu machen und dennoch die Evangelische Jugend weder zu vereinnahmen noch zu überfordern.